Entscheidung in Sapporo

Simon Ammann kämpft um Olympia-Ticket: Chancen auf achte Teilnahme?

Foto: imago / Sven Simon

Simon Ammann darf weiter hoffen: Nach starken Leistungen im Continentalcup kehrt der Routinier in den Weltcup zurück. In Sapporo kämpft er gegen die interne Konkurrenz um das Ticket für seine achten Olympischen Winterspiele.

Der Traum von den Olympischen Winterspielen lebt für Simon Ammann weiter. Nach überzeugenden Auftritten im zweitklassigen Continentalcup wird der 44-jährige Routinier für die Weltcup-Wettbewerbe am kommenden Wochenende im japanischen Sapporo nominiert, wie die Schweizer Tageszeitung ‚Blick‘ berichtet.

Für Ammann steht in Japan viel auf dem Spiel: Der Schweizer hat bisher an sieben Olympischen Winterspielen teilgenommen – von Salt Lake City 2002 bis Peking 2022. Sollte er den Sprung in das Aufgebot für Mailand-Cortina 2026 schaffen, wäre es seine achte Teilnahme. Damit würde er seinen Status als Schweizer Rekordhalter nicht nur festigen, sondern eine historische Bestmarke setzen, die hierzulande unerreicht ist.

Ammann schrammt zweimal am Podest vorbei

Während der zurückliegenden Vierschanzentournee musste Ammann seinen Startplatz nach dem Neujahrsspringen abgeben, weil er in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen ohne Punkte geblieben ist. Mit seiner Nominierung reagiert der Schweizer Verband auf den jüngsten Aufwärtstrend des viermaligen Olympiasiegers, der sich trotz widriger Umstände und Wetterchaos im B-Kader behaupten konnte.

Am vergangenen Wochenende hatte Ammann dann beim Continentalcup in Sapporo bereits seine Widerstandsfähigkeit bewiesen, Windunterbrechungen und starker Schneefall zwangen die Athleten zu stundenlangen Wartezeiten an der Schanze.

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Ammann ließ sich davon nicht beirren, belegte am Samstag Rang vier, am Sonntag folgte dann ein fünfter Platz – und das, obwohl er für diesen einen Wertungssprung neun Stunden an der Schanze ausharren musste. Diese Härteprüfung hat sich ausgezahlt: Gemeinsam mit dem Youngster Juri Kesseli steigt er nun wieder in das Weltcup-Team auf.

Die Ausgangslage für die Wettbewerbe in Asien könnte spannender kaum sein. Aus der Schweiz reisen Sandro Hauswirth, Felix Trunz und Killian Peier an, um das Team zu komplettieren. Während Hauswirth sein Ticket für die Spiele so gut wie sicher haben dürfte, ist das Rennen um den letzten freien Startplatz völlig offen: Trunz und Peier blieben zuletzt im Weltcup ohne Punkte, was die Tür für Ammann einen Spalt weit geöffnet hat.

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Für Ammann ist die Okurayama-Schanze ein Ort bester Erinnerungen, krönte er sich hier doch im Jahr 2007 zum Weltmeister. Nun muss er diese Leistung auf höchstem Niveau bestätigen, um seine jüngeren Konkurrenten im internen Duell hinter sich zu lassen und den Traum von der achten Olympia-Teilnahme am Leben zu erhalten. Die definitive Entscheidung für das olympische Team will der Schweizer Verband nach der Skiflug-WM am 26. Januar verkünden.

Deschwanden verzichtet auf Sapporo

Ein prominenter Name fehlt indes auf der Startliste für Sapporo: Gregor Deschwanden tritt die Reise nach Fernost nicht an. Der 34-Jährige, dessen Olympia-Teilnahme als gesichert gilt, zieht es vor, in Europa zu bleiben. Statt im Weltcup um Punkte zu kämpfen, absolviert er laut ‚Blick‘ nach zuletzt missglückten Landungen und verpassten Top-Platzierungen ein Trainingslager mit Nationaltrainer Bine Norcic in Slowenien.

Auch interessant: Die polnische Skisprung-Szene verliert für diesen Winter ein bekanntes Gesicht: Als Talent gehandelt, legt Tomasz Pilch seine sportliche Karriere auf Eis. Was hinter dem Rückzug des 25-Jährigen steckt, bleibt vorerst unklar.

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2 Kommentare

  1. Mensch nehmt ihn doch mit, und sei es aus Traditionsgründen, dass man ihn „setzt“. Auch wenn es vielleicht mehr „Deko“ ist, denn an die Erfolge alter Tage anknüpfen, wird ja wohl nicht wieder möglich sein. Andere Namen haben längst überholt, die Physis ist sicher nicht mehr die eines Jungspunds, seine Landungen zumeist nicht dem Maximum an Punkten würdig; die Jahre sind vergangen… Auch Stoch zeigt die Realität, was nur in Teilen oder aber auch nicht mehr geht, und er hat die Konsequenzen gezogen. Außer vor Jahren Okabe und jetzt Kasai ist eben irgendwann Schluss. Aber gönnt’s ihm noch ein letztes mal!

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