300. Weltcupsieg für Österreich

Daniel Tschofenig feiert historischen Sieg in Lahti – Philipp Raimund verpasst Podest

Foto: imago / Lehtikuva

Daniel Tschofenig überrascht nach einem schwierigen Saisonverlauf beim zweiten Einzel in Lahti und springt überraschend zum 300. österreichischen Weltcupsieg, lässt sogar Dominator Prevc hinter sich. Philipp Raimund schrammt knapp am Podest vorbei.

Mit Sprüngen auf 130,5 und 129,5 Meter sicherte sich Daniel Tschofenig den Sieg beim zweiten Einzelspringen des langen Wochenendes im finnischen Lahti. Der Österreicher erzielte am Samstagabend insgesamt 299,4 Punkte und setzte sich damit knapp gegen den diesjährigen Gesamtweltcup-Sieger Domen Prevc aus Slowenien durch, der in beiden Durchgängen auf 130 Meter (298,8 P.) kam. Auf dem dritten Platz landete Ryoyu Kobayashi aus Japan mit 128,5 und 126 Metern (296,2 P.).

Nach einer teilweise schwierigen Saison des Gesamtweltcup-Siegers der Vorsaison zementierte Tschofenig einen historischen Erfolg für Österreich vor allem mit seinem zweiten Sprung: Nach dem ersten Versuch noch hinter Kobayashi und Prevc auf dem dritten Platz gelegen, nutzte er die Bedingungen perfekt aus – und sicherte so den 300. österreichischen Weltcupsieg im Einzel für Österreich.

„Die Bedingungen waren perfekt. Ich glaube, ich habe hier in Lahti noch nie so gute Bedingungen erlebt. Meine Sprünge haben sich über das Wochenende kontinuierlich verbessert. Es war ein harter Kampf um den Sieg und sehr knapp – daher auch Glückwunsch an die anderen Jungs“, zollte der 23-Jährige auch seinen Konkurrenten Respekt: Tatsächlich trennten gerade einmal 3,2 Punkte die ersten drei Plätze voneinander.

Raimund schrammt am Podium vorbei

4,4 Punkte hinter dem Podest landete diesmal Philipp Raimund: Der Normalschanzen-Olympiasieger, der nach der überraschenden Disqualifikation von Domen Prevc am Vortag den ersten Weltcupsieg seiner Karriere gefeiert hat, musste sich diesmal nach 128 und 129 Metern mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben – dennoch erneut ein starkes Ergebnis des aktuell besten DSV-Skispringers.

„Er springt nach wie vor auf sehr, sehr hohem Niveau. Sein letzter Sprung war auf erstklassigem Niveau. Er ist sehr absprungintensiv und auch seine Landung war in Ordnung, aber das Niveau hier ist einfach sehr hoch“, analysierte Stefan Horngacher im ‚ZDF‘.

Wellinger schon im ersten Durchgang ausgeschieden

Neben Raimund schafften es aus der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher nur Felix Hoffmann und Pius Paschke in den Finaldurchgang, waren im Kampf um die vorderen Plätze aber chancenlos: Paschke haderte nach dem Finale vor allem mit seinem zweiten Sprung auf nur 116 Meter, der ihm am Ende Platz 29 einbrachte, Hoffmann wurde nach zuletzt schwachen Ergebnissen immerhin noch 21.

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Andreas Wellinger ist mit 119 Metern und Platz 33 deutlich hinter den Erwartungen und wie schon am Vortag ohne Weltcuppunkte geblieben. Dasselbe Schicksal ereilte aus der deutschen Mannschaft auch Karl Geiger als 42. sowie Luca Roth, der schon an der im Vorfeld ausgetragenen Qualifikation gescheitert ist.

Drei Norweger in den Top Ten

Zumindest aus mannschaftlicher Hinsicht deutlich besser verlief der Wettkampf für die Norweger: Direkt hinter Raimund belegte Marius Lindvik den fünften Platz – doch neben ihm überzeugten aus dem Team von Rune Velta auch Isak Andreas Langmo (7.) und Johann Andre Forfang (9.) unter den besten Zehn.

Komplettiert wurden die Top Ten durch Lokalmatador Nyko Kyktösaho aus Finnland (8.) und den weiterhin besten Polen Kacper Tomasiak (10.).

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Zum Abschluss des langen Wochenendes in Lahti steht am Sonntag der letzte Wettkampf der Saison im Super-Team-Format mit zwei Skispringern je Nation und drei Wertungsdurchgängen auf dem Programm. Um 14 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, bevor um 15 Uhr (alles live bei skispringen.com) dann der erste Wertungsdurchgang auf dem Plan steht.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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Über Marco Ries 1007 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

6 Kommentare

  1. Daniel Tschofenig wurde beim Fremdgehen erwischt, aber darüber sollte man nicht berichten. Oh Gott, was für ein grauenhafter Journalismus!

  2. Regel sind Regel, aber der FIS Controleuer hat am Freitag 1 Stunde nach dem Wettbewerb angegeben, das die Waage mit welcher die Athleten gewogen wurde, nicht geeicht würde. Würdet ihr ihre Nebenkosten ohne Weitereszahlen wenn der Vermieter Zähler ohne Eichaufkleber einbauen würde?

  3. Das einzige Positive an diesem Samstach-Abend: Herr Domen Prevs wurde heut`Nicht Disqualifiziert–Das macht hoffung auf mehr nach dem FIS Wahnsinn gestern Nachmittag!!!

      • @Schneemann: Ja ,die Regeln sind da um eingehalten zu weden,da stimme ich Ihnen zu. Was aber fragwürdig ist,ist das Vorgehen der Fis, wo am Freitag im Nachhinein zugegeben wurde,dass eine Vermessung von Domens Skiern nicht stattgefunden hat,von daher könnten die Skier ja auch gepasst haben,auch wenn es unwahrscheinlich ist,es wurden lediglich vorherige Daten verwendet,das ist nicht in Ordnung! Da gehört für mich dann aber auch dazu,dass ordnungsgemäss und nach den Regeln Alles kontrolliert wird.

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