Nach den Aussagen von Philipp Raimund folgt nun die Antwort aus Norwegen: Marius Lindvik zeigt sich enttäuscht über das Verhalten seines ehemaligen Kumpels in der Öffentlichkeit und wählt deutliche Worte.
Der Glanz der Silbermedaille im Mixed-Teamspringen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina konnte die tiefen Gräben nicht überdecken, die sich in den vergangenen Monaten zwischen den einstigen Weggefährten aufgetan haben.
„Er hat seinen Mund ein bisschen zu weit aufgemacht“
Nachdem Philipp Raimund unmittelbar nach seinem Olympiasieg auf der Normalschanze die schmerzhafte Trennung von seinem norwegischen Kollegen thematisiert hatte, nutzte Marius Lindvik nun die Bühne in Predazzo für eine Replik.
„Wir waren enge Freunde, haben Videospiele zusammen gespielt. Nach der Saison hat er seinen Mund in den Medien ein bisschen zu weit aufgemacht“, erklärte Lindvik. Für den Norweger war offensichtlich eine Grenze überschritten worden, als Raimund die Vorfälle der Weltmeisterschaft in Trondheim öffentlich kommentierte.
Raimund fordert Entschuldigung von Lindvik
„Natürlich ist das traurig. Aber es ist schwer mit jemandem befreundet zu sein, der Dinge über dich in den Medien erzählt“, so Lindvik weiter.
Bei der WM in Trondheim waren Lindvik und Forfang mit manipulierten Sprunganzügen erwischt und daraufhin gesperrt worden, was Raimund später als einen persönlichen Vertrauensbruch beschrieb. „Ich war ziemlich gut mit ihm befreundet, bevor diese Dinge passiert sind“, sagte Raimund nach seinem Triumph am Montag und forderte eine Entschuldigung seines Springerkollegen: „Nach der Situation in Trondheim fühlte es sich wie ein kleiner Verrat an, wie ins Gesicht gespuckt.“
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Vielleicht sollte Lindvik lieber seinem eigenen Rat folgen und den Mund selbst nicht in einer Tour so voll nehmen. Bei dem gibt es sowas wie Einsicht ja nicht mal, bei Forfang zumindest ansatzweise.
Was soll eigentlich Gepflaume gegen Raimund? Textverständnis sollte man wohl noch erwarten dürfen, schließlich wurde er gefragt (!).
Der „besorgte Fan“ hält jetzt wohl die Pali-Flagge hoch, das ist ja gerade in. 😀 Und gerade auch die Polen haben sich entsprechend geäußert, aber das bekommt man in der eigenen Bubble wohl nicht mit.
Die „Strafen“ für die Springer waren sowieso die reinste Farce.
@Dra
Was ist denn die Pali-Flagge bitte? Ich wedele die Flagge seid ich dabei sein darf ausschliesslich für Japan, und das hat seine Gründe.
Hannawald hatte ja damals gesagt es sei unmöglich das ein Springer solche Veränderung an seinem Anzug nicht bemerkt, von daher sollte der Herr Gil Lindvik lieber mal seine Klappe zügeln (gilt auch für Gil Forfang).
Natürlich war es auch unnötig vom Raimund dieses Thema wieder aus dem Schlamm zu holen. Ich mag ihn weil er sich nicht verstellt, aber von Reife zeugt sowas nicht
Juristisch: Es gilt die Unschuldsvermutung. Sie weicht, wenn etwas nachgewiesen ist. Ob man (nicht) bemerkt, wenn jmd. in’s Zimmer kommt und sich an etwas zu schaffen macht, wirkt auf andere grenzwertig, justiziabel ist es nicht. Strafen hat es gegeben; sie wurden „abgesessen“. Und damit muss es auch mal wieder gut sein.
Wenn 2 Probleme in ihrer Freundschaft „bei Kaffee und Kuchen“ klären, ist das angenehm. Manches muss eine Freundschaft eh aushalten; anderes kann man einvernehmlich lösen. Und wenn sie sich indes „nicht mehr mit dem A…. angucken“, ist es auch ihr Ding. Das Ding dieser 2 Leute!
Aber lange nach dem Ereignis in einer Schlammschlacht stetig mit Dreck zurückzuwerfen zeigt weder Ausarbeitung noch Moral. Und da nehmen sie sich alle beide nichts!! Ein Lehrer hätte längst gesagt „Und jetzt ist Ruhe mit der Sch…!“ Man kann befreundet sein, man muss es nicht (bleiben). Aber der Erwachsenen-Kindergarten ist langsam grotesk und albern; v.a. fällt es auf beide zurück. Man kann sie nicht zwingen, einander die Hände zu reichen, aber dann sollen sie sich ignorieren – dass im Leben Freundachaften bisweilen zerbrechen, ist so einzigartig nicht.
Lindvik und Forfang sind für mich nicht mehr vorhanden – sie gehören für mich nicht mehr in diese so tolle Gemeinschaft….
@Skispringenfan
Scheint ja ne wahnsinnig tolle Gemeinschaft zu sein… Keine Kommentare zu diesem Thema indes aus Polen, Slowenien, Japan, Österreich, etc.pp. Nur und ausschliesslich aus Deutschland wird auch nach einem Jahr gefragt oder ungefragt noch Stimmung gegen die immerhin sanktionierten Norweger gemacht. Mir wird bald schlecht über soviel Heuchelei der Deutschen. Ich weiss schon warum ich seid Jahren eine andere Flagge hochhalte.
welche Flagge hältst du denn hoch?
So langsam nerven die Artikel aber ein bisschen. Es gibt ja keine neuen Entwicklungen, sondern nur der schießt gegen den und umgekehrt, aber es müsste darüber nicht immer geschrieben werden meiner Meinung nach
Schwierige Situation. Einerseits habe ich schon zum Ende der letzten Saison gedacht, man müsse bei alle, was man öffentlich sagt, bedenke, dass man sich irgendwann wieder auf den Schanzen begegnet. Umso mehr, da ja viele der Gedanken und Gefühle neben all den unbestreitbaren Fakten auch aus Spekulationen beruhen.
Sich jemandes Unschuld nicht vorstellen zu können heißt ja nicht automatisch, dass die Springer wirklich etwas gewusst haben.
Andererseits ärgert mich schon seit Beginn dieser Saison die von mir als Täter/Opfer-Umkehr empfundene Selbstinszenierung gerade von Forfang und Lindvk und jetzt letztens auch des Verbandes.
Gerade, wenn die beiden wirklich selbst von ihrem Verband betrogen worden sein sollten oder sind (also selbst Opfer sind), würde ich eine ganz andere Reaktion erwarten, die vielleicht die Scham über das, was passiert ist offensiver zeigt.
Offenheit statt Trotz. Ob sie nun schuldig sind oder nicht, weiß ich nicht, aber durch die ständigen (moralischen) Anklagen anderer, entsteht in mir eher das Gefühl, sie sind es.
Aber auch Raimund könnte zumindest nach der ersten Wut vielleicht ein persänlichen Gesprächen mit den beiden zu klären versuchen, was passiert ist, wie sie es empfunden oder erlebt haben. Und wenn er dann das Gefühl hat, sie sind nicht ehrlich, natürlich auch persönliche Konsequenzen ziehen. Bei einem Sport, bei dem man so eng aufeinanderhockt wie beim Skispringen, wird sich jeder Betrug natürlich auch zwischenmenschlich auswirken, Freundschaften belasten, Vertrauen zerstören und leider ist es schwer, das aus der Öffentlichkeit zu halten.
Darin steckt eine zusätzliche Tragödie des Skandals.
Und ich habe, obwohl ich Norwegen als Land und auch mit seinen Menschen sehr liebe, gestern wirklich Ärger über die Medaille verspürt und stelle zu meinem Unmit fest, dass sich dieser Ärger sogar auf alle anderen norwegischen Medaillen bei diesen Winterspielen auswirkt.
Du hast es absolut im Kern getroffen. Ausgewogen, einfühlsam und konstruktiv. Danke!
Die sollten sich zusammen setzen, einen Kaffee trinken und reden. Hilft vielleicht mehr, als alles in der Öffentlichkeit breit zu treten.
Nur so als Anregung.
Aussprache hat noch nie geschadet. Und mit Willen beider Seiten lässt sich auch ein heißes Eisen einvernehmlich kühlen. Dass mittlerweile auch Zeit vergangen ist, kommt hinzu: Mal muss es auch gut sein. Für immer wieder nachlegen, um das Feuer zu erhalten, habe ich kein Verständnis.
Eigentlich ja, aber was soll Raimund denn sagen? Er hat ja nichts falsch gemacht. Ich kann seine Enttäuschung komplett nachvollziehen, das kann wahrscheinlich jeder, der etwas mit Skispringen zu tun hat
Oooohhh dann heul doch du Betrüger, nächstes Mal vielleicht mal überlegen, was die Folgen sein könnten, wenn man nicht ehrlich ist