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Vierschanzentournee: Termine, Preisgeld, Favoriten, Neuerungen

Foto: Dominik Berchtold / Vierschanzentournee

Die 74. Vierschanzentournee wirft ihre Schatten voraus: Innerhalb von zehn Tagen kämpfen die Skispringer auch um viel Geld geht. Neu ist in diesem Jahr das Sanktionssystem mit gelben und roten Karten.

Wenn sich die Skisprung-Elite Ende Dezember in Oberstdorf versammelt, herrscht Ausnahmezustand im Allgäu. Die 74. Vierschanzentournee steht vor der Tür und die Vorfreude ist riesig, nicht zuletzt, weil das Auftaktspringen mit 25.500 Zuschauern bereits seit Wochen restlos ausverkauft ist. Der offizielle Startschuss fällt am 28. Dezember um 16:30 Uhr mit der Qualifikation auf der Schattenbergschanze.

Nur einen Tag später, am 29. Dezember ebenfalls um 16:30 Uhr, geht es im ersten Wettkampf der Tournee um die ersten wichtigen Punkte für die Gesamtwertung. Für die deutschen Athleten ist dies oft der Moment der Wahrheit, denn wie ein altes Gesetz im Skispringen besagt: Die Tournee kannst du in Oberstdorf nicht gewinnen, aber du kannst sie sehr wohl verlieren.

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Nach dem Spektakel im Allgäu zieht der Tross weiter nach Garmisch-Partenkirchen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos). Das traditionsreiche Neujahrsspringen ist für viele Fans der emotionale Höhepunkt. Sobald die deutschen Stationen absolviert sind, wechselt das Geschehen nach Österreich. Das Bergiselspringen in Innsbruck (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) am 4. Januar gilt als die Schicksalsschanze der Tournee, bevor traditionell am Dreikönigstag am 6. Januar in Bischofshofen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) das große Finale unter Flutlicht steigt.

100.000 Euro für den Gesamtsieg

Seit der 70. Ausgabe der Vierschanzentournee 2021/2022 geht es für die Skispringer auch finanziell nun um deutlich mehr als Ruhm und Ehre: Während zuvor in der Regel nur die im Weltcup üblichen Prämien ausbezahlt wurden, erhalten die Gesamtsieger seitdem zusätzlich dazu 100.000 Schweizer Franken. Seit dieser Saison werden die Preisgelder in Euro ausbezahlt.

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Hinzu kommen aber auch weiterhin die üblichen Prämien für den Weltcup: Insgesamt 100.250 Euro werden seit dieser Saison je Wettkampf an die Top-30-Athleten ausgeschüttet, alleine der Sieger erhält davon 15.000 Euro, für die Qualifikation gibt es zumindest 3.175 Euro. Gelingt einem Springer der „Grand Slam“, also der Sieg in allen vier Wettbewerben sowie in den entsprechenden Qualifikationen, wären für ihn 172.700 Euro alleine an Preisgeldern drin. Je nach Verband und Sponsoren sind weitere individuelle Prämien für die Athleten möglich.

Klarer Top-Favorit – wäre da nicht der Fluch des Gelben Trikots

Sportlich gesehen steht ein Mann besonders im Fokus: Domen Prevc. Der Slowene reist mit einer beeindruckenden Serie von fünf Weltcupsieger in Folge an und führt den Gesamtweltcup mit 850 Punkten souverän an. Dennoch ist die Skepsis bei den Experten groß, da die Statistik eine deutliche Sprache spricht. In den letzten 45 Jahren gelang es nur in gut 24 Prozent der Fälle dem Weltcup-Führenden, am Ende auch die Tournee zu gewinnen. In den vergangenen zehn Jahren sogar nur zwei Mal.

Der Gejagte ist jedoch der Österreicher Daniel Tschofenig. Als Titelverteidiger weiß er genau, worauf es in diesen zehn Tagen ankommt. Sein Triumph im Vorjahr war denkbar knapp, als er sich in einem nervenaufreibenden Finale durchsetzte. Auch in dieser Saison startete er stark mit einem Sieg beim Weltcup-Auftakt, musste sich zuletzt aber hinter der slowenischen und japanischen Konkurrenz einordnen. Besonders Ryoyu Kobayashi wird als Verfolger Nummer eins gehandelt, da der Japaner über die nötige Ruhe und Erfahrung verfügt, um bei Großereignissen zur Höchstform aufzulaufen.

Raimund und Hoffmann: Neues Führungsduo des DSV

Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen in diesem Winter auf einem neuen Führungsduo. Vor allem Philipp Raimund hat sich in die Weltspitze gesprungen und belegt mit glatten 500 Punkten derzeit den vierten Rang der Weltcup-Gesamtwertung. In Engelberg schrammte er mit zwei vierten Plätzen zwar jeweils knapp am Podium vorbei, bewies aber bei den Weltcups zuvor seine enorme Konstanz.

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Die Rolle des „Podest-Garanten“ übernahm dort stattdessen Felix Hoffmann, der mit einem zweiten Platz am Samstag und Rang drei am Sonntag die Fachwelt überraschte. Mit nun 405 Punkten im Rücken reist Hoffmann als Sechster des Gesamtweltcups zum Auftakt nach Oberstdorf. Für die deutschen Fans bleibt die Hoffnung, dass die quälend lange Durststrecke endlich ein Ende findet. Seit dem historischen Grand Slam von Sven Hannawald im Winter 2001/2002 wartet Deutschland nun schon seit 24 Jahren auf einen Gesamtsieg bei der Tournee – eine Ewigkeit für die einst so dominante Skisprung-Nation.

Neue Regeln nach Manipulationsskandal

Zur Saison 2025/2026 hat der Internationale Skiverband (FIS) ein umfassendes Maßnahmenpaket verabschiedet, um auf den Skandal um die manipulierten Sprunganzüge der norwegischen Skispringer bei der WM in Trondheim zu reagieren.

Eine der markantesten Neuerungen ist die Einführung eines Karten-Systems für Verstöße beim Material. Werden Athleten aufgrund eines fehlerhaften Anzugs disqualifiziert, erhalten sie automatisch eine gelbe Karte. Ein zweiter Verstoß zieht eine rote Karte nach sich, die nicht nur eine Sperre für die nächsten beiden Wettkämpfe bedeutet, sondern auch den Verlust des entsprechenden Startplatzes für die gesamte Nation zur Folge hat.

FIS-Renndirektor Sandro Pertile sieht in diesen harten Schritten eine notwendige Reaktion auf die Vorfälle der Vergangenheit und erklärte: „Eines der Hauptprioritäten der FIS war es, sicherzustellen, dass die jüngsten Probleme im Zusammenhang mit der Ausrüstung als Beschleuniger für die Entwicklung des Sports und seiner Kontrollen dienen.“ Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem wieder allein die sportliche Leistung über Sieg oder Niederlage entscheidet.

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