Strafe für Timi Zajc noch offen

Nach Bertoncelj-Rücktritt: Robert Hrgota bleibt slowenischer Cheftrainer

Foto: imago / GEPA

Der slowenische Verband hat sich darauf verständigt, Robert Hrgota bis zum Saisonende im Amt des Nationaltrainers zu belassen. Die Strafe für Timi Zajc nach dessen Kritik am bisherigen Coach ist noch offen.

Wie der slowenische Verband am Dienstag bestätigt hat, wird der ehemalige Skispringer Robert Hrgota die slowenischen Skispringer mindestens bis zum Saisonende betreuen. Der 32-Jährige hat nach dem überraschenden Rücktritt von Gorazd Bertoncelj während der Skiflug-WM die Mannschaft am Wochenende in Planica betreut, zuvor war er als Co-Trainer tätig.

„Wir denken, dass er am Samstag und Sonntag einen sehr guten Job gemacht hat. Er wird vom Team gut aufgenommen“, erklärte Ljubo Jasnic, der beim Verband das Skispringen und die Nordische Kombination verantwortet, gegenüber slowenischen Medien. Demnach soll Jani Grilc dem neuen Nationaltrainer als Assistent zur Seite stehen.

Disziplinarkommission beschäftigt sich mit Timi Zajc

Noch offen bleibt hingegen, wie der Verband mit Timi Zajc umgehen wird. Der 20-jährige Skispringer hat nach dem ersten Wettkampftag der Einzel-Entscheidung bei der Skiflug-WM scharfe Kritik an Bertoncelj geübt und dessen Rücktritt gefordert. Für den Rest der Skiflug-WM wurde er daraufhin suspendiert.

Doch bei dieser Strafe soll es nicht bleiben: Eine Disziplinarkommission soll sich nun mit Zajc‘ Verhalten beschäftigen und eine Entscheidung fällen. Von einer Geldstrafe bis hin zum dauerhaften Ausschluss aus der slowenischen Nationalmannschaft scheint laut Medienberichten alles möglich. Die endgültige Entscheidung wird für Donnerstag erwartet.

Klar ist schon jetzt, dass Timi Zajc auch beim anstehenden Weltcup-Wochenende in Engelberg nicht dabei sein wird. Der Verband hat stattdessen Anze Lanisek, Bor Pavlovcic, Peter Prevc, Domen Prevc, Tilen Bartol, Rok Justin und Cene Prevc nominiert.

Auch interessant: Im Anschluss an die Skiflug-WM gibt Bundestrainer Stefan Horngacher seine Mannschaft für die Tournee-Generalprobe in Engelberg bekannt. Dort kommt nach langer Verletzungspause zum Comeback eines Schwarzwälders!

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Über Marco Ries 691 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

6 Kommentare

  1. „…bis hin zum dauerhaften Ausschluss aus der slowenischen Nationalmannschaft scheint laut Medienberichten alles möglich.“
    Soll das slowenische Skispringen noch tiefer sinken, als es je schon ist? Timi Zajc ist mit seinen 20 Jahren einer der beste slowenische Springer zur Zeit und wird von Funktionären, die keine Kritik vertragen, ausgebootet? Soll die Karriere eines Skispringers schon zu Ende sein, bevor sie richtig begonnen hat?? Unbegreiflich

  2. Der Skispringer ist wichtig und die Nummer eins, Der Verband ist nicht der Springer ohne Skispringer braucht man so einen Verband nicht. Die Kritik soll deutlich genug sein. Und mit den Slowenen gehts schon fast 2 Jahre bergab. Wer jetzt dem Skispringer die Schuld gibt dass der Trainer schlecht ist sollte freiwillig aus dem Verband.

  3. Übertrieben! Klar, das mit der öffentlichen, deutlichen Kritik, war unnötig. Das hätte man auch intern klären können. Der slowenische Verband, würde es gut tun, ihn einfach Springen zu lassen. Dann wäre die Geschichte aus den Medien und man könnte intern erörtern, was man im Vorfeld der Saison falsch gemacht hat.

    • genau das funktionierte eben nicht! Intern wurschtelt man halbherzig so dahin, nur um nix ändern zu müssen, was man aus dutzenden anderen Verbänden ja schon kennt. Es gibt Punkte da kommt man um konsequente Aktionen nicht mehr herum! Zajc hat ne Ansage gemacht, die er sich wohl sehr gut überlegt hat, weil er sicherlich um die Risiken wusste. Festgefahrenen Strukturen, überalterte starre Hierarchien die nix mehr fürchten als Veränderung.

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