Selina Freitag fliegt neuen deutschen Rekord

Nach Abbruch: Eirin Maria Kvandal siegt erneut in Vikersund

Foto: Tommy Johansen (OC Vikersund)

Nach einem vorzeitigen Abbruch gewinnt Eirin Maria Kvandal auch das zweite Skifliegen in Vikersund. Selina Freitag und Katharina Schmid freuen sich derweil ĂĽber einen Landesrekord und den ersten 200-Meter-Flug.

Keine 24 Stunden nach ihrem neunten Weltcupsieg ist ihre Statistik nun zweistellig: Am Sonntagmittag gewann Eirin Maria Kvandal auch das zweite Skifliegen in Vikersund. Weil dieses Mitte des zweiten Durchgangs aufgrund aufkommender Windböen abgebrochen wurde, wurde nur der erste Flug gewertet. In diesem segelte die Norwegerin zu einem neuen Hausrekord von 231,5 Metern, der ihr 236,2 Punkte bescherte. Zweite wurde Nika Prevc mit 220,5 Metern und 232,1 Punkten vor Kvandals Teamkollegin Anna Odine Stroem, die auf 215 Meter und 223,2 Punkte kam.

Der gestrigen Zweitplatzierten Frida Westman fehlten als Vierte nach 219,5 Metern lediglich 0,4 Punkte zu einem erneuten Podestplatz. FĂĽnfte wurde Prevc‘ slowenische Teamkollegin Nika Vodan mit 208,5 Metern, vor den beiden punktgleichen Sechstplatzierten Silje Opseth (204,5 m) und der besten Japanerin Yuki Ito, die mit 219 Metern eine neue persönliche Bestweite erzielte. Als Achte wusste auch die Finnin Jenny Rautionaho, die auf 214 Meter kam, zu ĂĽberzeugen.

Selina Freitag fliegt neuen deutschen Frauen-Rekord

Größte Profiteurin des Abbruchs war derweil Ingvild Synnoeve Midtskogen, die nach 206,5 Metern als Neunte gewertet wurde. Die Norwegerin absolvierte als letzte Athletin auch noch einen zweiten Flug, musste diesen aber bereits bei 123 Metern landen, nachdem sie direkt nach dem Schanzentisch in Turbulenzen geriet und kein Luftpolster mehr vorfinden konnte. Hätte der Wettkampf regular beendet werden können, wäre sie auf Rang 15 zurückgefallen.

Den vorletzten Flug des Wettkampfs absolvierte kurz vor Midtskogen bereits Selina Freitag. Sie war bereits im ersten Durchgang mit 216 Metern einen neuen deutschen Frauen-Rekord geflogen und konnte sich im zweiten Versuch sogar auf 227,5 Meter steigern. Schlussendlich wurde sie als Zehnte gewertet, direkt vor Teamkollegin Juliane Seyfarth, die im ersten Durchgang 202,5 Meter geflogen war und sich im zweiten nochmal um fĂĽnf Meter gesteigert hatte.

Den weitesten Flug im Rahmen des Wettkampfs absolvierte die Zwölftplatzierte Heidi Dyhre Traaserud, die bei ihrem zweiten Flug den enormen Druckverhältnissen standhalten und bei 233,5 Metern landen konnte. Auch die beiden Japanerinnen Nozomi Maruyama und Sara Takanashi, die als 13. und 14. gewertet wurden, hatten im abgebrochenen Finale mit 223,5 respektive 211,5 Meten die weitesten Flüge ihres Lebens absolviert. 15. wurde die Kanadierin Abigail Strate, die in der Qualifikation mit 212,5 Metern eine neue persönliche Bestweite erzielt hatte.

Ăśber 200 Meter: Katharina Schmid erreicht letztes Karriereziel

Nachdem sie am Vortag noch die einzige Deutsche im zweiten Durchgang der besten 15 war, fehlten Agnes Reisch diesmal nach 195 Metern als 16. nur 0,6 Punkte zum erneuten Finaleinzug. Für Katharina Schmid wird der 22. März 2026 dagegen ausschließlich positiv in Erinnerung bleiben: Mit 204 Metern segelte sie in ihrem 25. Versuch erstmals über die magische 200-Meter-Marke und erreichte damit ihr letztes Karriereziel.

Ebenfalls erstmals ĂĽber 200 Meter schaffte es zudem Annika Sieff. Die Italienerin stellte mit ihren 205 Metern einen neuen Landesrekord auf und landete nach einem hochklassigen ersten Durchgang auf Rang 18. Hinter ihr reihten sich die Japanerin Ringo Miyajima (194 m) und Gyda Westvold Hansen ein, die schon nach dem Absprung nicht sauber in ihr Flugsystem kam und den Versuch bei 177,5 Metern aufgeben musste.

Bereits mit der Qualifikation endete das Wochenende und somit auch die Karriere von Anna Hollandt. Die Springerin vom SC Degenfeld belegte mit 161,5 Meter den 26. Platz und durfte somit nicht mehr am Wettkampf teilnehmen. Ihre persönliche Bestweite konnte sie am Samstag als Vorfliegerin noch auf 198 Meter verbessern. Hollandt wurde in Oberstdorf 2021 Mixed- und in Planica 2023 Team-Weltmeisterin, gewann zudem ein Teamspringen im Weltcup und landete im Einzel ein Mal auf dem Podium.

Lisa Eder beendet Saison vorzeitig

Zwar auf der Startliste, aber nicht mehr auf der Schanze war dagegen Lisa Eder. Die Österreicherin hatte am Samstag ihre Saison bereits für beendet erklärt und verzichtete somit auf eine Teilnahme heute wie auch beim Weltcup-Finale der besten 15 des Gesamtweltcups in der kommenden Woche.

Es zieht sich schon durch die ganze Saison, dass ich hinten von der Skistellung zu breit werde, sobald ich einen Skidruck bekomme. Beim Skifliegen sind die Kräfte noch größer, entsprechend auch der Skidruck. Es fĂĽhlt sich zwar grundsätzlich kontrolliert an, aber in der Luft wird es unruhig. Jetz am Ende der Saison merke ich auch deutlich, dass die Energie nicht mehr ausreicht. Meine Kraftreserven sind weitgehend aufgebraucht und es fällt mir schwer, die nötige Spannung zu halten – sowohl fĂĽr die letzten FlĂĽge als auch um den Skidruck sauber auszugleichen“, begrĂĽndete Eder ihre Entscheidung.

» Weltcup-Kalender 2025/2026 (Frauen): Alle Termine im Überblick

Die finale Station der Weltcup-Saison ist auch für die Frauen das slowenische Planica. Dort dürfen sie erstmals von der Flugschanze springen. Am Freitag finden ab 9 Uhr zwei Trainingsdurchgänge statt, der Wettkampf steigt dann am Samstag um 15 Uhr (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 644 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

3 Kommentare

  1. Das ist nur noch lächerlich. Die Bedingungen waren ein Witz im Vergleich zu denen am Freitagabend, wo sie auf Teufel komm raus die Männerquali durchpauken mussten. Ansonsten freue ich mich sehr, dass Katha noch die 200 geknackt hat:-)

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