Nika Prevc entscheidet zwei von drei Trainingsdurchgängen für sich – doch ein Selbstläufer scheint Gold für die Top-Favoritin nicht zu werden. Die deutschen Skispringer tun sich zum Start noch schwer.
Noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier am Freitagabend gaben sich die Skispringerinnen auf der Normalschanze der Olympischen Winterspiele von Mailand-Cortina ein erstes Stelldichein. Das wurde nicht nur in Hinblick auf die anstehende Einzel-Entscheidung mit Spannung erwartet – denn für die Frauen geht es schon am Samstag erstmals um Edelmetall.
Im Fokus standen die insgesamt drei Trainingsdurchgänge auch angesichts des kurzfristigen Umbaus der Schanze in Predazzo, nachdem es beim zurückliegenden Sommer-Grand-Prix zu einem regelrechten Verletzungs-Fiasko kam, bei dem sich Eva Pinkelnig, Alexandria Loutitt und die Kombiniererin Haruka Kasai jeweils das Kreuzband gerissen haben.
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Zum Auftakt der Olympischen Winterspiele die wichtigste Nachricht ist also, dass es am Donnerstagabend zu keinen Stürzen gekommen ist.
Knappe Abstände: Starke Konkurrenz hinter Prevc
Aus sportlicher Hinsicht waren die drei Trainingsdurchgänge eher vorhersehbar: Nika Prevc, die seit Wochen unangefochten den Gesamtweltcup anführt, ist auch auch zu Beginn der Winterspiele das Maß aller Dinge: In zwei der drei Trainingsdurchgänge lag die Slowenin vorne. Nur im dritten Durchgang musste sie sich Lisa Eder geschlagen geben, die mit 102,5 Metern sogar gleich den weitesten Sprung des Tages verbuchen konnte.
Typisch für eine Normalschanze, angesichts der zurückliegenden Dominanz aber auffällig: Ein Selbstläufer dürfte die Goldmedaille für die Top-Favoritin Prevc zumindest nach den ersten Trainingseindrücken kaum sein: Neben Eder landeten vor allem überzeugten auf der Normalschanze vor allem die beiden Norwegerinnen Anna Odine Stroem und Eirin Maria Kvandal.
Agnes Reisch in allen Durchgängen beste Deutsche
Den deutschen Skispringerinnen ist es am ersten von zwei Trainingstagen im Vorfeld der Entscheidung am Samstag noch nicht gelungen, vordere Platzierungen zu landen. Am besten hat sich am Donnerstag aber Agnes Reisch präsentiert, die gleich in allen drei Trainingsdurchgängen die beste Skispringerin aus dem Team von Bundestrainer Heinz Kuttin war.
Ihren stärksten Sprung zeigte die 26-Jährige dabei im ersten Trainingsdurchgang, als sie mit 99,5 Metern hinter Prevc und den beiden Norwegerinnen starke Vierte wurde. Stabil, aber noch nicht auf Top-Niveau präsentierte sich Hoffnungsträgerin Selina Freitag als zweitstärkste DSV-Athletin.
Fahnenträgerin Schmid: „Würde den Tag gerne abhaken“
Nicht optimal verlief das Training hingegen für Katharina Schmid, deren beste Platzierung ein 15. Platz war. „Nachdem gestern mehr Trubel war, als ich das erwartet hätte und ich ziemlich schlecht geschlafen hab, hoffe ich dass ich mich morgen erst noch einmal auf das Skispringen konzentrieren kann“, erklärte die Oberstdorferin, die am Vortag als deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier verkündet wurde.
Mit ihren Sprüngen war sie knapp 24 Stunden vor ihrem großen Auftritt noch nicht zufrieden: „Ich habe mich nicht gut gefühlt heute. Ich bin nicht gut reingekommen und würde den kompletten Tag gerne abhaken.“
Eine neue Chance erhält Schmid schon vor der Eröffnungsfeier am Freitag: Bereits ab 9 Uhr (alles live bei skispringen.com) stehen auf der Normalschanze dann drei weitere Trainingsdurchgänge auf dem Plan.
Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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