Raw Air in Lillehammer

Raw Air: Kamil Stoch in Lillehammer nicht zu bezwingen

Kamil Stoch ist in Lillehammer das Maß aller Dinge und sichert sich den überlegenen Favoritensieg. Zwischenzeitlich sieht es sogar nach einem polnischen Dreifachsieg aus. Richard Freitag fällt erneut wegen unsauberer Landung zurück.

Kamil Stoch ließ am Dienstagabend im norwegischen Lillehammer keine Zweifel an seinem nächsten Sieg aufkommen. Beim zweiten Einzelspringen im Rahmen der „Raw Air“-Tour hat der dreifache Olympiasieger aus Polen der Konkurrenz wieder einmal keine Chance gelassen.

Mit Sprüngen auf 140,5 und 141 Meter sowie insgesamt 306,4 Punkten sicherte sich Kamil Stoch den überlegenen Sieg beim zweiten Einzelspringen im Rahmen der „Raw Air“-Tour. Auf der Olympiaschanze von 1994 setzte sich der 30-Jährige mit einem deutlichen Vorsprung von 27,7 Punkten gegen seinen Teamkollegen Dawid Kubacki (139 und 140,5 m; 278,7 P.) und den Norweger Robert Johansson (137 und 136,5 m; 273,3 P.) durch.

Nach dem ersten Durchgang sah es sogar noch nach einem polnischen Dreifachsieg – es wäre ein Novum in der Weltcup-Geschichte gewesen. Mit deutlich Vorsprung lag Stoch zur Halbzeit vor seinen beiden Mannschaftskollegen Dawid Kubacki und Stefan Hula. Doch Hula konnte seine Leistung aus dem ersten Durchgang bei wechselhaften und teils schwierigen Bedingungen nicht wiederholen, fiel auf den neunten Platz zurück.

Die Noten: Freitag fällt mit Bestweite zurück

Den deutschen Skispringern ist es auch in Lillehammer nicht gelungen, im Kampf um die Spitzenpositionen mitzukämpfen. Richard Freitag, nach dem ersten Durchgang aussichtsreich an vierter Stelle gelegen, zeigte im Finale mit 141,5 Metern zwar den weitesten Sprung des Tages, musste allerdings hohe Punktabzüge aufgrund einer unsauberen Landung in Kauf nehmen und fiel auf den fünften Platz zurück. „Ich habe mir einen Telemark vorgenommen, doch dann wird es wieder ein scheiß ‚Kacherl‘. Das ist schon ärgerlich“, sagte Freitag im ‚ZDF‘.

» Liveblog-Nachlese: So lief der Wettkampf in Lillehammer

Neben Freitag kann nur der Obertdorfer Karl Geiger als Elfter ein positives Fazit ziehen. Normalschanzen-Olympiasieger Andreas Wellinger springt seiner starken Form, die er zuletzt in Pyeongchang gezeigt hat, weiter hinterher. Bei äußerst schwierigen Bedingungen kam der 22-jährige Ruhpoldinger nicht über 135 und 123,5 Meter und den 13. Platz hinaus. Auch Markus Eisenbichler (16.), Andreas Wank (23.) und Stephan Leyhe (26.) konnten im Kampf um die vorderen Plätze nicht mitmischen.

Norweger weiterhin stark

Mannschaftlich besonders stark präsentierten sich erneut die heimischen Skispringer aus Norwegen. Neben dem drittplatzierten Johansson wusste auch Andreas Stjernen als Vierter und Johann Andre Forfang als Sechster zu überzeugen. Holmenkollen-Sieger Daniel-André Tande belegte mit 135,5 und 125 Metern den zehnten Platz.

Der Slowene Peter Prevc pirscht sich immer näher an die Weltspitze heran. Der 25-jährige Slowene, der die Saison 2015/2016 dominiert hatte, belegte mit 134,5 und 135 Metern den siebten Platz vor dem besten Österreicher Stefan Kraft (8.).

Kot, Hayböck und Hilde scheiden aus

Mit dem Polen Maciej Kot (31.), dem Japaner Taku Takeuchi (36.) und den beiden Österreichern Clemens Aigner (37.) und Michael Hayböck (44.) haben neben Siegel weitere namhafte Athleten den Sprung ins Finale verpasst.

Im zweiten Durchgang zuschauen musste auch Tom Hilde. Der 30-jährige Norweger absolvierte mit 126 Metern den letzten Wettkampfsprung seiner Karriere und belegte den 39. Platz, nachdem er schon im Vorfeld seinen Rücktritt angekündigt hatte. Bei

Stoch zieht davon

In der „Raw Air“-Gesamtwertung baut Kamil Stoch seinen Vorsprung weiter aus. Mit insgesamt 1141,5 Punkten liegt der 30-jährige Pole weiterhin vor Johansson (1085,3) und Forfang (1055,5). Bester Deutscher ist Richard Freitag auf dem achten Platz, gefolgt von Andreas Wellinger.

» Alle Termine im Überblick: Raw Air zieht weiter nach Trondheim

Schon am Mittwoch wird „Raw Air“ im rund 350 Kilometer entfernten Trondheim fortgesetzt. Ab 15:30 Uhr stehen zunächst zwei Trainingsdurchgänge auf dem Programm, um 17:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt die Qualifikation für das nächste Einzelspringen, das dann am Donnerstag stattfindet.

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Über Marco Ries 504 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

35 Kommentare

  1. Riechie pendelt zwischen der neu angeeigneten, erfolgreichen Sprungtechnik und der alten, wo er sehr hoch fliegt und am Ende wie ein Stein ohne Geschwindigkeit vom Himmel fällt. Wenn er locker ist, dann springt er gut, wenn angespannt, dann kehrt er zu den alten Fehler.

  2. Da ich leider momentan in Übersee bin,kann ich leider kein einziges Springen der RAW Air sehen. Aber ich kann mich gut erinnern, als ich gesagt habe das für Richi die Saison gelaufen ist und das bei Olympia auch keine Medaillien zuholen ist, prügel kassiert habe hier. Aber genau das ist momentan die Realität, die Lockerheit und die Coolness die er hatte sind seit dem Sturz in Insbruck weg. Ich bin kein Trainer, aber für ihn wäre es besser aus der RAW Air auszusteigen um nochmal in aller Ruhe zu trainieren.

  3. Die Behauptung das 27,7 Punkte der größte Vorsprung der Geschichte des Skispringens sind ist ja wohl Unsinn.
    Am 4.1.2001 gewann Adam Małysz mit 44,9 Punkten Vorsprung das Bergisel Springen der Vierschanzentournee vor Janne Janne Ahonen.
    Ansonsten gibt es unzählige andere Siege mit größerem Vorsprung als 27,7 Punkten.

  4. Was für eine Leistung von Kamil, zurzeit hat er kaum Konkurrenz, ich freue mich auf Vikersund, die Norweger werden auch echt stark. Leider immer wenn der Kamil siegt, gibt es hier im Forum eine Masse der polnischen Masturbiereden :DD

    • Es gibt einen der immer wieder negativ auffällt hier und die anderen beschimpft und den zähle ich nicht zu den Fans. Also kann man nicht behaupten Masse der polnischen Fans!

  5. Wir hatten extrem leistungstarken Österreicher, auch Finnen, die Deutschen….lass uns freuen auch fur Zogravski, auch für Kasachen,für den einsamen Türken….und die Sippe von cekon…….die wirklich motivierten Sportler brauchen sein Zeit…malysz ist auch nicht sofort in den Himmel gesprungen…..es ist immer schöner wenn mehr Nationen Teil nehmen….und der Gewinn schmeckt dann anderes.
    Das Kamil ein sympatischer sportler ist….steht nicht zu Debate.
    Bei ihm passt einfach alles!

  6. Gibt es hier kein moderator? Hat niemand Kontrolle was hier geschrieben wird? Es soll hier um Sport gehen und sonnst nichts anderes!
    Jeder hat Chancen und jeder braucht nicht nur Form, sondern auch Glück. .Ich freue mich für Kamil…..er ist richtig in Form…..aber jeder von alle springer weisst wie es gehen soll …..und bei den ersten 10 ist alles wirklich eng. Lass uns freuen auf jeder nächsten Kampf und das zu geniessen….egal wer gewinnt. …..und wenn der Liebling gewinnt…um so besser ….ist aber kein Grund alle andere zu beschimpfen!!!!

  7. Die Leistungen von Kamil Stoch einfach toll. Glückwunsch und Hut ab!!! Darüber hinaus ist er ein sehr sympathischer Sportler. Hier passt einfach alles. Weiter so!!!.
    Außerdem freue ich mich als langjähriger Fan von Simon Ammann über das gute Ergebnis.

  8. KAMIL STOCH IST DER KÖNIG!!! WIR POLEN SIND GANZ STOLZ AUF DICH!!! DAWID KUBACKI PERFEKT!!! SCHADE NUR FÜR STEFAN HULA SEHR SCHADE SONST HÄTTEN WIR 3 POLEN AUF PODIUM!!! ABER Stefan macht das auch noch!!! Bravo an die ganze polnische Mannschaft!!! Dziękujemy!!!

  9. Rakete Kamil hat gezündet. Wo sind die Österreicher? Kein 6er im windlotto gehabt wie am Sonntag oder was? Hayböck ist er heute gesprungen oder habe ich was verpasst???????

    • Hallo kleiner Giftzwerg
      Im Moment läuft es nicht so wie gewünscht, aber es wird schon wieder
      kommen. Nachhaltig gesagt, sind sie ein Missgünstling ohne sportlichen
      Ambitionen. Wahrscheinlich betreiben sie auch keinen Sport, ansonsten sie
      nicht so einen Mist von sich geben könnten. Auf alle Fälle gönne ich jeden
      der auf so hohen Niveau Sport treibt, die Erfolge.
      Sie sind mit Sicherheit nicht dabei !
      Gruss Karl aus der Schweiz

  10. Man Richie, du musst wieder lernen mit der Höhe klar zu kommen. Der Sprung war top, wenn du den nicht abbrechen würdest dann geht der an die 150m. Kamil is natürlich ne Ausnahme. 141 mit Rückenwind und verkürztem Anlauf XD.

  11. DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!! DER BESTE !!!

  12. Es ist klar. dass Stoch der absolut dominantester Springer seit Malysz ist.

    Schlierenzauer hatte nur Glück, als die Technik noch nicht so weit war.
    Jetzt mit dem Fortschritt sieht man wie gut er ist und zwar gar nicht.

    Vikersund und Weltrekord sind gut möglich, natürlich nur von Kamil der Große.

      • Du hast keine Ahnung.
        Schlierenzauer hatte nur Vorteil durch seine O-Beine gehabt, jetzt nicht mehr. Seine Technik ist schlecht und anfällig.

        Kamil ist 3facher Olympiasieger, da sind unwichtige Einzelsiege gar nichts.
        Schlierenzauer hat trotz der vielen Einzelsiege nur 2x den Gesamweltcup gewonnen.
        Spricht nicht von Dominanz sondern von knappen Siegen.

        Ruhe auf den billigen Plätzen, wenn man keinerlei Ahnung.

    • Das ergibt wenig Sinn. Schlierenzauer hatte viele Verletzungen, es dauert etwas, bis er wieder in Topform ist. Aber seine ehemalige Dominanz wird er wohl nie wieder finden.

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