DSV-Adler beim Saisonabschluss chancenlos

Skifliegen: Marius Lindvik fliegt beim Weltcup-Finale in Planica zum Sieg

Marius Lindvik sichert sich in Planica den Sieg beim Weltcup-Finale. Der Skiflug-Weltmeister lässt einen Japaner und die starken Slowenen hinter sich. Die deutschen Skispringer sind beim Abschied von Severin Freund im Kampf um die Podiumsplätze chancenlos.

Mit Flügen auf 241,5 und 245,5 Meter sicherte sich Marius Lindvik den Sieg beim letzten Wettbewerb der Weltcup-Saison. Der Skiflug-Weltmeister aus Norwegen erzielte am Sonntagmorgen beim Finale im slowenischen Planica insgesamt 455,1 Punkte und setzte sich damit gegen Yukiya Sato aus Japan durch, der auf 236,5 und 242,5 Meter (446,8 P.) kam. Den dritten Platz belegte der Slowene Peter Prevc mit 235,5 und 240 Metern (438,6 P.).

Den Grundstein zum achten Weltcupsieg seiner Karriere legte Lindvik schon im ersten Durchgang, als er das Feld vor Ziga Jelar und Piotr Zyla angeführt hat. Bei der Weitenjagd im Finaldurchgang erzielte der 23-Jährige mit 245,5 Metern dann den zweitweitesten Sprung des Tages. Noch weiter nach unten gesegelt ist nur Cene Prevc, der vor 25.000 begeisterten Zuschauern im „Tal der Schanzen“ im zweiten Durchgang auf 246 Meter kam.

Ryoyu Kobayashi belegte mit Weiten von 235,5 und 230,5 Metern den achten Platz und sicherte sich damit den Gesamtweltcup. Für den Japaner, der in dieser Saison auch die Vierschanzentournee gewonnen hat, ist es nach 2018/2019 bereits die zweite Kristallkugel. Die kleinere Kristallkugel, die für die separate Skiflug-Gesamtwertung verliehen wird, sicherte sich Jelar.

Geiger bester DSV-Skispringer bei Freund-Abschied

Der deutschen Mannschaft ist es auch beim letzten Wettkampf der Saison nicht gelungen, im Kampf um die Podiumsplätze mitzumischen. Im Vorfeld hätte Karl Geiger zumindest theoretisch noch die Möglichkeit gehabt, Kobayashi den Gesamtweltcup streitig zu machen, musste sich mit 225 und 242 Metern aber mit dem 16. Platz zufrieden geben.

Für die deutsche Mannschaft stand das Weltcup-Finale im Zeichen des Abschieds von Severin Freund. Am Vortag hat der Niederbayer seinen Mannschaftskollegen beim gemeinsamen Abendessen seine Entscheidung, die Karriere zu beenden, mitgeteilt und verabschiedete sich schlussendlich mit einem starken Flug auf 215 Meter, der ihm den 28. Platz eingebracht hat. Noch vor ihm landeten Andreas Wellinger (18.), Constantin Schmid (23.), Markus Eisenbichler (24.) und Stephan Leyhe (27.).

„Leider ist es uns zum Schluss nicht mehr so gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben. Doch die Jungs haben gekämpft und es speziell im zweiten Durchgang halbwegs hinbekommen. Im Skifliegen sind aber doch ein Stück weit weg“, analysierte Bundestrainer Stefan Horngacher in der ‚ARD‘ und bilanzierte eine „gute Saison“.

Hayböck bester Österreicher

Piotr Zyla, nach dem ersten Durchgang noch aussichtsreich an dritter Stelle gelegen, fiel im Finale mit schwächeren 221,5 Metern noch auf den zwölften Platz zurück. Bester Pole wurde beim letzten Einsatz von Cheftrainer Michal Dolezal damit Dawid Kubacki, der hinter Kobayashi den neunten Platz belegt hat.

Mehr ausgerechnet haben sich zum Abschluss der Saison auch die Österreicher, die nur mit Michael Hayböck als Zehnter in den Top Ten vertreten waren. Sein Landsmann Stefan Kraft belegte direkt dahinter mit 232 und 228 Metern den elften Platz.

Erstmals seit acht Jahren: Nationencup an Österreich

Grund zu jubeln hatten die Österreicher am Ende dennoch: Mit am Ende hauchdünnen 47 Punkten Vorsprung vor Slowenien sicherte sich die Alpenrepublik erstmals seit acht Jahren den bei den Mannschaften so begehrten Nationencup, in den alle Einzel- und Team-Wettbewerbe der Saison einfließen. Deutschland belegt in dieser Wertung den dritten Platz.

„Die Athleten und das ganze Team haben heuer einen tollen Job gemacht. Olympia-Gold und Silber, WM-Bronze, Raw-Air-Sieg und jetzt der Nationencup. Wir hatten eine kompakte, starke Mannschaft und haben uns als Team weiterentwickelt. Natürlich haben wir noch Potenzial, das wir im nächsten Jahr ausschöpfen möchten“, analysierte Österreichs Cheftrainer Andreas Widhölzl.

» Weltcup-Kalender 2021/2022: Alle Termine im Überblick

Die Skispringer verabschieden sich nach einer langen Saison in die Wettkampfpause. Die Vorbereitung auf den kommenden WM-Winter starten die meisten Mannschaften bereits im April, bevor dann ab Juli die Wettkämpfe im Rahmen des Sommer-Grand-Prix auf dem Plan stehen.

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Über Marco Ries 773 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

2 Kommentare

  1. Absoluter Topsport!!! Wahnsinn! Und ein kleiner Mann wurde fast zum Allergrössten und flog bis auf Sieger Lindvik allen davon! Glückwunsch an ALLE Athleten und eine gute Erholung!!!

  2. Es ist traurig, dass Freund,s Abschied unterging.er hätte mindestens einige Minuten Sonderbericht verdient. Ich bin noch immer der Meinung, dass das Material die üblen Verletzungen verursacht hat, wovon sich bis heute die Betroffenen nicht gänzlich erholt haben und Freund eine noch erfolgreichere Kariere gekostet hat. Die Mannschaft ist in dieser Saison sehr geschwächt gewesen. Sie starten immer sehr stark, halten aber nicht durch. Das muß Gründe haben, Training!?

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