Skifliegen auf der Riesen-Schanze

Höhenangst überwunden? Philipp Raimund spricht über seine Planica-Premiere

Nachdem er in den vergangenen beiden Jahren noch auf eine Teilnahme in Planica verzichtete, ist Philipp Raimund diesmal beim Weltcup-Finale am Start. Wie er seine ersten Flüge dort erlebt hat, verrät er skispringen.com exklusiv.

Als Philipp Raimund am Donnerstagmittag durch die Mixed-Zone im Auslauf der mächtigen Skiflugschanze in Planica stapft, wirkt er entspannt – ganz, wie man ihn kennt. Und gar nicht so wie jemand, der gerade einen persönlichen Meilenstein hinter sich gebracht hat. Doch dem war zweifellos so, denn erstmals war er nicht als Zaungast bei einem Skifliegen in Planica, sondern als Teilnehmer.

Vor zwei Jahren hatte er die Saison mit Verweis auf seine aufgebrauchten Energiereserven vorzeitig beendet und im vergangenen Jahr aufgrund seiner Höhenangst, die er zuvor öffentlich gemacht hatte, seinen Start in Planica kurzfristig abgesagt. Nun, am 26. März 2026 war der Tag für Philipp Raimunds Planica-Premiere also gekommen.

Raimund über Planica-Premiere: „Gar nicht so wild“

„Gar nicht so wild“, war sein erster Eindruck – den Vorerfahrungen auf anderen Anlagen in dieser Saison sei Dank, wie der Olympiasieger gegenüber skispringen.com exklusiv erklärte: „Ich habe mir im Vorhinein schon gedacht: Ich habe jetzt drei verschiedene Skiflugschanzen schon gemacht und alle drei waren dieses Jahr echt super in Ordnung. Ich habe dort wirklich gelernt, wie man ins Fliegen kommt.“

Zumindest in dieser Hinsicht ist Planica aber (noch) ein anderes, eigenes, Kaliber, wie er ergänzte: „Das ist mir hier zwar noch nicht ganz gelungen, weil es wieder ein anderes Gefühl ist. Aber es ist auch nur Skifliegen, wenn auch auf einer anderen Schanze.“

Obendrein waren die Umstände auch nicht besonders einsteigerfreundlich, schließlich zogen sich das Training und die Qualifikation aufgrund der wechselhaften Wetterverhältnisse in die Länge. Dass letztere überhaupt durchgeführt werden konnte, wurde auch durch die Streichung des zweiten Trainingsdurchgangs ermöglicht, somit fehlen Raimund und Co. sogar ein Durchgang.

Planica und Vikersund: Nur auf dem Papier gleich

Hinzu kam noch: „Es war gar nicht viel Zeit zum Vorbereiten. Wir sind gestern angekommen, haben noch kurze Spielchen zum Auflockern gemacht und heute Morgen ging um 06:10 Uhr der Wecker zum Aufstehen.“

Auch die Erfahrungen von der Flugschanze in Vikersund aus der Vorwoche waren nur bedingt eine Starthilfe. Auf dem Papier sind sich beide Schanzen zwar ähnlich, vom Gefühl her aber „definitiv nicht“: „Das ist ein Riesenunterschied. Es ist auch allein mit der Höhenluft nochmal was anderes und hier hat man mehr Speed im Anlauf. Und es ist auch vom Fluggefühl ist es ein bisschen was anderes, weil man hier ein bisschen auf den Buckel zu fliegt. Danach zieht es einen weg, wenn man es gut macht.“

185 Meter im Training und 191 Meter in der Qualifikation und damit die Plätze 19 und 24 standen am Ende auf den Ergebnislisten. Drei weitere Tage, um genau das umzusetzen, hat der 25-Jährige noch. Wenngleich zumindest die Wetterprognose für den Freitag noch größere Turbulenzen verspricht als es sie an diesem Donnerstag bereits gab.

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Über Luis Holuch 644 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

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