In Mailand-Cortina

Gold! Philipp Raimund wird sensationell Olympiasieger auf der Normalschanze

Foto: imago / Beautiful Sports International

Ohne je einen Einzel-Weltcup gewonnen zu haben, springt Philipp Raimund bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina sensationell zum Olympiasieg! Der DSV-Skispringer triumphiert nach einer packenden Entscheidung in Predazzo.

Mit SprĂŒngen auf 102 und 106,5 Meter sicherte sich Philipp Raimund sensationell den Olympiasieg auf der Normalschanze. Der Oberstdorfer erzielte am Montagabend in Predazzo insgesamt 274,1 Punkte und setzte sich im Kampf um die erste Goldmedaille im Skispringen der MĂ€nner bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina gegen den Polen Kacper Tomasiak durch, der auf 103 und 107 Meter (270,7 P.) kam.

Bronze ging punktgleich mit Ren Nikaido aus Japan (101 und 106,5 m; 266 P.) und Gregor Deschwanden aus der Schweiz (106 und 107 m) an gleich zwei Athleten.

FĂŒhrung schon nach dem ersten Durchgang

Schon nach dem ersten Durchgang fĂŒhrte Raimund das Feld an: Bei RĂŒckenwind kam der 25-JĂ€hrige auf 102 Meter, setzte dabei den auf der kleinen Schanze so wichtigen Telemark.

Mit einem Punkt Vorsprung auf den ĂŒberraschend starken Franzosen Valentin Fouzbert und 2,7 Punkte auf den Norweger Kristoffer Eriksen Sundal ins Finale gestartet, behielt er trotz einer beeindruckenden Weitenjagd die Nerven.

„Ich war vor dem ersten Sprung sau nervös. Und vor dem zweiten sind die Leute unten permanent ausgerastet – also wusste ich, es geht weit. Ich weiß nicht, wie ich es gemacht habe, aber ich bin so stolz darauf. Jetzt bin ich einfach Olympiasieger – das ist unglaublich“, jubelte Raimund in der ‚ARD‘.

Sundal kam in einem packenden und hochspannenden Finale auf 105 Meter, fiel damit aber noch auf den zehnten Platz zurĂŒck. Danach traf es auch Foubert, der auf den fĂŒnften Platz zurĂŒckfiel.

Ohne Weltcupsieg zum ganz großen Triumph

FĂŒr Raimund ist es der erste große Sieg, denn nie zuvor hat der Skispringer vom SC Oberstdorf einen Einzel-Weltcup gewonnen. FĂŒnf Mal stand er vor den Winterspielen in dieser Saison auf dem Podest, doch fĂŒr mehr als einen zweiten Platz in Wisla hat es bislang nicht gereicht – jetzt aber gleich der Triumph auf der grĂ¶ĂŸten SportbĂŒhne der Welt.

Im Gegensatz zu Raimund ist es Felix Hoffmann nicht gelungen, die starken TrainingssprĂŒnge auch im Wettkampf umzusetzen. Der ThĂŒringer belegte mit 100 und 102,5 Metern den 13. Platz.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zu den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina

Andreas Wellinger, nach dem ersten Durchgang mit 102,5 Metern noch auf dem 18. Platz gelegen, verbesserte sich mit 104 Metern im Finale noch auf Rang 17.

„Ich bin nicht ganz zufrieden, aber auch nicht unzufrieden. Heute geht es nur um die ersten drei und dafĂŒr hĂ€tte heute etwas Besonderes passieren mĂŒssen. Das habe ich mir vorgenommen, ist mir aber nicht gelungen“, analysierte der Ruhpoldinger in der ‚ARD‘.

NĂ€chste Medaillenchance schon am Dienstag

Er muss nun genauso wie Paschke, der 23. wurde, auf die Großschanze hoffen – denn im am Dienstag anstehenden Mixed dĂŒrfte neben Raimund auch Hoffmann gesetzt sein.

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Schon am Dienstag fÀllt im Skispringen die nÀchste Olympia-Entscheidung: Zwei MÀnner und zwei Frauen je Nation treten dann im Mixed-Teamspringen auf der Normalschanze an. Um 17:30 Uhr startet der Probedurchgang, um 18:45 Uhr (alles live bei skispringen.com) beginnt danach die Entscheidung mit dem ersten Durchgang.

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Über Marco Ries 996 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegrĂŒndet. Studiert an der UniversitĂ€t Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „UnnĂŒtzes Skisprungwissen“).

32 Kommentare

  1. Horngacher hat es bisher nur mit Leuten verbockt, die schon lĂ€nger an der Spitze waren. Um Philipp Raimund zu demotivieren war die Zeit noch zu knapp. Ist auch nicht so einfach bei seinem glĂŒhenden Temperament

    Ach ja, ich freu mich schon auf bessere Zeiten 🙂

  2. Tolles Springen. Faszinierend ist, dass von allen vier Medaillengewinner, nur einer (Nikaido) ein Weltcupspringen gewonnen hat. Neue Siegergeneration?

    • Ich glaube das liegt eher daran, dass im Weltcup selten auf der Normalschanze gesprungen wird. Auf dieser kann Domen Prevc seine sonstige Dominanz nicht ausspielen.

  3. WOW, was fĂŒr ein Wettkampf, GlĂŒckwunsch an alle vier, aber krass wie sie es unter Horngacher immer auf den Punkt (Nordische Ski WM, Olympia) schaffen diese Leistungssteigerung zu zeigen, muss auch mal gesagt werden

  4. Da hat sich der Hille ja jetzt mal ‚einen Namen gemacht‘! GrĂŒĂŸe an Severin, er wird wohl in Zukunft anders reden


      • In einem Wettkampf zu Beginn der Saison wurde Phillpp Raimund nur spĂ€rlich mit Haltungsnoten bedacht. Severin Freund meinte dazu, er mĂŒsse sich erst einmal einen Namen machen. Fand ich nicht gerechtfertigt, bei Hilles bisherigen Top-Leistungen seit mehreren Jahren.

        • Das wĂŒrde ich aber nicht unbedingt Severin ankreiden. Das scheint nĂ€mlich wirklich Usus bei den Kampfrichtern zu sein, titeltrĂ€chtige Namen besser zu bewerten. Dass Severin das anmerkt, heißt ja nicht, dass er es gutheißt. Und Hille war ja die Saisonen davor tatsĂ€chlich noch nie in den Top-10 der Weltcup-Gesamtwertung, hatte sich also wirklich noch „keinen Namen gemacht“. Dass das eine unsinnige Praxis der Kampfrichter ist, steht dabei außer Frage.

          • RegelmĂ€ĂŸig in Top 30 sollten fĂŒr einen Namen reichen, zumal die AbstĂ€nde dort fĂŒr gewöhnlich recht eng sind. Ich unterstelle Severin eine gewisse Ignoranz fĂŒr seinen jungen potenziellen NachrĂŒcker. Das kann natĂŒrlich jeder sehen wie er will. Ich war nie ein besonderer Fan von ihm. Eine Frage des persönlichen Geschmacks.

          • PodiumsplĂ€tze seit Februar 2024: Einzel: zweimal Silber, viermal Bronze, dazu einige Teamplatzierungen plus Gold im Mixed Team. Gehört das nicht zu den Top Ten?

    • Was fĂŒr einen Schwachsinn schreibst du da wieder?
      Severin ist der Wohl fachlich beste und respektvollste Experte im deutschen Fernsehen. Er pflegt einen engen und guten Kontakt zum gesamten deutschen Team – bis hin zu den ServicemĂ€nnern.

  5. alle vier Medaillengewinner haben einen tollen Wettkampf gezeigt, und insbesondere der zweite Durchgang war eine Werbung fĂŒr den Sport. Packend bis zur letzten Sekunde. Wo sind jetzt die hier typischen Horngacher Kritiker?

  6. Herzlichen GlĂŒckwunsch an Philipp Raimund und alle anderen Medaillengewinner! Wer dieses Podium getippt hat, ist jetzt wohl ein reicher Mann 😉

  7. Perfekt, jeder gönnt es ihm.

    Auch wenn viele die kleinen Schanzen als langweilig erachten, die bieten doch aufgrund der geringen PunkteabstÀnde eine gewisse Spannung

    • Sagt wer?? ICH bin kein Jedermann und hab ihm Nur Gratuliert aber niemals gesacht das ich ihn dies gönne!!!!!
      FĂŒr mich gabs Nur anderen Gewinnern!!!

  8. GlĂŒxkwunsch an Hille, ein absolut verdienter Sieger!! Aber auch Gratulation an die anderen Medaillengewinner, Resoekt an den jungen Polen,dass er die Nerven behalten hat.

    • Hihihi, wo sind jetzt die ganzen Horngacher-Hater? So erbĂ€rmlich mit oft undifferenziert er Kritik (einen Schuldigen suchen und dann hĂ€ngen), aber jetzt sportlich so schön abgewatscht. Herrlich!

      Gratulation an Raimund. Verdient! Der Rest des deutschen Teams so, wie es zu erwarten war. Im Mixed sicherlich mit Chancen und im Super-Team mit Außenseiter-Chancen.

      Ganz doll freut es mich fĂŒr Gregor Deschwanden. Ren Nikaido hat zuletzt durch Klasse und Konstanz geglĂ€nzt. Passt! Tomasiak einfach sensationell. Staffelholz-Übergabe von König Kamil an den Prinz. Auch Foubert grandios. Palosaari toll. Lanizek und Zografski deutlich unter Wert. Ebenso natĂŒrlich Norweger und Österreicher. Wobei Embacher insgesamt schon gut war. Junger Athlet. FĂŒr den Krafti tut es mir ein wenig leid. Mit Kobayashi der ĂŒberragende Springer des letzten Jahrzehnts, aber fĂŒr eine goldene Einzelmedaille bei Olympia wird es (leider) nicht reichen. Angesichts von Kind und vier Jahren Olympia-Pause Karriere- zum Saisonende?

      Eurosport unterirdisch: Freitag-Interview einblenden, wÀhrend Hoerl und Forfang springen. Den Verantwortlichen in der Sendezentrale bitte dringend nach Sibirien schicken.

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