Titelverteidiger landet vor Leyhe

Stefan Kraft gewinnt erste Qualifikation in Wisla

Foto: GEPA

Stefan Kraft feiert in Wisla einen gelungenen Saisoneinstand. Der österreichische Gesamtweltcup-Titelverteidiger gewinnt die Qualifikation vor dem Deutschen Stephan Leyhe. Mehrere Top-Athleten bleiben beim ersten Kräftemessen der neuen Weltcup-Saison hinter den Erwartungen.

Mit einem Sprung auf 126,5 Meter machte Stefan Kraft als Schlussspringer bei der ersten Qualifikation des Olympia-Winters alles klar. Vor dem Weltcup-Auftakt im polnischen Wisla stellte der Österreicher die Verhältnisse des vergangenen Winters wieder her – und sicherte sich nach zwei starken Trainingssprüngen den Sieg in der Qualifikation. Mit insgesamt 129,5 Punkten setzte sich der 24-Jährige gegen den starken Deutschen Stephan Leyhe durch, der auf 124,5 Meter (127,6 P.) kam. Den dritten Platz belegte beim ersten internationalen Kräftemessen des Winters der Japaner Junshiro Kobayashi mit 126 Metern (126,5 P.).

Erstmals in der Geschichte findet der Weltcup-Auftakt der Skispringer im polnischen Wisla statt. 74 Athleten aus 17 Nationen waren gemeldet – und sie alle mussten sich der ersten Qualifikation des Winters stellen. Denn vorqualifiziert sind in Zukunft keine Athleten mehr – die Regeländerung war im Vorfeld bei Trainern und Springern auf massive Kritik gestoßen.

DSV-Team mannschaftlich beeindruckend

Den deutschen Skispringern bereitete die Ausscheidung am Freitagabend keine Probleme. Neben Leyhe wussten aus der deutschen Mannschaft auch Andreas Wellinger und Richard Freitag zu überzeugen. Der 22-jährige Wellinger, der im Vorfeld der Saison als größter deutscher Hoffnungsträger gehandelt wurde, steigerte sich nach zwei mäßigen Trainingssprüngen in der Qualifikation mit 121,5 Metern und dem vierten Platz. Teamkollege Richard Freitag wurde nach guten Trainingsleistungen mit 123 Metern Fünfter.

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Aus den deutschen Reihen schafften es mit Karl Geiger als Achter und Markus Eisenbichler als Zehnter zwei weitere Athleten unter die Top Ten. Pius Pachke (15.) und David Siegel (20.) rundeten das mannschaftlich starke Auftreten des Teams von Bundestrainer Werner Schuster ab.

Polen stark, Hayböck und Tande schwächeln

Daneben waren unter den besten Athleten vor allem heimischen Skispringer aus Polen vertreten, wenngleich die Mannschaft von Stefan Horngacher nicht nahtlos an die beeindruckende Dominanz aus dem letzten Sommer anschießen kann. Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch wurde als Fünfter – punktgleich mit Freitag – bester Pole, hinter ihm landeten Stefan Hula (7.) und Maciej Kot (9.). Der Seriensieger des vergangenen Sommer-Grand-Prix, Dawid Kubacki, wurde 13.

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Noch Luft nach oben ließen hingegen der Österreicher Michael Hayböck und der Norweger Daniel Andre Tande, die nicht über die Plätze 22 bzw. 26 hinaus kamen. Auch der Slowene Peter Prevc dürfte sich mehr als einen 24. Platz ausgerechnet haben.

Tschechischer Newcomer stürzt

Gleich mehrere Athleten hatten während des Trainings und der Qualifikation bei der Ausfahrt zu kämpfen, scheinbar bereitete die nicht nicht ganz ebene Schanzenpräparierung Probleme.

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Am schlimmsten erwischte es Vojtech Stursa (66.) : Der 22-jährige Tscheche verkantete nach der Landung, kam zu Sturz und verdrehte sich dabei das linke Knie. Eine Diagnose liegt bislang noch nicht vor.

Janda scheidet vor Karriereende aus

Jakub Janda wird seine aktive Skisprungkarriere wenig glorreich beenden: Mit 106 Metern kam der Vierschanzentournee-Sieger der Saison 2005/2006 nicht über den 64. Platz hinaus. Beim ersten Einzel-Wettbewerb der Saison am Sonntag ist der Tscheche, der nun in die Politik wechselt, nur Zuschauer.

Unter den insgesamt 24 Athleten, die in der Qualifikation aussortiert wurden, befinden sich mit Robert Kranjec (51.), Gregor Deschwanden (57.) und Anze Lanisek (69.) weitere namhafte Athleten.

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Am Samstag wird es für die Skispringer erstmals ernst: Um 15 Uhr startet der Probedurchgang, um 16 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der erste Team-Wettbewerb des olympischen Winters.

Über Marco Ries 403 Artikel

Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

6 Kommentare

  1. Am Samstag wird es für die Skispringer erstmals ernst: Um 15 Uhr startet der Probedurchgang, um 14 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der erste Team-Wettbewerb des olympischen Winters. ?
    Interessant:)

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