Entscheidung gefallen

FIS beschließt WM-Revolution! Historische Änderung ab 2032

Foto: GEPA

Die FIS treibt ihre Pläne für deutlich mehr Weltmeisterschaften voran. Ab 2032 sollen Titelkämpfe fast jährlich ausgetragen werden – und möglicherweise kommt die Änderung sogar noch wesentlich früher.

Bereits Anfang August wurden Überlegungen innerhalb des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) bekannt, wonach Weltmeisterschaften in allen nicht-olympischen Jahren ausgetragen werden könnten.

Renndirektor Sandro Pertile betonte zu diesem Zeitpunkt allerdings noch, dass es sich lediglich um eine „vorläufige Einschätzung“ handle. Nun ist die FIS einen entscheidenden Schritt weiter: Das Council hat dem Konzept bei seiner zweitägigen Sitzung im schweizerischen Thun offiziell zugestimmt.

Bislang finden Nordische Ski-Weltmeisterschaften alle zwei Jahre in ungeraden Jahren statt. Nach den neuen Vorstellungen der FIS soll künftig zusätzlich in jedem geraden Nicht-Olympiajahr eine WM veranstaltet werden. Damit würden Skispringerinnen und Skispringer innerhalb eines vierjährigen Olympiazyklus künftig in drei Jahren um WM-Medaillen kämpfen.

Im Anschluss an Olympische Winterspiele könnte es somit gleich in den beiden folgenden Wintern Weltmeisterschaften geben. Nach Olympia 2030 wären nach dem aktuellen Plan beispielsweise sowohl 2031 als auch 2032 Titelkämpfe möglich, bevor 2033 bereits die nächste reguläre WM in einem ungeraden Jahr folgen würde.

Zusätzliche WM schon 2028 möglich

Die Revolution könnte sogar deutlich früher kommen. Wie die FIS in ihrer offiziellen Mitteilung erklärte, ist der Rat nach Vorlage einer ausführlichen Bewertung offen dafür, „die Machbarkeit einer erhöhten Frequenz der Weltmeisterschaften bereits mit einer Austragung im Jahr 2028 zu prüfen“.

Damit könnte schon ein Jahr nach der Nordischen Ski-WM 2027 in Falun eine weitere Weltmeisterschaft ausgetragen werden. Eine endgültige Entscheidung über eine zusätzliche Ausgabe 2028 ist allerdings noch nicht gefallen.

Grundlage der bisherigen Beratungen war zunächst eine vorläufige Machbarkeitsstudie. Untersucht wurden dabei nach Angaben der FIS der sportliche Wert, die Auswirkungen auf den Wettkampfkalender sowie das Potenzial bei Vermarktung und Medienrechten. Auf dieser Basis stimmte der Rat nun dem grundsätzlichen Konzept zu.

Betroffen sind die unter dem Dach der FIS verwalteten Disziplinen – neben den nordischen Sportarten um Skispringen, der Nordischen Kombination und Skilanglauf also auch Ski Alpin, Freestyle und Snowboard.

FIS plant auch langfristigen Weltcup-Kalender

Neben der möglichen Erhöhung der WM-Frequenz beschäftigte sich das Gremium mit einer langfristigen Neuordnung der Weltcup-Kalender sämtlicher Disziplinen. Veranstaltungen sollen künftig stärker in regionalen Blöcken zusammengefasst werden. Gleichzeitig will die FIS neue Märkte erschließen, ohne die traditionellen Kernmärkte zu vernachlässigen.

Darüber hinaus ist ein sogenannter „Calendar Impact Score“ für die einzelnen Veranstaltungen vorgesehen. Ein erster Entwurf des langfristigen Kalenders soll dem FIS-Council nach den Herbstsitzungen zur Abstimmung vorgelegt werden.

Auch für Wildcards soll es künftig einheitliche Grundregeln in sämtlichen FIS-Disziplinen geben. Die konkreten Bestimmungen werden nun ausgearbeitet und sollen im Frühjahr 2027 endgültig beschlossen werden. Für das Skispringen müssten dabei unter anderem Leistungskriterien sowie mögliche Auswirkungen auf Startquoten und Setzlisten festgelegt werden.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

skispringen.com-Newsletter

Aktuelle Nachrichten, spannende Hintergrund-Informationen und Veranstaltungs-Hinweise per E-Mail abonnieren. Weitere Informationen zum Newsletter und Datenschutz

6 Kommentare

  1. Was Skispringen angeht, ist keine mehr Belastung, weil ob an zwei Wochenenden Weltcup stattfindet mit Reisen, oder so eine WM Woche an einem Ort. Aber ich sehe es so: finden sich auch genug Bewerber für die WM? Ob Zuschauer das mitmachen? Die letzte WM haben gezeigt, daß für Veranstalter nur Verluste entstanden. FIS will gleichen Weg wie IOC, FIFA oder IHF gehen. Immer mehr, nie satt. Dabei machen die ihre eigenen Produkt kaputt. Ich war der Meinung dass mit Neuwahl an der Spitze der Fis Vernunft zurück kommt.

    • „Was Skispringen angeht, ist keine mehr Belastung, weil ob an zwei Wochenenden Weltcup stattfindet mit Reisen, oder so eine WM Woche an einem Ort.“

      Physisch (vom reinen Kraftaufwand im Auslauf) mag die Belastung ähnlich sein. Mental und nervlich ist eine WM-Woche jedoch so fordernd wie vier normale Weltcup-Wochenenden zusammen. Genau deshalb wehren sich die Springer dagegen, dieses Stresslevel nun lückenlos jeden Winter durchmachen zu müssen.

  2. Noch was zum Kommentar von Blacksheep : Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt sind ja aktuell die erfolgreichsten alpinen Skisportler. Wenn es ihnen, wie der FIS nur um Kohle ginge, müssten sie ja über weitere Veranstaltungen jubeln, da sie finanziell noch besser dastehen würden. Aber das sind vernünftige Menschen, die ihre Gesundheit und die ihrer nicht so erfolgreichen Kollegen in den Vordergrund stellen. Finde ich super, aber es müssten sich mehr Sportler an solchen Aktionen beteiligen. Viel Erfolg ihr 2 super symphatische und erfolgreiche Sportler !!!

  3. Irgendwie muss man die Athleten ja kaputtkriegen… was soll das? Die Pausen für die Sportler sind eh schon kurz, dann noch ein Mega-Event oben drauf jährlich. Es geht wohl nur noch um grösst möglichen Kommerz. Siehe FIFA…

    • Was mich dabei am meisten irritiert: 1.) Johan Eliasch ist seit Juni nicht mehr am Drücker, trotzdem wurden seine Pläne jetzt noch durchgesetzt. 2.) Bis jetzt habe ich nur namentliche Kritik von Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt vernommen und von noch keinem anderen aktiven Wintersportler, den es betrifft.

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*