Leyhe schrammt am Podium vorbei

Johann Andre Forfang feiert Überraschungssieg in Nischni Tagil

Johann Andre Forfang überrascht in Nischni Tagil mit seinem ersten Saisonsieg. Der Norweger lässt Piotr Zyla und den zur Halbzeit noch führenden Ryoyu Kobayashi durch. Aus der deutschen Mannschaft glänzt nur Stephan Leyhe.

Mit Sprüngen auf 135,5 und 129 Meter sicherte sich Johann Andre Forfang am Samstagabend überaschend den dritten Weltcupsieg seiner Karriere. Der 23-jährige Norweger erzielte im russischen Nischni Tagil insgesamt 264,4 Punkte und setzte sich in einem hochspannenden Finale gegen den Polen Piotr Zyla (133 und 131 m; 264,2 P.) durch. Der Gesamtweltcup-Führende Ryoyu Kobayashi aus Japan wurde mit 134 und 130 Meter (262 P.) den dritten Platz.

Nach dem ersten Durchgang deutete alles noch auf den dritten Sieg in Folge für Kobayashi hin. Der 22-Jährige führte das Feld zur Halbzeit noch vor Qualifikationssieger Zyla und dem späteren Sieger Forfang an. Doch im Finaldurchgang zeigte der Japaner Nerven, kam trotz guter Windbedingungen bei insgesamt wechselhaften und schwierigen Verhältnissen nicht über 130 Meter hinaus und fiel damit zurück.

Leyhe stark, Eisenbichler und Freitag scheiden aus

Die deutschen Skispringer sind mit Schwierigkeiten in den Wettbewerb gestartet. Windpech und technisch unsaubere Sprünge haben schon nach dem ersten Durchgang für einen deutlichen Rückstand auf die Spitzenspringer eingebracht.

» Stimmen zum ersten Einzelspringen in Nischni Tagil

Im Finale war es dann Stephan Leyhe, der mit dem zweitweitesten Sprung des Tages eine beeindruckende Aufholjagd hinlegte und sich von Platz elf noch auf den vierten Rang katapultierte. „Über den vierten Platz freue ich mich riesig. Nach dem Sprung habe ich noch gar nicht realisiert, dass es noch so weit nach vorne geht“, so Leyhe.

In die Top Ten schaffte es neben dem Willinger auch der Oberstdorfer Karl Geiger (10.). Olympiasieger Andreas Wellinger und Severin Freund kamen nicht über die Plätze 13 bzw. 22 hinaus, sehen sich nach einem schwierigen Start am Vortag aber auf dem richtigen Weg.

Markus Eisenbichler zeigte am heutigen Tag nur einen guten Sprung – unglücklicherweise im Probedurchgang. Mit Platz 32 ist der 27-jährige Siegsdorfer ebenso wie Richard Freitag (40.) und David Siegel (43.) schon nach dem ersten Durchgang ausgeschieden. „Auch wenn man schon viele Jahre auf dem Trainerturm steht, man lernt nie aus. Wie sich gerade Richard Freitag und Markus Eisenbichler das Leben schwer machen, ist erstaunlich für mich. Speziell Markus hat aktuell keine schlechte Form, aber irgendwie spielt der Kopf nicht mit“, urteilte Bundestrainer Werner Schuster im ‚ZDF‘.

Stefan Kraft und Norweger im Aufwärtstrend

In der österreichischen Mannschaft lag es an Stefan Kraft, um die vorderen Plätze mitzukämpfen. Der Salzburger feierte mit 132 und 131,5 Metern als Fünfter sein bestes Saisonergebnis.

» Liveblog-Nachlese: So lief der erste Wettkampf in Nischni Tagil

Einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichnete die norwegische Mannschaft nach einem schwierigen Saisonstart nicht nur mit Forfang. Aus dem Team von Cheftrainer Alexander Stöckl schafften es auch Robert Johansson (6.) und Halvor Egner Granerud (9.) unter die Top Ten.

Gesamtweltcup-Sieger Kamil Stoch musste sich mit 123,5 und 129 Metern sowie dem siebten Platz vor dem starken Slowenen Timi Zajc (8.) zufrieden geben.

Lokalmatador Evgeniy Klimov, der zum Saison-Auftakt in Wisla für den ersten russischen Weltcupsieg der Geschichte gesorgt hat, belegte vor heimischer Kulisse mit 123,5 und 130 Metern den elften Platz.

Prominente Athleten scheiden aus

Neben Eisenbichler und Freitag sind mit Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer (34.), Oldie Noriaki Kasai (35.), dem Polen Maciej Kot (36.) und den beiden Norwegern Anders Fannemel (33.) und Daniel-André Tande (46.) gleich mehrere namhafte Springer vorzeitig ausgeschieden und ohne Weltcuppunkte geblieben.

» Alle Termine im Überblick: Weltcup-Kalender 2018/2019 (Herren)

Am Sonntag folgt in Nischni Tagil das zweite Einzelspringen. Um 14:30 Uhr startet zunächst die Qualifikation, um 16 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) der erste Wertungsdurchgang.

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Über Marco Ries 516 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

14 Kommentare

  1. Ich könnte verzweifeln. Was ist nur mit Richy los ?
    Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr begann er die Form seines Lebens zu bekommen-und jetzt ???
    Severin Freund macht schon mal einen guten Job nach einer so langen Pause.
    Stephan Leyhe wird uns noch viel Freude bereiten in dieser Saison !

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