Polens Ex-Skispringer

Kamil Stoch wird Trainer: So sieht seine neue Rolle wirklich aus

Nur wenige Monate nach seinem Karriereende steht Kamil Stoch wieder regelmäßig an der Schanze. Der dreimalige Olympiasieger hilft als Trainer aus – und kann sich langfristig sogar eine noch größere Rolle vorstellen.

Zuletzt hatte Stochs Vereinskollege Jan Galica erklärt, der 39-Jährige sei Trainer geworden und arbeite bereits mit den Nachwuchsspringern. Gegenüber ‘skijumping.pl’ ordnete Stoch die Berichte nun genauer ein.

„Die Wahrheit ist, dass ich unseren Vereinstrainern tatsächlich während der Einheiten helfe. Ich fahre gerne mit, beobachte und schaue, wie sich alles entwickelt. Wenn es nötig ist, gehe ich auf den Trainerturm – egal, ob bei den Jüngsten oder den Älteren. Es kommt darauf an, wo gerade zusätzliche Hände gebraucht werden“, erklärte der frühere Gesamtweltcupsieger.

Stoch spricht von „kostenlosem Praktikum“

Eine feste Trainerstelle habe er bislang allerdings nicht übernommen. „Ich bin noch kein Trainer in Vollzeit. Ich scherze, dass ich momentan ein unbezahltes Praktikum absolviere, aber es gefällt mir“, stellte der Pole klar. Obwohl er das Skispringen aus der Perspektive eines Athleten bis ins kleinste Detail kenne, seien die Aufgaben als Trainer, Betreuer und Organisator auch für ihn Neuland.

Stoch unterstützt deshalb vor allem die bisherigen Vereinstrainer Andrzej Zarycki, Tomasz Pochwala und Monika Lazar. „Ich habe ihnen gesagt: ‚Hört zu, ich bin hier. Sagt mir, was ich machen soll.‘ Ich werde diese Aufgaben erledigen und gleichzeitig lernen, von außen beobachten und Erfahrungen sammeln“, schilderte der dreimalige Vierschanzentournee-Sieger seine derzeitige Rolle.

Langfristig schließt die polnische Skisprung-Legende eine größere Verantwortung nicht aus. „Vielleicht kann ich in Zukunft den Verein führen, wenn sie zu den Nationalmannschaften wechseln und die besten Athleten trainieren“, sagte Stoch.

Trainerrolle ist für Stoch noch ungewohnt

Auch an die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen müsse er sich erst herantasten. Mal gelte es, die Nachwuchsspringer zu disziplinieren, mal müsse man sie motivieren, aufbauen oder wieder auf den Boden zurückholen. Dabei profitiere Stoch davon, nicht unmittelbar die gesamte Verantwortung tragen zu müssen.

Sein Engagement im 2014 gemeinsam mit Ehefrau Ewa Bilan-Stoch gegründeten Verein erfolgt derzeit freiwillig. Einen offiziellen Arbeitsplatz habe er nicht. „Ich fahre zu den Trainingseinheiten, weil ich es möchte. Ich stehe selbst auf und will dorthin fahren, das Training ansehen und unserem Verein nahe sein“, betonte der 39-Jährige.

An Beschäftigung mangelt es dem früheren Weltmeister damit auch nach seinem Rücktritt nicht: „Wenn ich jetzt einfach in der Wohnung sitzen und nichts tun würde, würde ich wahrscheinlich verrückt werden. Ich kann meine Energie in das Vereinsleben einbringen. Das ist für mich eine wirklich schöne Perspektive.“

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