Weltcup-Auftakt in Wisla

Daniel Andre Tande gewinnt bei Windlotterie zum Auftakt

Foto: GEPA

Schwierige und wechselhafte Bedingungen prägen den Weltcup-Auftakt in Wisla. Am Ende siegt überraschend der Norweger Daniel-André Tande. Vize-Weltmeister Karl Geiger führt zur Halbzeit, fällt im Finale aber deutlich zurück.

Mit Sprüngen auf 127 und 129 Meter sicherte sich Daniel-André Tande den Sieg beim ersten Einzel-Weltcup der Saison. Der Norweger erzielte im polnischen Wisla insgesamt 241,4 Punkte und setzte sich damit gegen den überraschend starken Slowenen Anze Lanisek (126 und 126 m; 225,6 P.). Kamil Stoch (118 und 126,5 m; 224,2 P.) katapultierte sich im Finaldurchgang noch vom zwölften Platz auf drei.

Das erste Einzelspringen der Saison war geprägt von schwierigen und wechselhaften Windbedingungen. Mehrere Athleten waren bei Rückenwind chancenlos – aus deutscher Sicht traf es allen voran Markus Eisenbichler. Der Weltmeister landete schon nach 73 Metern und ist mit Platz 50 ebenso vorzeitig ausgeschieden wie Constantin Schmid (31.), Stephan Leyhe (34.) und Moritz Baer (42.).

Karl Geiger führt zur Halbzeit

Nach dem ersten Durchgang sah es noch nach einem Traum-Start für Karl Geiger aus. Der Vize-Weltmeister aus Oberstdorf führte das Feld nach einem starken Sprung auf 127 Meter an, hatte im Finaldurchgang dann aber erneut Pech mit dem Wind: 118 Meter reichten am Ende nur für den siebten Platz.

Richard Freitag, nach dem ersten Durchgang trotz schwieriger Bedingungen noch aussichtsreich an siebter Stelle gelegen, fiel im Finale noch auf Platz 24 zurück. Daneben sammelte aus der Mannschaft des neuen Bundestrainers Stefan Horngacher einzig Pius Paschke (26.) weitere Weltcuppunkte.

„Man muss heute zwischen den Verhältnissen und den Leistungen der Sportler unterscheiden. Es waren ein paar gute Sprünge dabei, speziell von Richard und Karl. Leider war er im Finale dann chancenlos, noch auf das Podest zu kommen“, bilanzierte Horngacher im ‚ZDF‘.

„Mit Fairness hat das nichts zu tun“

Der im vergangenen Winter dominierende Ryoyu Kobayashi aus Japan verpasste das Podium als Vierter um nur 0,2 Punkte, direkt hinter ihm belegte sein Teamkollege Daiki Ito den sechsten Platz.

Auch die am Samstag noch siegreichen Österreicher wurden von den Bedingungen stark gebeutelt. Jan Hörl belegte als bester Adler der Alpenrepublik den zwölften Platz, Stefan Kraft (21.) sah sich aufgrund des Windes um eine bessere Platzierung gebracht. „Mit Fairness hat das heute nichts zu tun“, schimpfte der 26-Jährige, der als einer der Favoriten angetreten war.

Schwerer Sturz von Piotr Zyla

Für eine Schrecksekunde sorgte im ersten Durchgang Piotr Zyla. Vor den Augen des polnischen Staatspräsidenten Andrzej Duda kam der Lokalmatador bei der Landung seines Sprungs zu Sturz. Mit deutlich sichtbaren Schrammen und blutigem Gesicht konnte der 31-Jährige den Schanzenauslauf auf eigenen Beinen verlassen, der Mannschaftsarzt gab inzwischen vorsichtig Entwarnung.

Schon an den vergangenen Tagen hatte die Präparation des Aufsprunghangs mit Kunstschnee bei hohen Temperaturen für Probleme gesorgt. Im Laufe des Wochenendes kam es zu mehreren Stürzen, der viermalige Olympiasieger Simon Ammann war nach ähnlichen Erfahrungen in den vergangenen Jahren gar nicht erst angereist.

» Weltcup-Kalender 2019/2020: Alle Termine im Überblick

Am kommenden Wochenende macht der Weltcup im Nordosten Finnlands Station. Kuusamo ist die zweite Station der Saison, bereits am Freitag stehen Training und Qualifikation auf dem Plan.

Auch interessant: Mit der Unterstützung des ehemaligen Bundestrainers Werner Schuster will Gregor Schlierenzauer den Weg zurück in die Weltspitze finden.

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Über Marco Ries 601 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

24 Kommentare

  1. Die Kommentare in Bezug auf die DSV Adler sind einfach nur peinlich.
    Wahre Skisprung Fans fiebern mit jedem Sportler und jeder Nation mit.

    Klingt jetzt vllt sehr weit hergeholt und unüberlegt, aber warum nicht weiße Kunststoffmatten im Winter verwenden?!
    Die Spur besteht ja schon lange nicht mehr aus Schnee..
    Im Sommer weiße Matten sieht natürlich merkwürdig aus, aber Kunstschnee bei 5grad ist auch keine optimale Lösung.
    Zumindest die Weltcups im Dezember (und noch wichtiger das Wohl der Sportler) könnten davon profitieren.

  2. In Wisla gab es glaub noch nie einen fairen, windstillen Wettkampf oder eine gute präparierte Schanze. Ähnlich Kuusamo

    Lieber 5 Weltcups weniger als solche Lotterien. Warum fängt man nicht erst Mitte Dezember an, wenn es winterlicher wird?

  3. Man versucht durch diese Windpluspunkte Gerechtigkeit herzustellen. Tatsächlich ist diese Art fast für den Müll…Wie schon geschrieben, es wäre fast kein Problem die seitlichen Wände bis zur Sprunghöhe hoch zu ziehen. Aber offensichtlich will man es der Lotterie überlassen.

  4. Hier sind aber wieder so Einige geistige Tiefflieger mit Kommentaren unterwegs.

    Zum Springen von heute. Natürlich ist es immer blöd wenn man quasi schon im Anlauf weiß, ob der jeweilige Springer überhaupt ne Chance hat auf Weite zu kommen.
    Mal hat der Eine Glück, mal der Andere. Aber der Vorwurf, dass hier Nationen bewusst bevorzugt oder benachteiligt werden ist natürlich Blödsinn.
    Es ist eben ne Freiluftsportart, die leider stark vom Wind beeinflusst werden kann.

    Das das nicht immer ganz fair für alle zugeht ist zwar nicht schön, aber im Laufe der Saison gleicht sich das hoffentlich aus.

    Vielleicht müssen um alle Schanzen Hallen rumgebaut werden, damit man für alle Springer Laborbedingungen mit leichtem Wind von vorne herstellen kann.

  5. 16.02.2019 Willingen: Markus Eisenbichler, Stephan Leyhe und Constantin Schmid verpassen den Finaldurchgang des Wettbewerbes. Eine Woche später in Innsbruck Markus wird Weltmeister! In Polen sagen wir, dass es nicht so wichtig ist, wie man beginnt, sondern wie man beendet. Kopf hoch, in Ruka muss es viel besser sein!

  6. Die Deutschen sind mal wieder nur Statisten in diesem Winter, in dem seine Flugzellenz König Kamil I., aufgrund immer weiter voranschreitender Naturdarmkrakauerskisprungtechnologie, alles in Grund und Boden springen wird!

    Und erneut…

  7. Bla bla bla.
    Die Scheiss Deutschen können einfach nicht Skispringen. Punkt.
    Geht lieber Toiletten putzen. Scheiss Deutschland. Immer nur Ausreden….

    Lieber Gruss
    Maria

  8. Also ich glaube nicht dass man erst im Januar starten muss, nur versteh ich nicht warum man nicht wie früher in Kuusamo startet. Da gibt es schon genug Schnee.
    Und das Ding mit den DSV Adlern, komisch nur dass man immer vor den Deutschen Springer auf Aufwind wartet und bei jedem Deutschen drehte der Wind, während der Springer in der Spur war,auf Aufwind….aber wer genug Geld hat…. Gib solche Bedingungen mal den Polen, Österreicher oder Norwegern. Das wäre doch mal fair. Denn dir bekommen oh Wunder immer Rückenwind

    • Soll das eine Verschwörungstheorie sein? Dann schau dir mal Eisenbichlers Sprung an… In Wisla hatten halt einige Athleten Pech, wo anders haben die vielleicht umso mehr Glück.

  9. Temperaturen deutlich im Plusbereich, Stürze aufgrund schlechter Schanzenpräparierung, Windlotterie: Ein schlechter Scherz zum Saisonauftakt?

    Nichts gegen das Springen in Wisla, aber irgendwann muss man einfach einen Schlussstrich ziehen und den Bewerb absagen! Das hat mit Fairness nämlich nichts mehr zutun, ist sportlich bedeutungslos und noch dazu gefährlich.
    Ich versteh nicht, warum die Verantwortlichen hier nichts dazulernen.
    Wisla ist als Auftaktspringen sowieso alles andere als ideal. Man sollte den Bewerb im Jänner bei winterlichen Temperaturen durchführen und nicht bei sonnigen 11°C im November

  10. Es war zwar durchaus interessant dieses Springen anzuschauen, aber von Fairness kann man bei dem heutigen Event nicht sprechen. Zwar ist Skispringen eine Freiluftsportart, aber die Ampelregelung vom Kollegen Borek Sedlak ist wirklich unter aller Kanone. Bei Windunterschieden von Aufwind +2 M/s und Rückenwind bis zu -0,5 M/s aus der selben Lucke anfahren zu lassen ist schon hart an der Grenze. Norwegen mal wieder stark, Gratulation an Tande nach seiner Verletzung, ansonsten eher ein paar Außenseiter begünstigt. Die Deutschen und die Österreicher (vor allem Stefan Kraft) wurden ordentlich abgefertigt und Polen konnte sich gerade noch retten durch zwei gute zweite Sprünge von Stoch und Kubacki. Gute Besserung auch an Piotr Zyla, der ein Opfer vom schlecht präparierten Aufsprunghang wurde.

  11. Dass es in der heutigen Zeit noch so ungerecht ausgehen kann. Ist es wirklich so schwer den Flugbereich windfrei zu ermöglichen? So langsam denke ich, dass es so gewollt ist. Man könnte doch z. B. die zwei seitlichen Wände auf Sprunghöhe erhöhen. Die angeblichen Windzusatzpunkte sind bei schlechtem Wind doch ein Witz, siehe Sprung von Herrn Eisenbichler…

    • Mein Gott, deiner Meinung nach hat sich wohl die ganze Welt gegen deine DSV Adler verschworen. Alsob die anderen Nationen bessere Verhältnisse gehabt haben.

    • hast du das springen gestern gesehen als die polen im ii durchgang abgekakt sind wegen den Windverhältnissen?da beschwert sich auch niema nd ist halt so im skispringen

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