Format feiert Weltcup-Rückkehr nach 2013

Überragender Granerud führt Norwegen zum Mixed-Team-Sieg in Rasnov

Norwegen gewinnt dank eines überragenden Halvor Egner Granerud das packende Mixed-Teamspringen in Rasnov. Auch Österreich schafft es aufs Podest, während bei den Deutschen vor allem Karl Geiger überzeugt.

Zum ersten Mal seit 2013 gab es nun wieder ein Mixed-Teamspringen im Weltcup – und dieses war beste Werbung für dieses Format. Im rumänischen Rasnov entschied schlussendlich der überragende Halvor Egner Granerud für sein norwegisches Team einen packenden Zweikampf mit Slowenien. Zusammen mit Maren Lundby, Daniel-André Tande und Silje Opseth kam Granerud auf 968,7 Punkte und siegte mit einem Vorsprung von 23,4 Punkten vor Nika Kriznar, Cene Prevc, Ema Klinec und Ziga Jelar (945,3 P.) Auch um Platz drei war es bis zum Schluss spannend, am Ende behielt Österreich (924,6 P.) mit Eva Pinkelnig, Daniel Tschofenig, Daniela Iraschko-Stolz und Manuel Fettner die Oberhand.

Bis zum Ende des ersten Durchganges lag Slowenien knapp vor Norwegen, ehe Granerud seinem direkten Konkurrenten Jelar mit 97 Metern zehn Meter abnahm und sein Team erstmals in Führung brachte. Nika Kriznar eroberte die Spitzenposition sofort zurück, doch in den mittleren Gruppen schmolz der Vorsprung derart zusammen, dass beide Teams vor dem letzten Sprung sogar punktgleich waren. Es lief also wieder auf das Duell zwischen Jelar und Granerud hinaus. Wieder war es der Gesamtweltcupführende, der seinen Kontrahenten, der nicht auf dem Niveau von Teamkollege Cene Prevc (zwei Mal 94,5 Meter) sprang, deutlich distanzierte und Norwegen den zweiten Sieg in einem Mixed-Teamspringen im Weltcup bescherte. Einzig Maren Lundby war bei beiden Erfolgen dabei, schon im November 2012 war sie Startspringerin.

Österreich und Japan duellieren sich um Platz drei

Ebenso spannend verlief das Duell zwischen Österreich und Japan um den dritten Podestplatz. Auch das ÖSV-Team lag bis zur vierten Gruppe im ersten Durchgang vor allem dank starken 96 Metern von Daniela Iraschko-Stolz im Zweikampf vorne, ehe Ryoyu Kobayashi seine Mannschaft mit 94 Metern auf Platz drei brachte. Eva Pinkelnig brachte ihr Team mit 90,5 Metern wieder vorbei, Daniel Tschofenig konnte diese Position in der zweiten Gruppe behaupten. Sara Takanashi nahm Daniela Iraschko-Stolz, die bei ungünstigen Bedingungen nicht über 87 Meter hinaus kam, 7,5 Meter ab, doch Fettner verteidigte Kobayashis Angriff (96,5 m) mit 94 Metern nervenstark.

Zwischen den Welten wandelte derweil das deutsche Team: Der Rückstand auf Japan betrug genau 45 Punkte (22,5 Meter), aufs Podest gar deren 48,8 (fast 24,5 Meter). Während Luisa Görlich und Anna Rupprecht auf Seiten der Damen nicht mit den stärksten Konkurrentinnen mithalten konnten, lieferte Pius Paschke zwei solide Sprünge ab. Klar der Stärkste im Quartett war jedoch Karl Geiger, der einem guten ersten Sprung auf 91 Meter im Finale sogar 96 Meter folgen ließ und damit rechtzeitig zur Heim-WM in Oberstdorf in Form zu kommen scheint.

Gastgeber aus Rumänien chancenlos

Russland (Irma Makhinia, Roman Sergeevich Trofimov, Irina Avvakumova und Evgeniy Klimov) ging im Zweikampf mit Polen (Anna Twardosz, Kamil Stoch, Kamila Karpiel und Dawid Kubacki) schlussendlich als Sieger hervor und belegte Rang sechs. Frankreich stand hingegen erst zum zweiten Mal bei einem Mixed-Teamspringen im Finale. In der Besetzung Josephine Pagnier, Alessandro Batby, Julia Clair und Valentin Foubert reichte es schlussendlich für Platz acht, für Pagnier, Batby und Foubert war es die erste Teilnahme an einem solchen Bewerb im Erwachsenenbereich.

Da lediglich neun Mannschaften am Start waren, musste nur eine ausscheiden. Wie erwartet traf es das rumänische Team mit Andreea Diana Trambitas, Nicolae Sorin Mitrofan, Daniela Haralambie und Daniel Andrei Cacina, das nach dem ersten Durchgang 68,3 Punkte (umgerechnet etwas mehr als 34 Meter) hinter Frankreich lag. Gleichzeitig war es jedoch die beste Platzierung für ein rumänisches Mixed-Team, da es bei den beiden Teilnahmen zuvor bei den Weltmeisterschaften 2017 in Lahti und 2019 in Seefeld jeweils nicht über Platz 13 hinauskam.

Nordische Ski-WM in Oberstdorf steht an

Der Weltcup macht nun bis Mitte März Pause, denn in der kommenden Woche beginnt die Nordische Ski-WM in Oberstdorf. Den Auftakt dort gibt es am Mittwoch, den 24. Februar um 18 Uhr mit der Qualifikation der Damen auf der Normalschanze. Am Tag darauf steht um 17 Uhr dann die erste Medaillenentscheidung auf dem Programm. Die komplette Nordische Ski-WM gibt es natürlich live bei skispringen.com.

skispringen.com-Newsletter

Aktuelle Nachrichten, spannende Hintergrund-Informationen und Veranstaltungs-Hinweise per E-Mail abonnieren. Weitere Informationen zum Newsletter und Datenschutz

Über Luis Holuch 194 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020 in Oberwiesenthal.

16 Kommentare

  1. Wer hat schon die Bilder von Juliane Seyfarth im Playboy gesehen, die sieht schon geil aus, aber ob das dem Damenspringen jetzt vorteilhaft gewesen ist sich auszuziehen?

    • Wieso, sie springt doch dadurch nicht schlechter. Und ob irgendjemand Bilder von ihr geil findet, kratzt das Damenspringen nicht im Geringsten. Manche sind echt so naiv…

  2. Solange ihr immer schaut ob Frauen oder Männer besser Skispringen können, werdet ihr nie Spaß an so einer Veranstaltung haben. Schade für euch!

  3. Guten Morgen,
    lese gerne die Kommentar hier. Auch ich bin kein Experte, mus man aber auch nicht sein, um Skispringen etwas zu verstehen.
    Dass Frauen und Männer sich auch im Sport unterscheiden, weiß wohl Jeder.
    Unterschiedlich waren auch die Mannschaften. Während z.B. Norwegen, Polen u. Japan mit die besten Männer am Start hatten, ist Slowenien bei den Männern kürzer getreten. Deshalb gebe ich auf die Lobhudelei für den Sieger nix. Zu erwähnen wäre vielleicht noch die Streuung bei der Benotung durch die Kampfrichter. Da wird eine krottenschlechte Landung von Herrn Zyla von Einem mit 19,5 bewertet. Da die Benotung eines Sprunges über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, muß an dieser Stelle, ebenso wie am Windmonitor, die größte Sorgfalt herrschen. Wünsche allen Athleten/innen für die WM in Oberstdorf und beim SF in Planica Erfolg, Glück und Gesundheit.

  4. Wie kommt man eigentlich auf diese 9 Luken Differenz? Ist das ein Standardwert oder variiert er je nach Schanze oder Wettbewerb? Wird er kompliziert errechnet aus einer Kombination von biometrischen und physikalischen Daten oder beruht er auf einer ungefähren Pi-mal-Daumen-Schätzung? Probieren die das mit männlichen und weiblichen Vorspringern aus oder schauen sie nur mal die Statistiken der Damen- und Herrenwettbewerbe durch? Weiß jemand was darüber?

  5. Die Norweger haben wie schon Heinz Kuttin 2018 behauptet hat ganz andere Skianzüge!!!
    Gestern ist Granerud disqualifiziert. Warum nimmt sich keine den Stoff unter die Lupe???
    Jahre lang hat auch keine reagiert als Ammann Gold Medaillen ohne Telemark gewonnen hat, Betrug an den zweitplatzierten!!! Heute kriegt er auf einmal höchstens ca.17,5 Pkt. komisch!!! Und das alles Letzte ist diese Umrechnerei . Gestern um zu führen sollte Granerud 98,5 m springen hat 96,5 m erreicht und war trotzdem erste.
    Alle Endergebnisse kommen wie aus der Kanone geschossen, bei Geiger dauerte es eine Ewigkeit und dann war er mit 0,5 Punkten Weltmeister, Buaaaaa. Es ist Zeit die Skisprünge von der Umrechnerei zu befreien!!!!!

  6. Nachdem gestern zig Kommentare nicht veröffentlicht wurden, macht es keinen Sinn sich hier weiter zu beteiligen.
    Am Inhalt meines Kommentars lag es sicher nicht.

  7. Nika Kriznar! Springt nen Meter weniger als Granerud. Das ist doch der Wahnsinn. Haltungsnoten um einen halben Punkt gedrückt, bevor es richtig peinlich wird… 🙂

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*