Vierschanzentournee

Ryoyu Kobayashi gewinnt Vierschanzentournee-Auftakt in Oberstdorf

Ryoyu Kobayashi reitet weiterhin auf der Erfolgswelle: Er gewinnt das spannende Auftaktspringen der Vierschanzentournee 2018/2019 in Oberstdorf hauchdünn vor Markus Eisenbichler und bestätigt damit seine Favoritenrolle.

Am Ende wurde es noch einmal richtig eng. Fast wäre es Markus Eisenbichler zum Auftakt der 67. Vierschanzentournee gelungen, den haushohen Favorit Ryoyu Kobayashi zu schlagen. Der 22-jährige Japaner, der das Feld schon nach dem ersten Durchgang angeführt hat, setzte sich mit nur vier Zehnteln Vorsprung gegen den Deutschen durch, der trotz des verpassten Auftakt-Sieges für großen Jubel bei den 25.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Schattenberg gesorgt hat.

Mit Sprüngen auf 138,5 und 126,5 Metern erzielte Kobayashi am Sonntagabend insgesamt 281,9 Punkte und blieb damit hauchdünn vor Eisenbichler, der auf 133 und 129 Meter (281,9 P.) kam. Den dritten Platz belegte Qualifikationssieger Stefan Kraft aus Österreich mit 131 und 134,5 Metern (280,5 P.).

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„Das war geil. Es waren nicht meine besten Sprünge, aber das Selbstvertrauen ist da. Als ich wusste, dass ich ziemlich nah an der grünen Linie war, war das einfach ein geiles Gefühl“, jubelte Eisenbichler über seinen ersten Podiumsplatz bei der Vierschanzentournee.

Wellinger und Freund scheiden aus

Dennoch war es für die deutsche Mannschaft ein Wettbewerb mit Licht und Schatten. Im ersten Durchgang machte sich zunächst Enttäuschung breit, weil mit Andreas Wellinger (39.) und Severin Freund (36.) die besten deutschen Skispringer der vergangenen Jahre ausschieden sind und alle Chancen auf eine gute Gesamtplatzierung bei dieser Tournee eingebüßt haben.

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Olympiasieger Wellinger kam nicht über schwache 114,5 Meter hinaus und scheiterte im K.o.-Duell am Österreicher Markus Schiffner. „Ich war verdammt spät dran und habe dann keinen Druck auf die Kante gebracht“, sagte der sichtlich enttäuschte 23-Jährige: „Das muss ich erstmal sacken lassen. Gestern habe ich einen Schritt vorwärts gemacht, heute zwei zurück.“

Lokalmatador Karl Geiger musste sich auf seiner Heimschanze mit dem zwölften Platz zufriedengeben, der Willinger Stephan Leyhe folgte dahinter auf Rang 13. Weitere Weltcuppunkte haben aus der deutschen Mannschaft auch Richard Freitag (16.), David Siegel (17.), Pius Paschke (21.) und Constantin Schmid (24.) gesammelt.

Top-Athleten büßen Tournee-Chancen ein

Wellinger und Freund waren nicht die einzigen namhaften Springer, die enttäuscht aus Oberstdorf abreisen. Auch die beiden Norweger Anders Fannemel (33.) und Daniel-André Tande (44.) unterlagen in ihren Duellen, mussten im Finale zuschauen. Aus der deutschen Mannschaft sind auch Felix Hoffmann (41.), Moritz Bär (44.) und Martin Hamann (49.) ohne Punkte geblieben.

Stjernen verpasst Podium

Der Norweger Andreas Stjernen startete mit dem vierten Platz in die Tournee, sein Teamkollege Robert Johansson wurde Siebter.

Ohne den erhofften Podiumsplatz, aber mit gleich drei Athleten unter den Top Ten haben die Polen das Auftaktspringen des ersten Saison-Highlights dieses WM-Winters beendet. Titelverteidiger Kamil Stoch wurde allerdings „nur“ Achter, besser lief es für Dawid Kubacki und Piotr Zyla als Fünfter bzw. Sechster. Timi Zajc belegte als bester Slowene den neunten Platz.

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Die Vierschanzentournee wird mit dem traditionellen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen fortgesetzt. Am Montag stehen ab 11:45 Uhr zunächst zwei Trainingssprünge auf dem Plan, um 14 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt dann die Qualifikation.

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Über Marco Ries 588 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

17 Kommentare

  1. Was für eine Schande wie Walter Hofer Ryoyu hinter sich zieht. Sowas von respektlos. Er sollte dafür bestraft werden und sich beim Ryoyu und den Zuschauern entschuldigen!

  2. Ich bin zwar ein Fan unserer deutschen Adler, aber Kraft für Österreich und Eisenbichler kaschieren das schlechte Abschneiden beider Nationen. Glückwunsch an den Japaner, war doch am Ende knapper als erwartet.

  3. Leute macht euch keine Sorgen König kamil hat spätestens nach den 2 schlechten Sprung Blut geleckt und der wird aufjedenfall zu 100 Prozent zurückschlagen da bin ich mir sicher und dann werden wir noch sehen wer die Nase vorne haben wird.

  4. Es wird immer schlimmer und immer lächerlicher… Sympathiepunkt da, Schlechtwetterpunkt dort, Deutschlandbonus so oder so… Und habt ihr gesehen wie Walter Hofer Kobayashi hinter sich her zerrt !?! Totale Schweinerei !!!

  5. Kraft hat sowohl einen guten Quali- als auch einen guten Wettkampfsprung gezeigt. Außerdem weiß er, wie man die Tournee gewinnt. Er wird definitiv der härteste Gegner von Kobayashi werden.

  6. „Olympiasieger Wellinger kam nicht über schwache 114,5 Meter hinaus und scheiterte im K.o.-Duell am Japaner Naoki Nakamura.“

    KORREKTUR:
    Wellinger verlor sein K.O.-Duell gegen Markus Schiffner/AUT, Severin Freund verlor gegen Nakamura/JAP knapp das Duell.

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