Wind wirbelt Ergebnis durcheinander

Nika Kriznar in Frenstat in einer eigenen Liga

Foto: tramplin.perm.ru

Souverän, unantastbar, in einer eigenen Liga: Nika Kriznar ist beim ersten und einzigen Sommer-Grand-Prix der Skispringerinnen ganz klar die Beste. Die Slowenin geht mit ihrem Sieg in die Geschichte ein.

Nach ihrem starken Auftritt am gestrigen Trainingsauftakt bewies Nika Kriznar auch im Wettkampf, dass an ihr kein Vorbeikommen ist. Mit 97,5 und 97 Metern und 221,9 Punkten war die Slowenin ihren Konkurrentinnen weit voraus. Platz zwei belegte Marita Kramer, die sich nach 95 Metern im ersten Durchgang durch 93 Meter im zweiten noch auf Rang zwei vorschob. Mit 191,2 Punkten lag die Österreicherin bei ihrem ersten Podest im Sommer-Grand-Prix, was zugleich auch ihr erstes Punkteresultat war, jedoch bereits 30,7 Zähler hinter der Siegerin. Rang drei ging an Kriznars Teamkollegin Ema Klinec (90,5 und 89,5 Meter; 189,4 Punkte), die nach dem ersten Durchgang noch Sechste war.

Ohnehin gab es im Finaldurchgang reichlich Bewegung im Ergebnis; auch, weil der Aufwind zunächst auffrischte und dann nachließ. Profiteure dessen waren Julia Clair und Josephine Pagnier aus Frankreich, die die Plätze vier und fünf einfuhren. Für beide war es das beste Resultat im Sommer-Grand-Prix, ebenso wie für die sechstplatzierte Kinga Rajda. Die Polin fiel von Platz vier auf sechs zurück. Auch Spela Rogelj aus Slowenien büßte im Finale zwei Plätze ein und wurde Siebte.

Brecl vergibt Podest – Gute Ergebnisse für Tschechinnen

Mit Jerneja Brecl und Katra Komar landeten die beiden übrigen Sloweninnen auf den Plätzen acht und neun und sorgten damit für ein starkes Mannschaftsergebnis. Für Brecl gab es jedoch nicht viel Gründe zur Freude, nachdem sie nach 95 Metern als Zweitplatzierte ins Finale gegangen war. Erfolgserlebnisse in Form von persönlichen Bestleistungen hatten jedoch zwei Tschechinnen: Karolina Indrachkova und Stepanka Ptackova sprangen auf die Plätze zehn und elf.

Die beiden deutschen Vertreterinnen konnten ihre Leistungen im Vergleich zum Trainingstag steigern. Agnes Reisch ersprang sich mit 86,5 und 82 Metern Rang zwölf und landete damit vor der zweitbesten Österreicherin Sophie Sorschag. Pauline Heßler kletterte nach lediglich 71 Metern im ersten Durchgang durch 80 Meter im zweiten Sprung von Platz 23 auf 17. Die einzige Rumänin, Daniela Haralambie, landete auf Platz 16. Gelungene Sommer-Grand-Prix-Debüts zeigte die erst 16-jährigen Tschechinnen Klara Ulrichova und Veronika Jencova, die die Ränge 15 und 18 belegten.

Auch für die polnische Debütantin Kamila Karpiel reichte es mit Platz 19 für ein Top-20-Resultat. Nina Lussi aus den USA, indes die einzige Nicht-Europäerin im Starterfeld, belegte Platz 23. Für Vanessa Moharitsch, Wiktoria Przybyla, Hannah Wiegele und Nicole Konderla reichte es bei ihren Debüts lediglich für die Ränge 24 bis 27.

Pause bis zum Weltcupauftakt im Dezember

Durch ihren heutigen Sieg ist Nika Kriznar zugleich auch Gesamtsiegerin des Sommer-Grand-Prix 2020. Abseits des Preisgeldes wird es jedoch zum ersten Mal in neun Ausgaben des Sommer-Grand-Prix‘ keine Ehrung geben. Ohnehin erhalten im Sommer-Grand-Prix lediglich die besten sechs Springerinnen Preisgelder aus einem Topf von 5.450 Schweizer Franken, aufgeteilt auf 2.200, 1.400, 850, 500 und je 250 für die Plätze fünf und sechs. Diese Summen sind freilich deutlich niedriger als im Weltcup, wo es für die Top 20 je 38 Schweizer Franken pro Weltcuppunkt gibt.

Der nächste Wettkampf auf höchster Ebene im Damen-Skispringen wird nun auf sich warten lassen. Dies wird das World Cup Opening in Lillehammer sein, das voraussichtlich vom 4. bis 6. Dezember stattfinden wird. Sämtliche Termine sind aufgrund der Coronavirus-Pandemie unter Vorbehalt. skispringen.com informiert über die weitere Entwicklung des Kalenders.

Über Luis Holuch 127 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-Weltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal.

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