Deutlicher Vorsprung für slowenischen Überflieger

Domen Prevc springt in Klingenthal überlegen zum Sieg – Philipp Raimund erneut auf dem Podest

Foto: imago / Eibner

Im dichten Nebel von Klingenthal ist Domen Prevc der dominierende Überflieger. Beim Triumph der Slowenen herrscht aus deutscher Sicht Licht und Schatten – zumindest für einen Glanzpunkt sorgt abermals Philipp Raimund.

Mit Sprüngen auf 142,5 und 143 Meter sicherte sich Domen Prevc den Sieg beim ersten von zwei Einzelspringen an diesem Wochenende im sächsischen Klingenthal. Der Gesamtweltcup-Führende aus Slowenien erzielte am Samstagabend in der Vogtland-Arena insgesamt 198,5 Punkte und setzte sich damit deutlich gegen den Österreicher Stefan Kraft durch, der auf 132,5 und 133,5 Meter (273 P.) kam. Den dritten Platz belegte Philipp Raimund mit 134 und 131 Metern (271,9 P.).

Prevc führte das Feld schon nach dem ersten Durchgang deutlich an und machte allen Beteiligten früh klar, dass der Sieg nur über ihn gehen kann. Mit 25,5 Punkten Vorsprung – umgerechnet mehr als 14 Meter – baut der 26-Jährige seinen Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus. Für Prevc ist es der zwölfte Weltcupsieg seiner Karriere.

Nur zwei Deutsche im Finale

Mit Ausnahme von Philipp Raimund, der zum vierten Mal in diesem Winter auf dem Podest stand, gab es für die deutschen Skispringer beim ersten Weltcup der Saison auf heimischem Boden nicht viel zu holen: Vor knapp 8.000 Zuschauern schaffte neben dem Oberstdorfer nur Felix Hoffmann den Sprung ins Finale, belegte am Ende mit 125,5 und 122,5 Metern aber nur den 29. Platz.

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„Der erste Sieg könnte früher oder später kommen, aber mein Ziel ist es, dass ich meine Sprünge auf demselben Niveau weiter durchbringe. Das habe ich heute klar geschafft, auch wenn es ein bisschen schwierig war, weil der Wind ein bisschen getäuscht hat und es einige Luftlöcher gab“, analysierte Raimund, der zwei Wochen vor dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee weiterhin Deutschlands größter Hoffnungsträger ist.

Andreas Wellinger, im Gegensatz zu Karl Geiger zumindest beim ersten Heim-Weltcup der Saison weiterhin Teil der deutschen Mannschaft, hat mit 123,5 Metern und Platz 40 den Sprung in den Finaldurchgang ebenso verpasst wie seine beiden Teamkollegen Pius Paschke (41.) und Luca Roth (45.).

Nikaido und Kobayashi verpassen Podest

Überraschungsmann des Tages war Ren Nikaido aus Japan, der wie schon am vergangenen Wochenende in Wisla das Podest als Vierter nur knapp verpasst hat und noch vor Landsmann Ryoyu Kobayashi (5.) landete. Hinter ihm folgte Jan Hörl als zweitbester Österreicher auf dem sechsten Platz.

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Mit Halvor Egner Granerud (7.), Kristoffer Eriksen Sundal (8.) und Johann Andre Forfang (10.) landeten gleich drei Norweger unter den besten Zehn. Dazwischen schob sich der Slowene Timi Zajc auf den neunten Platz.

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Am Sonntag startet um 14:30 Uhr zunächst die Qualifikation, bevor um 16 Uhr (alles live bei skispringen.com) dann das zweite Einzelspringen des Wochenendes auf dem Programm steht.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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Über Marco Ries 967 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

24 Kommentare

  1. @Klaus
    Soll ich jetzt über Ihren Kommentar lachen oder weinen. Als Reiter würde ich sagen: Nur Mut Trakehnerblut! Als Realist sage ich: Himmel hilf!!!!!

  2. Quelle ARD Text Aktuell

    Abseits: Sprüche und Zitate

    „Wenn man sich das vorstellt, man fährt
    mit dem Auto nicht mit Schwung um die
    Kurve, sondern mit vier, fünf Ecken.
    Genau so fühlt sich das Springen momen-
    tan an.“

    Skispringer Andreas Wellinger über sei-
    ne Probleme in dieser Saison. Der 30-
    Jährige hatte auch in Klingenthal den
    Finaldurchgang verpasst.

  3. Glückwunsch an die Slowakei zum Sieg–warum bin ich der einziger Deutsch-Engländer der Herr Prevs gratuliert??? Ich schäm mich echt……-.-
    Ach jaa: Wo war heute Welli??^^^^

  4. Heute war bei der deutschen Mannschaft zu erkennen, dass die Trainingssteuerung im Vergleich zu den letzten Jahren klar auf die Höhepunkte der Saison (4-Schanzen und Olympia) ausgerichtet ist. Leider können wir nicht aus so einem Pool wie die Österreicher schöpfen, aber ich habe Hoffnung…

  5. Harte Kost der deutschen Skispringer. Da stimmt ja garnix mehr bei allen außer Raimund… Da muss ja grundlegend was falsch laufen. Wo sind die jungen Talente? Das fällt in vielen Sportarten auf. Genauso beim Biathlon.

      • Was für eine unterirdische Leistung der deutschen Mannschaft….
        Herr Horngacher in der Trainingssteuerung läuft es seit Jahren komplett falsch. Warum ändern Sie nichts? Man oh man lasst uns hoffen des der neue Trainer besser ist und das seit Jahre runtergewirtschafte Team wieder aufrichtet.

  6. Um einmal gleich denjenigen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die gegen Wellinger und möglicherweise auch gegen Paschke (wiederholt) Stimmung machen und sie am liebsten nicht mehr im Welt-Cup sehen möchten und nach „der Jugend“ rufen:
    Im zweitklassigen Continental Cup sieht es nicht besser aus ! Der beste Deutsche in Kuusamo heute (13.12.) war Constantin Schmid als 20. Die weiteren Deutschen nach dem 2. Durchgang: Max Unglaube 23., Ben Bayer 28. Nicht einmal qualifiziert für den 2. Durchgang: Adrian Tittel (35.), Finn Braun (40.), Jannick Feisst (43.).
    Die japanische „Nachwuchshoffnung“ Noriaki Kasai (53 Jahre) landete als 18. noch vor allen Deutschen. Der Sieg ging nach Norwegen vor Österreich und Japan.

    Nun sollen alle Wellinger- und Geiger-Kritiker bitte vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sachgerechte Argumente dafür liefern, Springer aus dem B- oder gar C-Kader bei Weltcup anstelle der beiden einzusetzen. Beim drittklassigen FIS-Cup in der Schweiz am letzten Wochenende war keiner der deutschen Springer jeweils unter den TOP 10.

      • @TeamJapan: Nein, die Gleichung geht nicht so einfach auf. Tatsache ist, dass Wellinger (und Geiger) im Weltcup bis dato unerwartbar schlecht performt haben. Der Continental Cup ist quasi die „Zweite Liga“ des Skispringens. Dass Springer ohne Formnachweis, die von dort ins Weltcupteam aufsteigen, dort keine Chance haben und es besser machen würden als Wellinger/Geiger, ist eine Fehlannahme. Siehe Luca Roth an diesem Wochenende. Auch heute waren die deutschen Springer im Continetal Cup in Kuusamo wieder durchgehend schlecht. Der „beste“ war noch Ben Bayer als 17. Constantin Schmid 28. Und der war vor wenigen Jahren noch festes Mitglied im Weltcupteam. Alle anderen haben dort heute nicht einmal den 2. Durchgang erreicht (J. Faisst, F. Braun, A. Tittel). Die würden im Weltcup hoffnungslos untergehen. Es liegt so viel im Argen beim DSV wie schon lange nicht mehr…

        • @Dario: ich habe nirgends geschrieben,dass alle B-Springer so viel besser sind, ich bezog mich lediglich darauf,dass 2 im Gegensatz zu Wellinger in ihrer Liga gepunktet haben,und sorry aber Wellingers Sprünge sind aktuell nicht besser als das eines dieser 2 B-Kader Springers, so ehrlich sollten Sie dann schon sein. Sich nicht qualifizieren kriegen die auch hin…
          Die ganze Nachwuchsförderung scheint seit Jahren komplett falsch zu laufen…

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