Geiger überrascht

Embacher und Prevc teilen sich Qualifikationssieg am Holmenkollen in Oslo

Foto: imago / GEPA

Stephan Embacher und Domen Prevc trotzen den schwierigen Windbedingungen am Holmenkollen in Oslo und sichern sich punktgleich den Qualifikationssieg. Während Philipp Raimund zu kämpfen hat, überrascht Karl Geiger.

Kopf-an-Kopf-Rennen im Kampf um den Qualifikationssieg am Holmenkollen in Oslo – am Ende jubeln gleich zwei Skispringer: Stephan Embacher erzielte mit 134 Metern zwar die Bestweite, doch Domen Prevc kam bei deutlich schwierigeren Bedingungen auf ebenfalls starke 128 Meter. Mit jeweils 130 Punkten teilten sich der Österreicher und der Slowene am Ende den Sieg in der Qualifikation für das erste der beiden Einzelspringen an diesem Wochenende. Den dritten Platz belegte mit Anze Lanisek (128 m; 124,1 P.) ein weiterer Skispringer aus Slowenien.

Früh wurde allen Beteiligten klar, dass es kein einfacher Auftakt in drittletzte Weltcup-Wochenende der diesjährigen Saison werden würde: Hohe Windgeschwindigkeiten mit gelegentlichen Böen hatten die Meteorologen für das gesamte Wochenende, im Speziellen aber für Freitag angekündigt. Das offizielle Training im Vorfeld musste mehrfach verschoben werden – der erste und einzige Trainingsdurchgang startete am Ende mit mehr als zweieinhalb Stunden Verspätung.

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Doch gegen Abend hatte sich der Wind dann beruhigt – die insgesamt 65 gemeldeten Athleten konnten ihre Vorausscheidung für den Wettbewerb am Samstag bestreiten. Doch auch diesmal sorgte der Wind wieder für einige Verzögerungen.

Lindvik sorgt für Schreckmoment

Am gefährlichsten erwischte es Lokalmatador Marius Lindvik, der schon während der Flugphase mit enormen Problemen zu kämpfen und dadurch Mühe hatte, einen schweren Sturz zu verhindern – mit nur 96,5 Metern und dem 65. Platz ist er als Letzter überraschend ausgeschieden.

„Es war schwierig, aber am Ende ist es gut gegangen. Für mich ist es ein guter Tag“, bilanzierte Stephan Embacher, der sich den Siegerscheck in Höhe von 3.000 Euro für die Fotografen noch mit Domen Prevc teilen musste. Ob angesichts des seltenen Ergebnisses beide das volle Preisgeld erhalten, ist noch nicht klar. Domen Prevc ergänzte: „Es waren so wechselhafte Bedingungen heute. Gemeinsam mit Stephan jetzt am Ende hier zu stehen, ist trotzdem großartig.“

Geiger überrascht als bester Deutscher – Raimund mit Problemen

Die deutsche Mannschaft hat sich trotz der schwierigen Bedingungen hingegen geschlossen für Samstag qualifiziert. Mit deutlichen Problemen zu kämpfen hatte aber bei zunehmend schwierigeren Bedingungen gegen Ende vor allem Philipp Raimund, der trotz eines ordentlichen Trainingssprungs schon nach 110 Metern landete und damit nur 42. wurde.

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Als bester Deutscher überraschte unterdessen Karl Geiger, der mit 124,5 Metern den sechsten Platz belegt hat. Daneben sind aus der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher außerdem Felix Hoffmann (14.), Andreas Wellinger (26.), Pius Paschke (28.) und Ben Bayer (36.) im ersten Durchgang startberechtigt.

Aalto mit starker Quali

Während viele Top-Athleten gegen Ende der Qualifikation zu kämpfen hatte, überraschte Finnlands Antti Aalto mit dem vierten Platz der Qualifikationswertung, der seine zuletzt aufsteigende Formkurve erneut bestätigen konnte. Auch der Este Artti Aigro (9.) erzielte als Neunter der Vorausscheidung einen kleinen Achtungserfolg.

Daneben landeten auch die beiden Österreicher Jonas Schuster (5.) und Maximilian Ortner (8.) sowie der Schweizer Felix Trunz (10.) unter den Top Ten.

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Am Samstag startet der Wettkampf um 16:40 Uhr, bereits um 14:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) sind die Skispringerinnen an der Reihe. Angesichts der weiterhin schwierigen Wetterprognosen könnte es aber auch hier zu weiteren Verschiebungen kommen.

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Über Marco Ries 1007 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

1 Kommentar

  1. Ende gut, alles gut. Q oder nicht Q war die einzige Frage, auch wenn das nicht in jedem Fall die normale Leistung abbildet. Spätestens bei Lindvik rutschte das Herz dann doch in die Hose: Das hätte ganz dumm ausgehen können. Und ehrlich: heil bleiben zählt mehr als das (nicht) Q und die morgige (Zuschauer-)Rolle.

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