Karl Geiger springt pünktlich zu Olympia wieder in der Weltspitze, doch er darf nicht mit nach Predazzo: Bundestrainer Horngacher erklärt die Entscheidung und kritisiert das deutsche Nominierungssystem.
Die Vorbereitung der deutschen Skispringer auf die Olympischen Winterspiele von Mailand-Cortina wird von einer Personalie überschattet, die den Bundestrainer sichtlich bewegt.
Obwohl Karl Geiger bei der Skiflug-WM in Oberstdorf und dem Weltcup in Willingen wieder Top-Leistungen gezeigt hat, fehlt er im deutschen Aufgebot. „Für ihn tut mir das echt leid“, erklärte Stefan Horngacher vor der Abreise nach Italien.
„Über unser System nachdenken“: Horngacher hadert mit DOSB-Richtlinien
Hinter der Entscheidung steht eine grundsätzliche Debatte über das deutsche Sportsystem. Horngacher blickt dabei kritisch auf die strengen Qualifikationsrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die kaum Spielraum für kurzfristige Formschwankungen lassen.
„Da könnte man vielleicht auch mal über unser System in Deutschland nachdenken. In Österreich ist es ein bisschen anders. Da können dann mehr die Trainer entscheiden, wer aktuell der Beste ist und zu Olympia fahren soll. Das war jetzt bei uns nicht unbedingt gegeben“, erklärte Horngacher am Dienstag.
Um die vom DOSB vorgegebene Norm für die Olympischen Winterspiele zu erreichen, hätte Karl Geiger bis einschließlich des Sapporo-Wochenendes mindestens eine Top-Acht-Platzierung oder zwei Plätze unter den besten 15 benötigt – das ist ihm nicht gelungen.
Bundestrainer verärgert: Willingen-Podest zwei Wochen zu spät
Erst zwei Wochen später hat er mit seinem dritten Platz in Willingen dann für den erst neunten deutschen Podestplatz in diesem Winter gesorgt.
„Wir mussten nach den Ergebnissen im Vorfeld aufstellen. Und dabei weiß ich nicht, ob das eigentlich sportlich das Richtige ist“, führte Horngacher weiter aus: „Es kommt mit Olympia das größte Event und der eine ist im November gut und der andere eben knapp vor Olympia. Dann ist als Trainer eigentlich die Frage: Wen nehme ich mit? Aber wir haben keine andere Wahl und müssen uns nach diesen Richtlinien strecken.“

Bitte bleibt sachlich und vor allem beim Thema!
Hier geht es allein um die Qualifikationskriterien für deutsche Olympiateilnehmer, nicht um politische, wirtschaftliche oder verwaltungstechnische Probleme in Deutschland. Solche Stammtischsprüche sind in der Sache nicht hilfreich.
Es ist das übliche in der reformunfähugen BRD generell! Von Planfeststelloungsverfahren über dies und das bis zu Olympia-Nominierungen. Dieser Staat kann nicht mehr anders – er hat sich festgefahren und ist darum nur noch Schwellen-, bald Entwicklungsland. Außer die große Fresse, die es v.a. in der Weltpolitik immer noch gibt… Hier müssteal in allen Sphären eine „Wende“ stattfinden, die alte graue Zöpfe abschneidet und das Land ehrlich modernisiert. Es klappt doch in der Informations-, Dienstleistungs-, sozialen „Markt“gesellschaft nirgendwo mehr – und im Sport ist das nicht anders. Vorschriften kleben mit Pattex an den Wänden und Leute mit dem Leim an den Stühlen. So modernisiert sich das Land nicht – das „den Bach runter“ spürt man ja schon lange.
Ich kann überhaupt nicht verstehen, was in unserem Sport noch für antiquierte Regeln gelten. Sportler sollen so trainieren, dass sie zu Meisterschaften fit sind. Wenn sie schon zig Wochen vorher Höchstleistungen bringen müssen, um sich qualifizieren zu können ist es kein Wunder, dass sie bei Meisterschaften über ihre Bestform hinweg sind.
Es liegt doch gar nicht an den Funktionären sondern an den zu starren Kriterien. Warum darf ein deutscher Sportler, der aktuell der Beste seiner Disziplin ist, nicht bei Olympia starten? Das ist doch schizophren, das klappt in anderen Ländern besser! Hier muss man einsehen, dass da was falsch läuft und jetzt schnellstens eine Nachnominierung ermöglichen.
Das wäre das richtige Zeichen des Verbandes und des OK.
Funktionäre sollten alle entlassen werden (ohne anschließende Boni), bis auf die, die mindestens 10 Jahre lang vor ihrem „Schreibtischdasein“ selbst aktive Sportler waren und an internationalen Meisterschaften teilgenommen haben !
Die Entscheidungen, welche Sportler an welchen Wettkämpfen teilnehmen, haben nur die Trainer zu treffen (aber nicht auf der Basis irgendwelcher, unsinniger Vorschriften)
In vielen anderen Ländern sind die Sportler zum Höhepunkt fit! Bei uns können die Sportler ihre Form nicht von der Nominierung bis zum Höhepunkt halten. Das sollten auch die Funktionäre langsam begreifen!!!
Es ist wie überall im Sport.Die Funktionäre haben keine Ahnung sind noch von einer Schanze gesprungen und kleben mit Ihren Hinterteilen an Ihren Sitzen.
andersrum kann man auch sagen: Regeln sind Regeln und die für die Olympia Quali nicht erst seit gestern bekannt. Fakt ist dass Geiger halt im ersten Drittel der Saison weit weg von der Form war und das war halt entscheidend.
Die alten Funktionäre gehören alle weg. Kosten den deutschen Sport nur unnötig viel Geld. Nominierung sollten Trainer und entscheiden.
eigentlich wird im Sommer vor einer WM oder Olympia immer gesagt, die Form wird auf das Saisonhighlight aufgebaut, nun wäre eine Nominierung frühestens 3 Wochen davor sinnvoll
Das ganze System ist scheisse. Die alten Funktionäre bestimmen haben aber keine Ahnung. Zurück bleiben die Sportler die 4 Jahre darauf hin gearbeitet haben. Es geht doch ganz einfaches sollte den einfach nach melden. E