"Von oben bis unten fertiggemacht"

Verband reagiert: Massive Hasswelle gegen Skispringerin Beltowska nach Olympia-Aus

Foto: imago / Eibner

Nach dem vorzeitigen Aus der polnischen Mixed-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen sieht sich Beltowska einer massiven Hasswelle ausgesetzt. Nun reagieren der polnische Verband und die FIS.

Nach dem Ausscheiden der polnischen Mixed-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo ist die Skispringerin Pola Beltowska zum Ziel massiver Anfeindungen in den sozialen Netzwerken geworden.

Die 19-jährige Olympia-Debütantin, die mit einem Sprung auf 82 Meter schwächste Springerin ihrer Mannschaft war, zeigte sich nach dem Wettkampf zunächst selbstkritisch bezüglich ihrer sportlichen Leistung. „Mir ist bewusst, dass mein Sprung uns den Platz im zweiten Durchgang genommen hat. Ich hatte Angst vor diesem Sprung. Ich wollte nicht enttäuschen, aber es hat nicht geklappt“, erklärte Beltowska gegenüber polnischen Medien.

„Ich werde von oben bis unten fertiggemacht“

Gleichzeitig schilderte sie die Schattenseiten ihres Olympia-Debüts: „Ich lese keine Kommentare im Netz, aber ich bekomme solche Privatnachrichten, dass es einfach ungeheuerlich ist. Das ist so ein Hass, ich hätte nicht erwartet, dass Menschen so viel Hass gegen mich hegen können. Ich mache das nicht mit Absicht, aber ich werde von oben bis unten fertiggemacht.“

Unterstützung erhielt die junge Springerin von ihrer Teamkollegin Anna Twardosz. Die erfahrene Athletin betonte, dass Beltowska sich ihren Platz im Team hart erarbeitet habe: „Sie hat hart dafür gearbeitet, hier zu sein. Ich weiß, dass Pola gestresst ist und sich von ihrer besten Seite zeigen will. Sie steckt enorm viel Arbeit hinein und ich glaube, dass das noch Früchte tragen wird.“

Polnischer Skiverband veröffentlicht Stellungnahme

Aufgrund der Schärfe der Angriffe sah sich der polnische Skiverband am Dienstagabend zu einer offiziellen Stellungnahme gezwungen. Darin verurteilte der Verband das Verhalten der Internet-Nutzer scharf und sicherte der Athletin volle Unterstützung zu.

„Es gibt und wird niemals unsere Zustimmung für diesen strafbaren Hass geben, der Pola Beltowska trifft. Das, was wir beobachten, hat alle Grenzen der sportlichen Kritik überschritten. Es ist ein persönlicher Angriff, unter dem nicht nur die Athletin, sondern auch ihre Angehörigen leiden“, heißt es in dem Kommuniqué.

Der Verband betonte zudem den sportlichen Wert der 19-Jährigen: „Pola Beltowska hat sich ihren Platz bei den Olympischen Spielen durch harte Arbeit im Training und im Weltcup erkämpft. Sie ist eine der besten Springerinnen des Landes und gehört zum Kreis der 50 besten Skispringerinnen der Welt beim wichtigsten Ereignis der letzten vier Jahre. Das sind Fakten, die kein anonymer Hass ändern wird.“

Beltowska erhält Betreuung durch Team-Psychologen

Dem Verband zufolge erhält Beltowska nun sowohl menschlichen Beistand als auch professionelle psychologische Betreuung durch den Team-Psychologen. Der polnische Verband schloss seine Erklärung mit den Worten: „Pola, wir sind bei dir.“

Auch der Internationale Skiverband (FIS) veröffentlichte in den sozialen Netzwerken eine Mitteilung: „Wir unterstützen Pola Beltowska nachdrücklich und werden uns stets gegen jeglichen Hass gegenüber großartigen Athletinnen und Athleten stellen, die an den Olympischen Spielen teilnehmen“, teilte der Weltverband mit.

Auch interessant: Nach den Aussagen von Philipp Raimund folgt nun die Antwort aus Norwegen: Marius Lindvik zeigt sich enttäuscht über das Verhalten seines ehemaligen Kumpels in der Öffentlichkeit und wählt deutliche Worte.

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10 Kommentare

  1. Pola Bełtowska musi za to zapłacić. Zniszczyła nasze nadzieje na awans do 2 serii konkursu. To na pewno nie koniec. Dopadniemy ją gdy wróci do Polski

    • Übersetzung: „Pola Bełtowska muss dafür bezahlen. Sie hat unsere Hoffnungen auf einen Aufstieg in die 2. Serie des Wettbewerbs zerstört. Dies ist sicherlich nicht das Ende. Wir holen sie, wenn sie nach Polen zurückkehrt“

      Ja, ich glaube, das war hier mit Hasskommentaren gemeint. Sind die noch zu retten? Solche ‚Fans‘ braucht kein Land.

  2. Das geht garnicht.

    Lieber mal mit Adam Malysz vernünftig auseinandersetzen. Der und sein Verband haben es ja ewig verpennt eine Konkurrenzfähige Damenmannschaft aufzubauen.

  3. Mit Vorsatz arbeitet/springt nmd. „schlecht“, aber es passiert (ungewollt). Dann muss man das Ergebis hinnehmen, ohne in asozialen Medien auf den/die einzutreten! Asozial, weil man noch immer unter alias, Spitzname, Kürzel wie PeSi auftreten kann, ohne sich mit Ausweisnamen outen zu müssen. Das erste, was ich als Gesetz machen würde: dass jeder beim Registrieren in einem asozialen Netzwerk eine Passkopie senden muss! Dann verließe viele der Mut.
    Die Reaktion des polnischen Verbandes ist goldrichtig: Er steht hinter seinen Sportlern!

    • Das ist absolut unötig, das selbst wenn der Nutzer ein VPN nutz, es für Gerichte kein Problem ist an die Daten des Verfassers von Hass Postings zu gelangen. VPN Unternehemen geben die Daten der Nutzer bei Anfragen von Behörden ohne zu Zögern heraus, Facebook und Co. sowieso.

  4. Niederlagen gehören zum Sport dazu und Polen war sowieso kein Medaillenkandidat im Mixed-Wettbewerb. Die sollen sich lieber über die Silbermedaille für Polen am Vortag freuen. Die war nach den bisherigen Weltcupspringen auch nicht zu erwarten.

    • Leider Mal wieder typisch für die digitale Welt heutzutage. Fehler sind nicht erwünscht ansonsten wirst du fertiggemacht. Einfach traurig was für Leute sich auf dem Planeten aufhalten und andere so beleidigen

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