DSV-Quartett auf dem Podium

Norwegen feiert Mannschaftssieg in Lahti

Foto: imago / Lehtikuva

Die norwegische Mannschaft feiert den ersten Mannschaftssieg in dieser Weltcup-Saison, obwohl der Gesamtweltcup-Führende Granerud im Finale patzt und es noch einmal richtig spannend macht. Das DSV-Quartett jubelt nach der Enttäuschung von Zakopane über einen Podiumsplatz.

Mit insgesamt 1024,2 Punkten sicherte sich Norwegen den Sieg im dritten Team-Wettbewerb des laufenden Weltcup-Winters. Die Mannschaft mit Marius Lindvik, Daniel-André Tande, Robert Johansson und Halvor Egner Granerud setzte am Samstagabend im finnischen Lahti gegen Polen (Piotr Zyla, Andrzej Stekala, Kamil Stoch, Dawid Kubacki; 1018,3 P.) und Deutschland (Pius Paschke, Martin Hamann, Markus Eisenbichler, Karl Geiger; 1014,4 P.) durch.

Den Grundstein zum Sieg legte die norwegische Mannschaft schon im ersten Durchgang, als Halvor Egner Granerud mit einem starken Sprung auf 130 Meter der norwegischen Mannschaft als Schlussspringer die Halbzeitführung vor Deutschland und Österreich beschert hat. Im Finaldurchgang hatte der Gesamtweltcup-Führende dann zwar mit großen Problemen im Flug zu kämpfen, sicherte den Sieg seiner Mannschaft mit 122,5 Metern aber gerade noch ab.

Karl Geiger glänzt als Schlussspringer

Eine Woche nach dem enttäuschenden sechsten Platz in Zakopane haben sich die deutschen Skispringer deutlich verbessert präsentiert. Bundestrainer Stefan Horngacher hat diesmal wieder auf Martin Hamann gesetzt, der seine starke Leistung aus dem Trainingsdurchgang aber nicht wiederholen konnte und vor allem im Finaldurchgang wertvolle Meter liegen gelassen hat. „Der zweite Sprung fiel mir nicht ganz so leicht wie der zweite. Für mich ist das keine Enttäuschung, sondern ich bin froh, dass ich dabei sein und das Team unterstützen konnte“, sagte der 23-Jährige aus dem Erzgebirge im ‚ZDF‘.

Besonders stark hat sich in der deutschen Mannschaft vor allem Karl Geiger präsentiert, der im Finaldurchgang auf starke 129 Meter kam und damit nationenübergreifend der stärkste Einzelspringer des Wettbewerbs war. Der deutsche Schlussspringer aus Oberstdorf sicherte der Mannschaft von Stefan Horngacher damit noch den Podiumsplatz.

„Wir sind deutlich besser gesprungen und waren am Ende knapp am Sieg dabei. Es gibt zwar noch ein, zwei Baustellen, aber wir sind mit deutlich mehr Selbstvertrauen gesprungen und können sehr zufrieden sein“, erklärte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Österreich verpasst Podium

Damit kam die österreichische Mannschaft, die am vergangenen Wochenende in Zakopane noch den zweiten Team-Sieg in dieser Saison gefeiert hat, nicht über den vierten Platz hinaus. Das Quartett mit Huber, Michael Hayböck, Stefan Kraft und Philipp Aschenwald erzielte insgesamt 1003 Punkte und landete damit deutlich vor den fünftplatzierten Japanern (Yukiya Sato, Yuken Iwasa, Keiichi Sato, Ryoyu Kobayashi; 957,3 P.).

„Ich hatte zwei coole Sprünge und bin sehr zufrieden. Der vierte Platz tut schon ein bisschen weh, weil wir uns einen Stockerlplatz schon erhofft hätten. Aber Karl hat eine richtige Bombe ausgepackt, das war sicher der beste Sprung von heute und das muss man anerkennen. Aber wir werden wieder zurückschlagen“, sagte Stefan Kraft im Anschluss.

In Team Slowenien (938 P.) entpuppte sich vor allem Ziga Jelar als Schwachstelle, für das Quartett – außerdem bestehend aus Bor Pavlovcic, Peter Prevc und Anze Lanisek – reichte es damit nur für den sechsten Platz.

Finnland hinter der Schweiz

Die finnischen Gastgeber (Antti Aalto, Eetu Nousiainen, Jarrko Määttä, Niko Kytosaho; 772 P.) belegte nur den achten Platz hinter der Schweiz (Andreas Schuler, Sandro Hauswirth, Dominik Peter, Gregor Deschwanden; 792,8 P.), die auf Vierfach-Olympiasieger Simon Ammann verzichten musste.

Das Team der Vereinigten Staaten ist nach dem ersten Durchgang vorzeitig ausgeschieden. Insgesamt waren nur neun Mannschaften am Start.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zum Weltcup in Lahti

Zum Abschluss des Wochenendes folgt am Sonntag das Einzelspringen. Um 14:30 Uhr wird zunächst die Qualifikation nachgeholt, die am Freitag den Wetterbedingungen zum Opfer gefallen ist. Um 16 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) folgt dann der Wettbewerb.

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13 Kommentare

  1. Der Autor dieser Seite hat sich viel Mühe gemacht, sie sehr sachlich und informativ zu gestalten. Die Geschwindigkeit, mit der die Informationen aktualisiert werden ist vorbildlich. Leider immer häufiger kann man hier „Kommentare“ lesen, die das gesamte Bild nur verunreinigen. Schade! Vielleicht sollte man doch die Kommentare sortieren?

  2. Das war mal wieder ein sehr schönes Springen! Die Polen mit viel Pech mit dem Wind, Norweger vedient auf dem Podium (aber nicht unbedingt der erste Platz) und Österreich eigentlich auf Platz 3, dank viel Windglück konnte Geiger aber noch was retten. Sei es wie es ist, wir alle hier freuen uns für die Norweger und Polen!!! Gruß aus Rostock Peter-Karl mit Bier!!

    • Weit gefehlt Peter Karl, da war nix mit Windglück für Geiger.
      Ganz im Gegenteil.
      Der ist einfach 2mal saustark gesprungen.
      Wir freuen uns alle darüber, daß seine Form wieder ansteigt. Nur du scheinbar nicht.
      Schöne Grüße nach Rostock.

  3. Das war doch heute endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung.
    Mit Severin wäre sogar ein Sieg drin gewesen. Der hat sich in den letzten Wochen auf den Schanzen von Sprung zu Sprung gesteigert. Wohingegen der Martin im Training oft gut war und im Wettkampf dann gewackelt hat. Genau wie heute. Der zweite Sprung wäre Severin nicht passiert und viel hat ja nicht zum Sieg gefehlt.
    Für morgen denke ich, dass Geiger ganz vorne dabei ist.

  4. Zwischen Geiger und Kraft herrscht immer noch ein ziemliches Gleichgewicht, wenn man mal die Werte vergleicht. Stoch ist bald weg vom Fenster. Stekala wird nie ein Großer, der muss eher aufpassen, dass er nicht mal aus Versehen schon mitten im Sprung mit seinem Clownsgezappel anfängt. Norwegen ist zu Recht ganz vorne, obwohl die Punktabstände recht klein wirken.

  5. Na das war doch mal ein spannender Teamwettbewerb mit relativ knappen Abständen.
    Das deutsche Team zeigte sich wieder deutlich besser, als noch letzte Woche.
    Besonders Karl Geiger konnte wieder deutlich zulegen, sehr schön.

    Wenn er morgen auch solche Sprünge zeigt, kann er auch um den Sieg mitspringen.

    • Geiger war zwar stark, aber „Deklassiert“ würde ich das nicht nennen.
      Besten Sprung hat Granerud gezeigt im ersten Durchgang.
      Und ob Geiger die Leistung morgen wiederholen kann, bleibt abzuwarten.
      Die deutschen Springer sind 2021 nicht konstant.
      Auch Geiger schwankt extrem.
      Trotzdem ging das heute schon mal in die richtige Richtung.

      Morgen kann Geiger und das Team sich dann beweisen. Saison ist zwar noch lange, glaube aber kaum, dass noch jemand an Granerud vorbeikommt, selbst Stoch wird es schwer haben.
      Auch in Nationenwertung geht es eher darum den dritten Platz zu verteidigen, als vorne anzugreifen. Ich täusche mich natürlich jedoch sehr gerne. =)

    • Wenn Geiger der beste Skispringer der Welt sein soll, dann muß er das öfter zeigen. Nicht nur heute mal und morgen vielleicht oder auch nicht. Auch ein Weltmeistertitel ist kein Privileg und gerade in dieser Sportart auch viel Glück dabei.

      • Geiger selbst wird sich sicher nicht als besten Springer der Welt bezeichnen und sehen.
        Das schreien hier nur ein paar Leute um zu provozieren.

        Skispringen ist halt immer eine Mischung aus Können und Glück und grade Weltmeistertitel hat weniger eine Bedeutung als der Weltcup.

        Je mehr Springen in einen Titel einfließen, umso mehr wird das Glück herausgefiltert. Jedoch kommen dann Ausfälle hinzu, die entscheiden können.

        Geiger ist ein guter, aber sicher nicht der beste. Geiger hat aber Potenzial in Form immer um Sieg mitzuspringen.

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