Geiger und Eisenbichler in den Top Ten

Skifliegen: Timi Zajc fliegt in Oberstdorf zum Sieg

Nach drei Jahren klettert Timi Zajc beim Skifliegen in Oberstdorf erneut auf das oberste Siegertreppchen: Der Slowene gewinnt in einer spannenden Entscheidung vor Zyla und Kraft. Auch zwei DSV-Skispringer landen unter den Top Ten.

Mit Flügen auf 211,5 und 232 Meter sicherte sich Timi Zajc den Sieg beim zweiten Skiflug-Weltcup in Oberstdorf. Der Slowene erzielte auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze am Sonntagnachmittag insgesamt 407,9 Punkte und setzte sich gegen Piotr Zyla aus Polen durch, der auf 218,5 und 221 Meter (401,1 P.) kam. Den dritten Platz belegte Vortagessieger Stefan Kraft aus Österreich mit 212 und 222,5 Metern (399,8 P.).

Für Zajc ist es der erst zweite Weltcupsieg seiner Karriere – und das an derselben Stelle, wo er vor mehr als drei Jahren im Februar 2019 zum ersten Mal triumphiert hat. Doch lange sah es nicht danach aus, als könnte Zajc am Sonntag diesen Sieg feiern: Nach dem ersten Durchgang lag er noch auf dem siebten Platz, katapultierte sich dann erst im Finale mit der klaren Bestweite nach vorne.

Eisenbichler und Geiger gleichauf

Die deutschen Skispringer waren vor gut 10.000 Zuschauern bei teilweise schwierigen und wechselhaften Windbedingungen im Kampf um die Podiumsplätze nur Nebendarsteller. Mehr ausgerechnet hat sich vor allem Lokalmatador Karl Geiger, der mit 214 und 203 Metern am Ende punktgleich mit Teamkollege Markus Eisenbichler den neunten Platz belegt hat. Im Kampf um den Gesamtweltcup musste der Oberstdorfer damit einen Rückschlag hinnehmen, den Konkurrent Ryoyu Kobayashi landete als Sechster noch vor ihm.

„Der zweite Sprung von Karl war leider nicht gut genug, sich noch zu verbessern. Es ist heute nichts extrem schief gegangen, aber es war auch nicht gut genug“, analyisierte Bundestrainer Stefan Horngacher und attestierte Geiger weiter gute Chancen auf den Gesamtweltcup: „Er ist weiter in guter Form. Wir wissen, dass ihm Planica deutlich besser liegt.“

Daneben haben außerdem Severin Freund (13.), Constantin Schmid (24.) und Stephan Leyhe (26.) weitere Weltcuppunkte gesammelt. Aus der deutschen Mannschaft ist einzig Andreas Wellinger mit Platz 42 bereits an der zuvor durchgeführten Qualifikation gescheitert. Dasselbe Schicksal ereilte ausgerechnet auch Marius Lindvik, der eine Woche nach dem Gewinn des Weltmeistertitels nicht über Rang 52 hinausgekommen ist.

Forfang bester Norweger

Damit haben es die Norweger nur mit zwei Athleten in die Punkteränge geschafft – bester Mann war am Ende Johann Andre Forfang, der hinter Ziga Jelar den fünften Platz belegt hat.

Überraschend stark präsentierte sich der Finne Eetu Nousiainen, der nach 216 Metern im ersten Durchgang noch aussichstreich hinter Zyla den zweiten Platz belegt hat und am Ende immerhin noch Achter wurde.

Domen Prevc mit Schanzenrekord in der Qualifikation

Für ein deutliches Ausrufezeichen hat in der Vorausscheidung Domen Prevc gesorgt, der mit 242,5 Metern den alten Schanzenrekord von Daniel-André Tande um gleich vier Meter verbessert hat. Im Wettkampf musste sich der Slowene dann mit dem xxx. Platz zufrieden geben.

» Weltcup-Kalender 2021/2022: Alle Termine im Überblick

Zum Abschluss der Weltcup-Saison findet am kommenden Wochenende das traditionelle Finale auf der Letalnica-Skiflugschanze in Planica statt. Bereits am Donnerstag stehen dann Training und Qualifikation auf dem Programm, von Freitag bis Sonntag finden dann zwei Einzel- und ein Team-Wettbewerb statt.

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Über Marco Ries 768 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

2 Kommentare

  1. Spannende Entscheidung mit vielen positiven Überraschungen! Am meisten gefreut hat mich die gute bis tolle Leistung der Finnen insgesamt. Da scheint es endlich wieder in die richtige Richtung zu gehen! Super….

  2. Das Resultat entspricht den gezeigten Leistungen, daher Gratulation allen Schifliegern!
    Einzig Herr Karl Geiger war nicht nur unzufrieden, sondern auch ziemlich unsympathisch, was mir von zwei Verantwortlichen zusätzlich bestätigt wurde. Naja, Charly wird sich schon fangen…

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