Sloweniens Top-Skispringerin in Tränen

100 Gramm zu wenig: Das Drama um die Disqualifikation von Nika Prevc in Wisla

Foto: Ufficio Stampa Newspower

Nika Prevc erlebt zum Auftakt des Wisla-Wochenendes ein Wechselbad der Gefühle: Nach dem Quali-Sieg folgt die Disqualifikation. Unter Tränen entschuldigt sich die slowenische Top-Skispringerin bei ihrem Trainer Tepes, der sich nun näher äußert.

Es war ein Wechselbad der Gefühle, wie es der Sport nur selten schreibt. Pünktlich am Mittag startete die Qualifikation in Wisla, und zunächst sah alles nach einer Machtdemonstration der Titelverteidigerin aus. Nika Prevc segelte auf starke 119 Meter und entschied die Qualifikation vermeintlich für sich. Doch der Jubel war nur von kurzer Dauer. Wenige Minuten nach der Landung folgte der Schock: Disqualifikation.

Der Grund für den harten Ausschluss war ein minimaler Verstoß gegen das strenge Regelwerk des Internationalen Skiverbandes (FIS). Die Kontrolleure beanstandeten, dass die Ski der Slowenin im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht zu lang waren. Konkret fehlten Nika Prevc lediglich 100 Gramm Körpergewicht – oder andersherum: Für ihr aktuelles Gewicht waren die Ski einen Zentimeter zu lang.

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Die Konsequenzen waren drastisch. Prevc durfte nicht am anschließenden Wettkampf teilnehmen. Besonders bitter: Durch das neue, im Zuge des norwegischen Manipulationsskandals verschärfte Regelwerk der FIS, erhält die Gesamtweltcup-Gewinnerin des Vorjahres eine gelbe Karte – bei weiteren Verstößen könnte sie also vom nächsten Wettkampf ausgeschlossen werden.

Prevc unter Tränen: So äußert sich Cheftrainer Jurij Tepes

Die emotionale Last war der jungen Springerin deutlich anzusehen. Unter Tränen entschuldigte sie sich noch vor Ort bei ihrem Trainer Jurij Tepes und ihren Teamkolleginnen für das Missgeschick.

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Der slowenische Cheftrainer reagierte gefasst: „Es geht wirklich um sehr kleine Unterschiede. Heute waren es 100 Gramm für die Disqualifikation. Es ist richtig, dass die Jury strikt ist, und es ist richtig, dass auch die Besten disqualifiziert werden, wenn es so ist. Es ist egal, ob du die Qualifikation gewinnst oder Letzter bist, die Regeln sind für alle gleich. Regeln muss man respektieren, und wenn man außerhalb dieser Regeln ist, muss man bestraft werden“, wurde Tepes vom slowenischen Verband zitiert.

Während Prevc zum Zuschauen verdammt war, nutzte die Konkurrenz die Gunst der Stunde. Der Sieg im Wettkampf ging an die Norwegerin Anna Odine Stroem, die sich mit ihrem ersten Saisonsieg in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz verbessern und an Prevc vorbeiziehen konnte.

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8 Kommentare

  1. so wird eine eigentlich tolle Sportart kaputt gemacht. Sehr schade.das haben wir dem Betrug der Norweger in der letzten Saison zu verdanken.

  2. Drama um die Disqualifikation von Nika Prevc schockt mich immernoch soo sehr das mir alle spucke wegblieb–das hat nix mehr mit skispringen sondern mit verarschung+respectlosigkeit total zu tun…..so macht man alles im A………

    • so wird eine eigentlich tolle Sportart kaputt gemacht. Sehr schade.das haben wir dem Betrug der Norweger in der letzten Saison zu verdanken.

  3. Hier muss ich sagen: Juri Tepes ist ein Ehrenmann. Genau SO muss es sein. Regeln sind dazu da, sie STRIKT zu befolgen. Egal, ob man der Star oder der Nobody aus einer „kleinen“ Nation.

      • Ich werde nie, nie, nie begreifen, warum es unfair sein soll, stets seine besten Leistungen zu zeigen, selbst wenn dies jemandem einen Gesamtsieg verpatzt. Was soll er denn machen, extra schlecht springen ‚für einen Freund‘? Dann sagt hinterher jeder – ohne das hätte der es ja nicht geschafft!

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