Vierschanzentournee-Generalprobe

DSV-Skispringer für Engelberg nominiert: Debütant rückt für schwächelnden Andreas Wellinger nach

Foto: imago / Eibner

Während Andreas Wellinger und Karl Geiger bei der Generalprobe für die Vierschanzentournee in Engelberg nicht dabei sind und stattdessen traineren, nominiert Bundestrainer Stefan Horngacher nun einen Debütanten.

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat am Mittwoch das bestätigt, was sich schon beim zurückliegenden Weltcup-Wochenende im sächsischen Klingenthal abgezeichnet hat: Andreas Wellinger wird nach schwachen Leistungen in Klingenthal auf die anstehende Generalprobe für die Vierschanzentournee im schweizerischen Engelberg (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) verzichten, um sich stattdessen dem Training zu widmen. Auch Karl Geiger fehlt beim letzten Wochenende vor Weihnachten.

„Andi Wellinger und Karl Geiger werden die wettkampfreie Zeit nutzen und mit Trainer Max Mechler auf den Schanzen in Oberstdorf und Planica trainieren“, erklärte Bundestrainer Stefan Horngacher zur Nominierung für Engelberg, wo die nächsten beiden Einzel-Wettbewerbe auf dem Programm stehen.

Weltcup-Debüt für Ben Bayer

Für Wellinger rückt nun Ben Bayer erstmals in die Weltcup-Mannschaft. Der 21-Jährige, der zuletzt im Continentalcup eingesetzt wurde, wird es die erste Teilnahme im Weltcup sein. Bislang kam der Skispringer aus Pfullingen 2023 und 2024 nur während des Sommer-Grand-Prix in der höchsten Wettkampfklasse des Skispringens zum Einsatz.

„Ben ist ein 21-jähriger, talentierter Nachwuchsspringer, der in Engelberg erste Erfahrungen im Weltcup sammeln soll“, sagte Horngacher vor der Abreise nach Engelberg: „Wir haben am gestrigen Mittwoch noch ein Sprungtraining auf der Schanze in Oberstdorf absolviert und reisen heute in die Schweiz weiter.“

Raimund bleibt größter Hoffnungsträger

Weiterhin dabei ist Luca Roth, der schon in Klingenthal für Karl Geiger in die Mannschaft gerutscht ist. Ergänt wird das Team weiterhin von Philipp Raimund, Felix Hoffmann und Pius Paschke. Die größten Hoffnungen ruhen aber weiterhin auf Raimund, der zuletzt für die besten Ergebnisse der schwächelnden DSV-Mannschaft gesorgt hat.

Änderung bei den Frauen: Hollandt nicht in Engelberg

Auch bei den Frauen kommt es zu Änderungen: Anna Hollandt verzichtet auf das Weltcup-Wochenende in Engelberg (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos). „Sie wird noch einmal, nachdem sie im Knie endlich wieder beschwerdefrei ist, zwei Wochen richtig trainieren, noch einmal Kraftaufbau betreiben. Zwischen den Krafteinheiten geht sie immer wieder Skispringen“, erklärte Bundestrainer Heinz Kuttin.

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Wieder zurück in der Mannschaft sind hingegen Alvine Holz und Emely Torazza. „Beide bekommen die Chance, sich vor der Two-Nights-Tour noch einmal im Weltcup zu zeigen. Dann schauen wir, wer das Team zur Two-Nights-Tour und danach schlussendlich verstärken wird“, so Kuttin weiter.

Als gesetzt gelten Katharina Schmid, Selina Freitag, Agnes Reisch und Juliane Seyfarth, die das deutsche Frauen-Sextett in Engelberg komplettieren. „Dieser Trend, speziell bei Agnes und Selina, ist sehr erfreulich. Sie werden immer konstanter und springen in den Top-Ten in Richtung Podium. Das ist schon sehr knapp“, sagte Kuttin.

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6 Kommentare

  1. @EddytheGermanEagleGonnies. Mein Kommentar hat nichts mit Dauermeckern – schon gar nicht „über alles“ zu tun, vielmehr zeige ich faktenbasiert den aktuellen Zustand des deutschen Skisprungnachwuchses auf. Dieses Forum bzw. Foren generell, sollen doch zum offenen und kritischen Gedankenaustausch dienen und hier nicht zur allgemeinen Dauerlobhudelei mit Blick durch die rosarote Brille. Wenn Sie fundiert-kritische Anmerkungen nicht lesen möchten, dann bleiben Sie diesem Forum fern oder liefern Sie auch einmal sachliche Beiträge.

    • @Dario: schon mal überlegt, dass es vielleicht gerade eben keine Supertalente in Deutschland gibt? Sie kommen immer nur mit ihren Fakten,aber stellen nie in den Raum,dass es wohl derzeit keine Topnachwuchsleute mit sehr grossem Talent zu geben scheint. Das muss man meiner Meinung nach auch mitberücksichtigen. Geht ja nicht nur Deutschland so…

      • @Suomirockt: das trifft es doch auf den Punkt und genau das unterlege ich mit Fakten: keine Topnachwuchsleute = eben deswegen zweitklassige Ergebnisse in den letzten Jahren im CoC- und FIS-Cup. Die Gründe dafür erscheinen womöglich multifaktoriell: Zum einen im föderalen System begründet mit mehreren Stützpunkten, wo die Konkurrenz untereinander fehlt. Hier kann eine Zentralisierung wie im Skigymnasium Stams in Österreich dafür nützlich sein. Zum anderen fehlt es der Generation Z im Sport mehr als Vorgängerjahrgängen an Leistungsanreizen und auch das Thema Geld spielt eine Rolle. Ohne Sponsoren müssen die Eltern den Sport zu einem nicht unerheblichen Teil mitfinanzieren. Es gibt eben auch große Konkurrenz durch andere Sportarten und leider regiert Fußball medial und finanziell zu stark.
        Dennoch darf an dieser Stelle auch (faktenbasierte) Kritik, die weit über beleidigtes Getöse hinausgeht, an dieser Stelle erlaubt sein. Der Wintersport wird immerhin nicht unerheblich durch Öffentliche Mittel (Infrastruktur, Personal etc.) mitfinanziert. Dann darf schon hinterfragt werden, wie es möglich ist, wieder Top-Nachwuchsleute auszubilden, die in einigen Jahren auf Paschke, Geiger, Wellinger und co. folgen. Wir diskutieren hier immerhin über Spitzen- und nicht Hobby- oder Kneipensport.

    • @ Peter Schmidt. Na ja, die Entscheidung, den Kader mit Ben Bayer für Wellinger aufzufüllen, ist mehr aus der Not (Formschwäche Geiger und Wellinger) heraus entstanden. Sportlich hat sich Ben Bayer sicher nicht qualifiziert nach den Plätzen 17 und 28 bei den beiden Wettkämpfen im zweitklassigen Continental Cup in Kuusamo am vergangenen Wochenende. Dies gilt aktuell im übrigen auch für alle anderen deutschen (Nachwuchs-)Springer, die ebenfalls im CoC bzw. im drittklassigen FIS-Cup gestartet sind. Alle zum Teil weit hinter der Konkurrenz aus Norwegen, Slowenien und insb. Österreich. Ein Blick in die Ergebnislisten lohnt sich und lässt erschaudern.

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