Kult-Weltcup im Sauerland

Stephan Leyhe lässt Willingen beben: Erster Weltcupsieg für den Lokalmatador

Mit zwei bärenstarken Sprüngen springt Stephan Leyhe zum ersten Weltcupsieg seiner Karriere – und das in seiner Heimat! Der Lokmalmatador sorgt für Riesenjubel im ausverkauften Stadion an der Mühlenkopfschanze.

Ein Tag, wie er schöner kaum sein könnte: Mit Sprüngen auf 139,5 und 144,5 Meter sicherte sich Stephan Leyhe den ersten Weltcupsieg seiner Karriere. Ausgerechnet in seiner Heimat Willingen setzt sich der 28-Jährige erstmals gegen die versammelte Weltelite durch.

Leyhe erzielte insgesamt 266,4 Punkte und setzte sich in einem hochklassigen Finale gegen den Norweger Marius Lindvik durch, der auf 140 und 143 Meter (262,4 P.) kam. Dritter wurde Kamil Stoch mit 139,5 und 137,5 Metern (254,6 P.).

Stoch fällt im Finale zurück

Nach dem ersten Durchgang sah es noch nach dem dritten Saisonsieg von Stoch aus. Der Pole führte das Feld zur Halbzeit an, konnte einem wie entfesselt springenden Stephan Leyhe im Finale dann aber nicht das Wasser reichen – gleich sieben Meter nahm der Lokalmatador dem polnischen Superstar ab und sorgte damit für Riesenjubel unter den 23.500 Zuschauern im restlos ausverkauften Stadion an der Mühlenkopfschanze.

Leyhe winken 25.000 Euro

„Ich bin total erleichtert, dass er das endlich geschafft hat. Das freut mich sehr für Stephan. Dass er hier auf seiner Heimschanze gewinnt, ist wie ein Märchen“, jubelte Bundestrainer Stefan Horngacher im Anschluss.

Nach dem ersten Einzelspringen des Wochenendes winken Leyhe nun 25.000 Euro, die mit der „Willingen Five“-Wertung zusätzlich zu den üblichen Weltcup-Prämien an den besten Springer des Wochenendes ausgeschüttet werden. Vor dem Wettbewerb hatte Leyhe bereits den Qualifikationsdurchgang für sich entschieden.

Stark präsentierte sich aus der deutschen Mannschaft auch Karl Geiger, der mit 138,5 und 138 Metern hinter dem Gesamtweltcup-Führenden Stefan Kraft den fünften Platz belegte. Daneben haben Constantin Schmid (21.), Pius Paschke (24.) und Markus Eisenbichler (26.) weitere Weltcuppunkte gesammelt.

Freitag scheidet früh aus

Richard Freitag springt seiner früheren Form weiterhin hinterher. Mit 126 Metern und dem 31. Platz hat der Sachse den Finaldurchgang als einziger DSV-Skispringer denkbar knapp verpasst. Dabei war er in prominenter Gesellschaft – auch der Pole Piotr Zyla (35.) und Killian Peier aus der Schweiz (45.) überraschend ausgeschieden.

Schlierenzauer stark, Kubacki schwach

Gregor Schlierenzauer machte mit Sprüngen auf 135 und 134,5 Meter deutlich, dass er sich auf einem guten Weg befindet. Vor den Augen von Werner Schuster, der den Rekord-Weltcupsieger inzwischen berät, erzielte er als siebten sein drittes Top-Ten-Ergebnis in der laufenden Saison.

Schwer getan hat sich hingegen Dawid Kubacki, der nach dem ersten Einzelspringen im Kampf um die 25.000 Euro schon chancenlos ist. Der Vierschanzentournee-Sieger war als einer der Favoriten ins Sauerland gereist, kam mit 135 und 129,5 Metern aber nicht über den 15. Platz hinaus.

» Weltcup-Kalender 2019/2020: Alle Termine im Überblick

Das zweite Einzelspringen am Sonntag wurde wegen des Orkantiefs „Sabrina“ vorzeitig aus Sicherheitsgründen abgesagt. Der Skisprung-Weltcup wird damit kommendes Wochenende am Kulm in Tauplitz / Bad Mitterndorf fortgesetzt, wo die ersten Skiflug-Wettbewerbe der Saison auzf dem Plan stehen.

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15 Kommentare

  1. Natürlich muss diese sehr gute Leistung erstmal bestätigt werden.
    Trotz alledem war die Entwicklung von Ihm „mit Ansage“ auf Grund meiner angesprochen Qualitäten.

  2. Jaaaa Stefan Leyhe in Willingen auf Platz eins, wir habe ihn verfolgt,
    von dem Springen an, wo er als Ersatz leider nur auf den 51. Platz kam
    und damit die Quali nicht erreicht hat. Konsequent aufgestiegen….suuuuper.
    Und und Platz 1 im Heimatort – Spitze!!!

    Ich will bitte nichts mehr von einem sogenannten König Kamil hören!!!!

    • Ist ihr gutes Recht. Momentan ist Leyhe in guter Form. Aber der 1 SIEG reicht nicht auf dauert. Es zählt konstante Form…… Immerhin hat „König Kamil“ ☺️ gestern den 3 Platz belegt ☺️

    • Muss er? Warum? Mit dieser unsinnigen Einstellung hat unser lieber heimischer Sportjournalismus schon so manche Lichtgestalt vorzeitig herunter gedimmt…

      • Ich denke nicht, dass Robson das so meint.
        Muss er natürlich nicht.
        Aber um dem von ultrafan ausgesprochenen Prädikat „perfekter Springer“ gerecht zu werden, müsste er schon. Das war wohl die Aussage.

  3. Das ist einfach nur wundervoll!!! Was für ein spannendes Springen. Das Zuschauen hat richtig Spaß gemacht.
    Mach weiter so, Stefan….! Ganz toll!
    Herzlichen Glückwunsch zu dieser hervorragenden Leistung !!!

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