Raimund bester Deutscher

Domen Prevc gewinnt in Sapporo erneut

Foto: imago / Dominik Berchtold

Domen Prevc ist auch am zweiten Wettkampftag in Sapporo nicht zu schlagen: Der slowenische Überflieger wiederholt seinen Sieg vom Vortag und lässt Lokalmatador Kobayashi hinter sich. Während Raimund bester Deutscher wird, verpasst Geiger die Olympia-Norm.

Mit Sprüngen auf 137,5 und 136,5 Meter sicherte sich Domen Prevc auch am Sonntag den Sieg im japanischen Sapporo. Der Gesamtweltcup-Führende aus Slowenien erzielte am Sonntag insgesamt 277,7 Punkte und setzte sich damit gegen Japans Ryoyu Kobayashi durch, der auf 136,5 und 138,5 Meter (274,2 P.) kam. Den dritten Platz belegte der Österreicher Daniel Tschofenig mit Weiten von 134,5 und 138,5 Metern (265,8 P.).

Prevc hatte sich bereits im ersten Durchgang an die Spitze gesetzt, musste im Finale jedoch noch einmal zittern: Sein zweiter Sprung fiel nicht optimal aus, dennoch reichte es am Ende zu einem Vorsprung von dreieinhalb Punkten auf Kobayashi.

„Mein zweiter Sprung war nicht gut, da war ich zu aggressiv und das hätte mich beinahe den Sieg gekostet. Am Ende war es dann ziemlich knapp mit Ryoyu Kobayashi“, erklärte der 26-Jährige im Anschluss. Trotzdem zog der Vierschanzentournee-Gewinner ein positives Fazit: „Aber ehrlich gesagt war es ein guter Zeitpunkt, um so einen Fehler zu machen. Das zeigt mir, dass ich konzentriert bleiben muss, damit genau solche Fehler nicht passieren. Das nehme ich heute mit für die Skiflug-WM am kommenden Wochenende in Oberstdorf.“

Geiger verpasst Olympia-Norm

Wie am Vortag war Philipp Raimund erneut der beste DSV-Skispringer: Mit Weiten von 128,5 und 134,5 Metern belegte der Skispringer vom SC Oberstdorf den neunten Platz. Neben ihm erreichte aus der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher nur Karl Geiger den zweiten Durchgang – mit zweimal 128 Metern reichte es aber nur für den 14. Platz und damit die halbe Olympia-Norm: Um sich für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo zu empfehlen, hätte Geiger eine Top-Acht-Platzierung oder zwei Plätze unter den besten 15 benötigt.

Mit Luca Roth (46.) und Ben Bayer (47.) haben die übrigen deutschen Skispringer die Punkteränge verpasst – im Vorfeld der Skiflug-WM in Oberstdorf konnte sich also keiner der Athleten aus der zweiten Reihe für weitere Einsätze im Weltcup anbieten.

Österreich überzeugt mit starker Teamleistung

Aus mannschaftlicher Hinsicht waren einmal mehr die Österreicher das Maß aller Dinge: Hinter dem drittplatzierten Tschofenig landeten mit Manuel Fettner (4.) und Jan Hörl (5.) zwei weitere Athleten aus der Mannschaft von Cheftrainer Andreas Widhölzl. Abgerundet wurde das starke ÖSV-Ergebnis durch Maximilian Ortner und Stephan Embacher auf den Rängen sieben bzw. acht.

Für Stefan Kraft endete der Sonntag hingegen bereits vor dem Wettkampf: Der Routinier wurde in der Qualifikation wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert. „Stefan hat einen Anzug aus dem Sommer verwendet, bei dem ein Bein um fünf Millimeter zu kurz war. Das kann passieren, wenn man ans Limit geht“, sagte Co-Trainer Harald Diess im Anschluss.

Am kommenden Wochenende steht mit der Skiflug-WM in Oberstdorf der nächste Höhepunkt der Saison auf dem Programm: Bereits am Donnerstag stehen dann Training und Qualifikation auf dem Programm, bevor am Freitag und Samstag die Einzel-Entscheidung in insgesamt vier Wertungsdurchgängen fällt. Der Team-Wettbewerb steht zum Abschluss des Wochenendes am Sonntag auf dem Plan.

skispringen.com-Newsletter

Aktuelle Nachrichten, spannende Hintergrund-Informationen und Veranstaltungs-Hinweise per E-Mail abonnieren. Weitere Informationen zum Newsletter und Datenschutz

3 Kommentare

  1. Das wird eine sehr schwere Olympia-Entscheidung in Österreich – die leistungsstärksten Springer sind aktuell wohl Hörl, Tschofenig, Embacher und Fettner, aber für Fettner wird es wohl nichts, da Kraft ja üblicherweise seinen Sonderbonus hat. Schade für ihn, wäre schließlich seine letzte Chance und immerhin hat er letztes Mal Silber geholt. Ich würde diese Entscheidung aber auch ungern treffen wollen – wahrscheinlich könnten an guten Tagen alle sieben aus dem ÖSV-Team um Medaillen springen. Von so einer Situation können wir in Deutschland momentan auch nur träumen, dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass auch wir Medaillenkandidaten zu Hause lassen mussten. Zumindest Geiger macht gerade wieder etwas Hoffnung, ich hätte ihn Wellinger sogar vorgezogen, wenn es zur Auswahl gekommen wäre, da er jemand ist, der meistens seine Leistung nochmal steigern kann, wenn es darauf ankommt. Letztes Jahr ist er bei der WM immerhin Vierter (Bronze ohne Schummel-Norweger) geworden, obwohl er da auch schon keine wirklich gute Saison hatte…

  2. Wenn Karl Geiger die Norm nur ganz knapp erreicht hätte, weiß man nicht, ob das wirklich viel gebracht hätte. Natürlich ist es sehr schade. In der nächsten Saison wird es sicher wieder besser für ihn.

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*