Mit zwei Hausrekorden fliegt Eirin Maria Kvandal zum Sieg beim Skifliegen in Vikersund. Während es aus dem deutschen Team nur Agnes Reisch ins Finale schafft, avanciert Frida Westman zur zweiten Hauptakteurin.
Die Veranstalter in Vikersund erhofften sich ein Skiflug-Fest – und die Athletinnen lieferten: Allen voran Eirin Maria Kvandal, die mit 218 und 223 Metern zwei Hausrekorde flog und mit 425,9 Punkten das Einzelfliegen am Samstagvormittag gewann. Zur zweiten Hauptakteurin avancierte die Schwedin Frida Westman, die in beiden Durchgängen mit 225 Metern neuen schwedischen Landesrekord flog und auf 420,5 Punkte kam. Dritte wurde Nika Prevc, die nach 224 Metern als Führende ins Finale ging, dort aber nach Dysbalancen im Flug bei 204 Metern landen musste und mit 411,3 Punkten das Nachsehen hatte.
„Es war ein großartiger Tag! Der Adrenalinrausch hält immer noch an, es macht einfach so viel Spaß. Auch so viele Frauen so weit fliegen zu sehen, einfach fantastisch. Ich bin unfassbar glücklich“, sagte die Norwegerin nach ihrem neunten Weltcupsieg. Dieser ist bereits ihr zweiter an Ort und Stelle, womit Kvandal nun auch Rekordsiegerin in Vikersund ist. Für Westman, die erst am Donnerstag ihre ersten Skiflüge überhaupt absolvierte und eine bemerkenswerte Stabilität bewies, ist es nach einem dritten Platz in Wisla am 6. November 2022 das zweite Weltcuppodium.
Anna Odine Stroem kratzt am Weltrekord
Wesentlich glücklicher als es Prevc über ihren dritten Platz war, war es Teamkollegin Nika Vodan über ihren vierten. Auf dem Weg dorthin segelte sie im ersten Durchgang auf 222,5 Meter, was ihre neue persönliche Bestweite ist.
Hausrekorde hagelte es auch im Rest des norwegischen Teams, das die Top Ten dominierte. Allen voran Anna Odine Stroem sorgte für Aufsehen, indem sie im Finale mit 235,5 Metern die Top-Weite des bisherigen Events flog – und damit nur einen halben Meter unter dem Frauen-Weltrekord blieb. Durch diesen Satz kämpfte sie sich noch von Platz zehn auf fünf nach vorne. Damit überholte sie auch Silje Opseth, die Sechste wurde. Gyda Westvold Hansen und Ingvild Synnoeve Midtskogen flogen mit 214,5 respektive 220 Metern im ersten Flug zu neuen Hausrekorden und wurden Siebte und Achte.
Jenny Rautionaho mit Landesrekorden
Für gleich drei Landesrekorde sorgte unterdessen die Finnin Jenny Rautionaho. Nachdem sie im Probedurchgang mit 203,5 Metern erstmals die 200-Meter-Schallmauer durchbrach, konnte sie im Wettkampf mit 208 und 218,5 Metern zwei Mal nachlegen und erzielte als Neunte ihr bestes Saisonergebnis. Die Top Ten komplettierte mit Yuki Ito die beste Japanerin, auch sie flog im Finale mit 207,5 Metern so weit wie noch nie in ihrer Karriere.
Selbiges galt auch für die Elftplatzierte Heidi Dyhre Traaserud, die ihren Flugtag mit 205,5 Metern beendete. Die Kanadierin Abigail Strate hatte ihre persönliche Bestweite im ersten Durchgang auf 210,5 Meter gesteigert, fiel im Finale nach 199 Metern aber noch aus den Top Ten. Selbiges widerfuhr Sara Takanashi nach ihrem Hausrekord von 207,5 Metern, im Finale reichte es dann aber nur noch zu 186,5 Metern und Rang 13. Auch Teamkollegin Nozomi Maruyama konnte nicht an ihre 205 Meter aus dem ersten Flug anknüpfen und fiel mit 181,5 Metern auf Position 15 zurück.
Agnes Reisch einzige Deutsche im Finale
Aufgrund des scharfen Wettkampfmodus, dass lediglich die besten 15 des ersten Durchgangs auch im zweiten starten dürfen, mussten gleich drei Deutsche nach nur einem Flug zuschauen. Selina Freitag, Juliane Seyfarth und Katharina Schmid belegten mit ihre Versuchen auf 194, 191,5 und 186 Metern die Plätze 17, 19 und 20.
Einzige DSV-Springerin im Finale war somit Agnes Reisch, die im Probedurchgang mit 213,5 Metern einen neuen Landesrekord geflogen war und sich mit 201,5 Metern das 15. und damit letzte der begehrten Final-Tickets gesichert hatte.
Deutlich überraschender war derweil das Erstrundenaus der neuen japanischen Landesrekordhalterin Ringo Miyajima, die in der Probe noch sagenhafte 228,5 Meter, im Wettkampf dann aber nur noch 195 Meter geflogen war. Sie landete als 18. auch noch hinter der Italienerin Annika Sieff, die im Wettkampf ihren vorherigen Landesrekord mit 196,5 Metern um einen halben Meter verpasste und 16. wurde.
» Weltcup-Kalender 2025/2026 (Frauen): Alle Termine im Überblick
Am morgigen Sonntag steht in Vikersund für die Skispringerinnen das zweite Einzel-Fliegen an. Die Qualifikation beginnt um 8:30 Uhr, der erste Durchgang folgt um 9:30 Uhr (alles live bei skispringen.com).
Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

Danke an die FIS … infolge dessen, dass ihr den Frauenwettbewerb in die Zeiten reingedrängt habt, in denen früher die Männer gesprungen sind, wird der Männerwettbewerb höchstwahrscheinlich bei turbulenten Windbedingungen und leider unter Flutlicht stattfinden. Es ist nicht das erste Mal, dass das forcierte Bewerben des Frauenskispringens das traditionelle Skispringen der Männer zerstört.
Kann es sein, dass Sie meinen Kommentar ein ganz klein wenig missverstanden haben? Ich finde es beachtenswert, was für ein Niveau wir bei den Skifliegen der Frauen im Vergleich zur Einführung haben. Die Zukunft dieser Sportart wird eine sein, in der die Wettbewerbsserien der Männer und Frauen gleichwertig gestaltet werden, gerne mit mehr Mixed-Wettbewerben, Normalschanzen und Skifliegen für alle (und hoffentlich ohne sexistische Spinner)
Schön irgendwie traurig das einige die heute so gut waren, nicht die Chance haben werden, in Planica dabei zu sein 🙁
Ist schon kompletter Blödsinn, gerade bei den Frauen, wo das Skifliegen erst 2023 eingeführt wurde, kann man da doch nicht den Gesamtweltcup zu Grunde legen – im Prinzip eine ganz andere Disziplin
ich kann es nur unterschreiben