Österreich feiert bei der olympischen Super-Team-Premiere einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg nach zwei anstatt von drei Durchgängen – der Wettkampf wird wegen Schneefall abgebrochen. Das DSV-Duo verpasst die erhoffte Medaille um nur 0,3 Punkte.
Mit einem Start-Ziel-Sieg sorgten Jan Hörl und Stephan Embacher für einen aus österreichischer Sicht versöhnlichen Abschluss der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina d’Ampezzo. Das Duo erzielte am späten Montagabend in Predazzo insgesamt 568,7 Punkte und setzte sich bei der Premiere des Super-Team-Formats damit gegen Polen mit Pawel Wasek und Kacper Tomasiak (547,3 P.) durch. Die Bronzemedaille ging an Norwegen (Johann Andre Forfang, Kristoffer Eriksen Sundal; 538 P.).
Für das Team von Cheftrainer Andreas Widhölzl war es ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg, der angesichts des bisherigen Verlaufs der Titelkämpfe in Italien so nicht zu erwarten war: Bei den drei bisherigen Olympia-Entscheidungen mit Beteiligung der Männer ist die Mannschaft überraschenderweise ohne Medaillen geblieben, doch Jan Hörl eröffnete den Wettkampf, der das klassische Teamspringen mit vier Athleten im olympischen Programm ersetzt hat, gleich mit dem ersten Sprung auf starke 137,5 Meter.
Nur zwei Durchgänge: Abbruch wegen starkem Schneefall
Mit der Führung in den zweiten der drei Durchgänge gestartet, legte Stephan Embacher dort bärenstarke 139 Meter nach und bescherte Österreich vor dem Finaldurchgang schon die klare Führung vor Polen und Norwegen. Vor allem im Kampf um Silber und Bronze zeichnete sich dann aber ein spannender Kampf ab, der bei plötzlich einsetzendem, dichtem Schneefall nach einer längerer Zeit schließlich abgebrochen werden musste.
Auch das deutsche Duo mit Andreas Wellinger und Normalschanzen-Olympiasieger blieb bis zu diesem Zeitpunkt voll im Rennen um die zweite Medaille bei den Winterspielen, die Bundestrainer Stefan Horngacher im Vorfeld als Zielsetzung ausgegeben hatte. Nach zwei Durchgängen lag das Duo vor allem dank starker Sprünge von Raimund auf 137 und 137,5 Meter auf dem vierten Platz nur drei Zehntel hinter Norwegen.
DSV-Duo verärgert: „Dritter Sprung war medaillenwürdig“
Kein Wunder also, dass der Abbruch bei den deutschen Skispringern für Verärgerung gesorgt hat – denn direkt davor ist Raimund auf starke 136 Meter gesprungen, das deutsche Duo damit sogar an Polen vorbeigezogen, ehe die Jury sich drei Springer vor Schluss zum Abbruch entschieden hat.
„Ich bin sehr unglücklich darüber, wie es jetzt gelaufen ist“, gab sich Raimund zerknirscht: „Ich glaube, mein dritter Sprung war definitiv medaillenwürdig. Ich glaube, ich habe heute insgesamt in allen drei Sprüngen gezeigt, dass ich die Schanze mit dem richtigen Ski doch knacken kann.“
Japanische Favoriten stürzen ab
Noch bitterer verlief der Wettkampf aber für die japanische Mannschaft: Das Duo mit Ren Nikaido und Ryoyu Kobayashi ist eigentlich als Top-Favorit angetreten, hat aber gar nicht in den Wettkampf gefunden – speziell Kobayashi ist mit 129 Metern in seinem ersten Versuch deutlich hinter den Erwartungen geblieben.
Doch auch der zweifache Bronzemedaillen-Gewinner Nikaido konnte wenig ausrichten, so dass das Duo am Ende hinter den ebenfalls enttäuschten Slowenen mit Anze Lanisek und Domen Prevc) nur den sechsten Platz belegt hat. Dahinter landeten die Teams aus der Schweiz und den USA.
Insgesamt am Start waren immerhin 17 Mannschaften: Die Gastgeber aus Italien (10.) sind ebenso wie Finnland (9.), Kasachstan (11.) und Frankreich (12.) ausgeschieden. Für Estland, Ukraine, Türkei, China und Rumänien war schon nach dem ersten Durchgang Schluss.
Für die Skispringer sind die Olympischen Winterspiele nach dem Super-Team beendet – weiter geht’s für die Athleten nach einem wettkampffreien Wochenende erst Ende Februar mit dem Skifliegen am Kulm in Bad Mitterndorf, wo die nächsten beiden Wettbewerbe als Teil des Weltcups auf dem Programm stehen.
Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

Diese Format ist nicht Olympia würdig. Was soll dieser Superteam Wettbewerb? IOC hat riesen Fehler gemacht, den klassischen Teamwettbewerb abzuschaffen. Genau so bei der Nordischen Kombination. Die Athleten und die Fans sind in diese Entscheidung zu Gunsten des sogenannten Super Team nicht einzubeziehen, ist eine Frechheit. Aber das passt zu IOC Mafia. Über Amateurhate Durchführung des Superteam bei Olympia schweige ich lieber. Und da gab es hier Leute, die Skiflug WM in Oberstdorf kritisiert haben. Team Wettbewerb bei der Skiflug WM in Oberstdorf gut über die Bühne gegangen, obwohl ganzen Tag geschneit hat
Man wollte wohl einfach die Medaille der armen Opfer Forfang und Sundal nicht gefährden
Hmm, ich sag es jetzt mal so,auch wenn die Deutschen Fans dass nicht gerne hören wollen: ich erinnere mich,dass bei Olympia 2018 auf der Normalschanze,die Bedingungen für die letzten Springer auch nicht ganz so toll waren und man auch nicht gewartet hat,ausser bei dem armen Simi weit vorher.Da war Wellinger ein Profiteur,weil er ein bisschen früher dran war und die Polen hatten einfach Pech. Gestern war es ein bisschen mal andersherum, vondaher sehe ich es für die Polen als ausgleichende Gerechtigkeit, die haben sich damals auch ziemlich geärgert und die Deutschen Fans haben gelacht.
Die Leistung von Wasek und Tomasiak war auch top, muss man sportlich und fair zugeben,somit die Medaille verdient.Und die Österreicher waren klar die Besten, auch dass muss man anerkennen und nicht immer gleich die Betrugskeule rausholen,wenn Deutschland nicht gewinnt.Tomasiak hätte Raimund unter gleichen Bedingungen in Schach gehalten, bei Sundal und Kobayashi keine Ahnung,hätte in beide Richtungen gehen können…
So,Shitstorm in 3.2.1…
„Shitstorm“ hin oder her- Sie haben völlig recht.
Puhh. Leider wieder ein Wettkampf, der die Sportart etwas Amateurhaft dastehen lässt. Allein wann und wie der Abrruch an die Millionen Zuschauer zur Prime Time kommuniziert wurde. Hauptsache Sandro träumt von der Eroberung des Weltmarktes.
Die Frage ist ja ob sich die Wettkampleitung vom Wetter der letzten 1,5 Wochen hat einlullen lassen. Es war doch in den Wetterapps ersichtlich, dass eine Front auf Predazzo zusteuert. Dann kürzt man mal die Pausen zwischen den Durchgängen und lässt die Zeitlupen ausfallen. Das klappt doch im Weltcup auch.
Sinnbild war ja die Einblendung der Wettersituation vor dem 3 Durchgang. „Meist sonnig“ umd 20:32 Uhr. 🙂
Schade und Traurig!
& Danke nochmal für den Olympia Blog hier. Das war sehr interessant.
Leider ein unwüdiges Ende dieser Spiele. An Österreichs Goldmedaille hätte es wohl nichts mehr geändert, aber dass ausgerechnet Norwegen mal wieder profitiert hat, hinterlässt doch einen sehr faden Beigeschmack. Was das Format allgemein betrifft, finde ich es tatsächlich schön, dass letztendlich 17 Nationen an den Start gehen könnten, andererseits sind 2 Personen pro Land für mich kein richtiges Teamspringen. Vielleicht kann man es ja mit 3 Springer pro Land versuchen, das würden die meisten wahrscheinlich noch schaffen
Die Österreicher wieder vorne. Wie haben sie es angestellt? War der Schuh nur ein Ablenkungsmanöver?
(Sorry, die Stimmung ist einfach zu ansteckend gerade… :))
Auch wenn es aus deutscher Sicht natürlich schade ist, war der Abbruch wohl die bessere Entscheidung. Ich erinnere mich allerdings daran, dass 2019 in Seefeld bei der WM auf der Normalschanze ein ähnlicher Wettbewerb mit Schneefall und immer langsamerer Anlaufspur zum Nachteil der Deutschen und der Japaner durchgezogen wurde, heute dann ein Abbruch bei vergleichbarer Situation? Etwas enttäuschend.
Übrigens sind im Internet Berichte zu finden, in denen der erste Sprung der dritten Runde noch gewertet wurde… von wem ging wohl dieses Missverständnis aus? Sehr unübersichtlich für den Zuschauer und mal wieder negativ für das Skisprung-Image bei Olympischen Spielen, schade!
Organisatorisch desaströs! Die Jury hätte sich nicht ewig bis zu einer Entscheidung feiern lassen sollen. Wieder mal wusste keiner, woran er ist. Und was soll das Gejaule von Hüttel? Hätte er auch so gejault, wenn es nicht sein Land betroffen hätte? Sportlich blieb nur diese Lösung, auch wenn das in den Ergebnislisten nicht für alle von Vorteil war. Wie plötzlich und dicht der Schnee kam, war echt ein Krimi, aber nicht zu ändern. Als es gar querschneite, war jede chance auf Fortsetzung dahin.
Leute wie Embacher in einer „Schneewehe“ einfach sitzen zu lassen, war zudem auch bissel verantwortungsarm.
„Sportlich blieb nur diese Lösung“
Nö, man hätte nur 15 Minuten länger warten müssen, dann hätte es sich wieder beruhigt. Durch das vorzeitige runterlassen von Tomasiak hat man den Wettbewerb kaputt gemacht.
Oder noch besser: Man schaut vorher mal auf die Wetterradare, anstatt zwanghaft zwei längere Pausen einzulegen. Mit 5 Minuten weniger davon hätte man pünktlich alle runtergebracht.
Ach Mann ist das bitter, klar die Bedingen waren nicht ganz regulär, Raimund heute wieder Weltklasse, war wohl doch Material am Samstag, sein letzter Sprung war unfassbar. Das es ausgerechnet wieder zu Norwegen ärgert mich einfach noch mehr, da ich es ihnen nach Trondheim und im Anschluss Null Reue oder Entschuldigung einfach nicht gönne. Wellinger auf seinem Niveau gesprungen, aber auch nicht mehr. DSV leider sehr schwach, außer Raimund. Aber Glückwunsch an Philipp Raimund zu grandiosen Olympischen Spielen, ohne Ihn sähe es düster aus. Zudem ist er ein sehr sympathischer und bodenständiger Mensch.
Glückwunsch an die drei Medaillengewinner.