Slowene springt Schanzenrekord

Tschaikowski: Anze Lanisek siegt nach furioser Aufholjagd

Mit klarer Bestweite leitet Anze Lanisek beim Sommer-Grand-Prix in Tschaikowski eine furiose Aufholjagd ein und sichert sich den Sieg vor zwei Russen. Der Halbzeitführende Johann Andre Forfang fällt im Finale zurück.

Mit Sprüngen auf 129 und 143 Metern sicherte sich Anze Lanisek aus Slowenien den Sieg beim ersten von zwei Wettbewerben an diesem Wochenende im russischen Tschaikowski. Der 21-Jährige, der schon im Vorfeld bei einem vergleichsweise schwachen Teilnehmerfeld als Favorit gehandelt wurde, erzielte insgesamt 265,5 Punkte und setzte sich damit gegen gleich zwei Skispringer aus dem Gastgeberland durch – die beiden Russen Evgeniy Klimov (132 und 137,5 m; 261,2 P.) und Denis Kornilov (136,5 und 127,5 m; 249 P.) belegten die Plätze zwei und drei.

Zunächst sah es auf der Sneschinka-Schanze nach einem norwegischen Sieger aus: Johann Andre Forfang bestätigte schon im ersten Wertungsdurchgang seine gute Form, die er gestern im Training bereits angedeutet hatte. Der Norweger, der sich zuletzt wegen Knieproblemen geschont hat und in Russland sein Saisondebüt feiert, lag zur Halbzeit mit einem Vorsprung von 5,7 Zählern vor den beiden russischen Skispringern in Führung.

Im Finaldurchgang leitete Anze Lanisek dann aber eine furiose Aufholjagd ein: Nach dem ersten Durchgang war der Slowene gerade einmal Zehnter, verblüffte er im Finale die Konkurrenz dann mit der Bestweite von 143 Metern. An ihm konnte keiner mehr vorbeiziehen, Forfang fiel mit schwachen 125,5 Metern sogar auf den undankbaren vierten Platz zurück und Lanisek feierte den ersten Sieg seiner Karriere.

Hamann zittert sich ins Finale

Der einzige deutsche Starter in Tschaikowski, der 20-jährige Martin Hamann, musste lange um den Einzug ins Finale zittern – am Ende reichten ihm Weiten von 119,5 und 118,5 Metern zumindest für den 26. Platz.

Kobayashi-Brüder in Top Ten

Mit Anze Semenic überzeugte neben dem siegreichen Lanisek ein weiterer Slowene mit Platz fünf. Der Italiener Alex Insam jubelte über Rang sechs vor dem Schweizer Gregor Deschwanden (7.) und dem Norweger Robert Johansson (8.). Die Kobayashi-Brüder Ryoyu und Junshiro folgten auf den Positionen neun und zehn.

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Der 18-jährige Finne Andreas Alamommo feierte als Elfter das bislang beste Ergebnis seiner noch jungen Karriere.

Gleich mehrere namhafte Athleten sind hinter den Erwartungen geblieben. So verpasste der Slowene Jurij Tepes den Finaldurchgang als 31. ebenso wie der ehemalige Vierschanzentournee-Sieger Jakub Janda aus Tschechien (38.) und die beiden Norweger Anders Fannemel (39.) und Kenneth Gangnes (46.).

» Gesamtwertung: Aktueller Stand des Sommer-Grand-Prix 2017

Der Pole Dawid Kubacki, der auf die Wettbewerbe in Russland verzichtet, führt die Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix mit insgesamt 300 Punkten weiter an, hinter ihm folgen Junshiro Kobayashi (234) und Anze Lanisek (231).

» Event-Übersicht: Sommer-Grand-Prix (Herren) Tschaikowski 2017

Der zweite Wettbewerb in Tschaikowski folgt am Sonntag: Um 12 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, der Wettkampf beginnt um 13 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com).

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