Beerdigung verschoben

Trotz Schicksalsschlag: Johann Andre Forfang bestreitet Olympia-Wettkämpfe

Zwischen tiefer Trauer und sportlichem Ehrgeiz: Johann Andre Forfang nimmt am olympischen Skispringen teil, während zu Hause in Norwegen sogar eine Beerdigung verschoben wird.

Norwegens Johann Andre Forfang tritt bei den Olympischen Winterspielen von Mailand-Cortina in Predazzo (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) an, obwohl sein Vater erst am vergangenen Wochenende verstorben ist. Für den olympischen Traum ergreift die Familie besondere Maßnahmen.

„Ich dachte ja, dass er während der Titelkämpfe noch hier sein würde, daher ist es unwirklich und unglaublich schwer, dass er das nicht mehr miterleben darf“, sagte Forfang dem norwegischen Rundfunk ‚NRK‘ über den Tod seines Vaters Hugo im Alter von 68 Jahren nach langem Krebsleiden.

„Es war ein starker Wunsch von Papa“

Die Teilnahme an den Spielen war laut Forfang ein expliziter Wunsch des Verstorbenen. Der Sportler betonte die enge Verbindung zu seinem Vater im Hinblick auf seine Karriere: „Es war ein starker Wunsch von Papa, dass ich reise und das zu Ende bringe, was trotz allem unser gemeinsames Projekt ist.“

Auch Norwegens Sprungchef Jan-Erik Aalbu bestätigte, dass Forfangs Teilnahme für die Familie außer Frage stand: „Denn Hugo war ein Skisprung-Enthusiast, und das war er all die Jahre.“ Forfang selbst kündigte an, sein sportliches Wirken fortan seinem Vater zu widmen: „Das werde ich tun, und ich werde für Papa den Rest meiner Karriere springen.“

Beerdigung verschoben: „Erleichtert, dass ich nicht wählen musste“

Um dem 30-Jährigen die volle Konzentration auf die Wettkämpfe zu ermöglichen und eine vorzeitige Abreise zu vermeiden, traf die Familie eine außergewöhnliche Entscheidung: Die Beerdigung von Hugo Forfang findet laut ‚NRK‘ erst nach dem Ende der olympischen Skisprung-Wettbewerbe statt.

Da der letzte Wettbewerb der Männer für den 16. Februar angesetzt ist, wird die Beisetzung mehr als zwei Wochen nach dem Todestag erfolgen. „Ich bin erleichtert, dass ich nicht zwischen Olympia oder der Beerdigung wählen musste“, erklärte Forfang über die logistische Regelung innerhalb der Familie.

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Bereits am vergangenen Wochenende war Forfang unter schwierigen Umständen beim Weltcup in Willingen gestartet, während sein Vater bereits im Sterben lag. In Willingen wollte Forfang zudem einen besonderen Gruß senden: Auf seinen Handschuhen stand die Botschaft „Danke Papa“.

Spezielle Handschuhe bei Einbruch gestohlen

Diese Handschuhe wurden wenig später bei einem Einbruch in die Umkleide der norwegischen Mannschaft in Willingen entwendet. „Ich bin froh, dass ich es noch geschafft habe, einen letzten Gruß an Papa zu senden, bevor er ging. Ich weiß, dass er das sehr geschätzt hat“, so Forfang.

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1 Kommentar

  1. GRUSELIG das ich es nur via ES1 erfuhr….find ich auch richtig gegenüber andere medien…..Min dypeste medfølelse.

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