Die FIS denkt über eine historische Kehrtwende nach und zieht in Erwägung, zukünftig deutlich mehr Weltmeisterschaften auszutragen. Was hinter der Idee steckt und welche Rolle die Vergabe der WM 2031 nach Oberstdorf spielt.
Die Weltmeisterschaften im nordischen Skisport könnten vor einer historischen Veränderung stehen. Wie nun bekannt wurde, beschäftigt sich der Internationale Skiverband (FIS) mit der Möglichkeit, den derzeitigen Zwei-Jahres-Rhythmus aufzugeben. Künftig könnte der Kampf um WM-Medaillen nahezu jedes Jahr stattfinden – lediglich in Olympia-Saisons würde auf eine Weltmeisterschaft verzichtet.
Noch handelt es sich allerdings nicht um einen beschlossenen Plan. Sandro Pertile, FIS-Renndirektor des Skisprung-Weltcups, bestätigte gegenüber ’skijumping.pl‘, dass das Thema innerhalb der FIS diskutiert wird. „Der FIS-Rat erwägt die Möglichkeit, die Weltmeisterschaften im nordischen Skisport jedes Jahr auszutragen, mit Ausnahme der Olympiajahre“, erklärte der Italiener. Zugleich stellte Pertile klar, dass sich die Überlegungen noch in einem frühen Stadium befinden.
Oberstdorf bekommt 2031 den Zuschlag
Auslöser für die aktuellen Spekulationen ist unter anderem die Vergabe der Weltmeisterschaften 2031. Um die Titelkämpfe hatten sich Oberstdorf und Planica beworben. Eine Entscheidung fiel zunächst nicht beim FIS-Kongress im Juni in Belgrad, sondern erst bei der Sitzung des FIS-Rates im Juli.
Den Zuschlag erhielt schließlich Oberstdorf. Die deutsche Bewerbung setzte sich damit gegen den slowenischen Konkurrenten durch und wird die Nordische Ski-WM 2031 ausrichten.
Planica hatte allerdings einen ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet: Die Slowenen wollten sich gleichzeitig um die Austragungen 2031 und 2033 bewerben. Nach diesem Modell wäre Oberstdorf 2031 zum Zug gekommen, während Planica zwei Jahre später Gastgeber geworden wäre.
Der FIS-Rat lehnte diesen Vorstoß jedoch ab, wie nun mit Veröffentlichung eines Sitzungsberichts des FIS-Rates bekannt wurde. Laut Bericht forderte die FIS aber Planica und weitere interessierte Veranstalter auf, eine Bewerbung für 2033 in Betracht zu ziehen – oder sogar für 2032, sollte es zu einer Änderung der WM-Regelungen kommen.
2032 könnte zum Schlüsseljahr werden
Genau hier setzt der neue Plan der FIS an. Sollte die Idee umgesetzt werden, könnte bereits 2032 erstmals nach dem neuen Modell um Weltmeistertitel gekämpft werden.
Das Konzept würde den bisherigen Kalender grundlegend verändern. Bislang finden die nordischen Weltmeisterschaften alle zwei Jahre statt. Zwischen den Olympischen Winterspielen und den Weltmeisterschaften wechseln sich die großen Titelkämpfe damit ab. In einem olympischen Winter würde es nach dem neuen Modell weiterhin keine zusätzliche WM geben.
Für die FIS hätte eine solche Lösung einen entscheidenden Vorteil: In jedem Winter ohne Olympische Spiele könnte ein großes eigenes Großereignis stattfinden. Einen ähnlichen Ansatz hatte der Weltverband bereits unter dem inzwischen abgewählten Präsidenten Johan Eliasch mit den sogenannten FIS-Games verfolgt.
FIS-Games vor dem Aus?
Die FIS-Games waren als eine Art gemeinsames Wintersport-Großereignis geplant und sollten die Lücke zwischen zwei Olympischen Winterspielen schließen. Die Premiere war ursprünglich für 2028 vorgesehen.
Das Projekt ist inzwischen allerdings weitgehend aus dem Blickfeld verschwunden. Da die FIS Games eng mit Eliasch verbunden waren, gilt es nach den jüngsten Entwicklungen innerhalb des Weltverbandes als zunehmend unwahrscheinlich, dass die Veranstaltung tatsächlich wie ursprünglich geplant umgesetzt wird.
Eine jährliche Weltmeisterschaft könnte dieses Konzept nun gewissermaßen ersetzen – allerdings mit etablierten Wettbewerben und Weltmeistertiteln statt einer komplett neuen Veranstaltung.
Zurück zu den Wurzeln
So neu die Idee auf den ersten Blick klingt, historisch wäre sie keineswegs. In den Anfangsjahren der nordischen Weltmeisterschaften wurde tatsächlich nahezu jedes Jahr um die Titel gekämpft: Von 1925 bis 1939 fanden die Weltmeisterschaften jährlich statt, lediglich in den Jahren mit Olympischen Winterspielen wurde auf einen separaten WM-Wettbewerb verzichtet.
Auch danach gab es zunächst einen deutlich größeren Abstand zwischen den Titelkämpfen. Zwischen 1950 und 1982 wurde die WM nur alle vier Jahre ausgetragen und jeweils in der Mitte des olympischen Zyklus angesetzt.
Erst 1983 beschloss der FIS-Kongress in Sydney eine erneute Änderung. Seit der WM in Seefeld 1985 werden die nordischen Titelkämpfe grundsätzlich alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren ausgetragen.
Entscheidung wohl erst 2028
Unabhängig von den aktuellen Gedankenspielen steht der WM-Kalender der kommenden Jahre zunächst fest: 2027 wird Falun Gastgeber der Nordischen Ski-WM sein, 2029 folgt Lahti. Für 2031 wurde Oberstdorf ausgewählt.
Sollte die FIS ihre Pläne tatsächlich weiterverfolgen, dürfte der nächste wichtige Schritt beim FIS-Kongress 2028 in Vilnius erfolgen. Dann könnten die Gastgeber für die Weltmeisterschaften 2032 und 2033 bestimmt werden.

Absolut unnötig. FIS geht gleichen Weg wie,IOC, FIFA und wie die alle heißen. Nur Geld im Sinne, dabei stoßen jetzt schon WM Ausrichter an finanziale Grenzen. Trondheim 2025 lässt grüßen. Planica 2023 war mit Ausnahme Männlicher Skisprung Wettbewerbe auch kein Zuschauer Magnet. Die Anzahl der Bewerber für die Nordischen WM jetzt schon überschaubar.
das wäre großartig, dann auch nordische Kombination Damen und Herren dabei um den super Sportlern ein jährliches Großereignis zu bieten und dem OK zu zeigen welche großartige Sportart das ist. Die Königsdisziplin im nordischen Skisport
Das ist keine Revolution und eine sportliche schon gar nicht, es geht der FIS nur ums Geld und sonst um nichts.
Zudem würden die WM-Titel entwertet, wenn es zukünftig Serienweltmeister oder Weltmeister wie „Sand am Meer“ geben sollte.
Daher sollte der bisherige Zweijahresrhythmus beibehalten werden, auch wenn es einige wenige Sportarten gibt, wie z.B.im Radsport wo traditionell jährliche Titelkämpfe stattfinden, was so aber schon immer der Fall war.
Stimmt, das Geld wird da der hauptsächliche Grund für diese Pläne sein. Lieber den Modus ändern – habe ich noch nie verstanden, dass das im selben Modus ausgetragen wird wie normale Weltcups. Wieso nicht 4 Sprünge wie bei der Skiflug-WM?
Das finde ich auch Super. So wird WM Titel was Wert. 4 Wertungsdurchgänge an zwei Tagen. Das gleiche auch bei Olympia. Schließlich fahren Bob Piloten, Rodler und Skeletonis auch vier Mal bei der Olympia