Nach einem packenden Duell mit Österreich jubelt Japan zum Abschluss der Skiflug-WM in Oberstdorf über Gold. Während das DSV-Quartett leer ausgeht, sorgt Domen Prevc mit einer Ski-Panne für ein irres Drama.
Das japanische Quartett sichert sich den Sieg zum Abschluss der Skiflug-WM in Oberstdorf. Das Team mit Ryoyu Kobayashi, Tomofumi Naito, Naoki Nakamura und Bronzemedaillen-Gewinner Ren Nikaido erzielte am Sonntagabend nach einem denkwürdigen Wettkampf insgesamt 1569,6 Punkte und setzte sich in einem bis zum Ende spannenden und knappen Kampf gegen Österreich (Stephan Embacher, Stefan Kraft, Manuel Fettner, Jan Hörl; 1560 P.) durch. Bronze ging an die norwegischen Skispringer (Johann Andre Forfang, Kristoffer Eriksen Sundal, Benjamin Oestvold, Marius Lindvik) mit 1483,7 Punkten.
Ski-Panne um Prevc sorgt für Novum
Für die Mannschaft um den frisch gebackenen Einzel-Weltmeister hatte der Vorfall bittere Konsequenzen, da Prevc daraufhin nicht am Durchgang teilnehmen durfte. Er hatte seine Skier offenbar während der Materialkontrolle am Schanzenturm an eine Zeltplane gelehnt, anstatt sie sicher zu verstauen.
Die Verwirrung setzte sich auch im zweiten Durchgang fort, als Timi Zajc zunächst am Start umkehrte, da er fälschlicherweise von einer Disqualifikation der gesamten slowenischen Mannschaft ausging. Erst nach einer kurzen Verzögerung wurde ihm mitgeteilt, dass er doch starten dürfe. Durch den fehlenden Sprung von Prevc fiel Slowenien im Klassement weit zurück, durfte nach Platz acht aber immerhin im Finaldurchgang teilnehmen – mit Prevc‘ zweitem Flug auf 228,5 Meter in der Wertung reichte es immerhin noch für den sechsten Platz.
Kopf-an-Kopf-Duell um Gold
Im ersten Durchgang hat Embacher als Startspringer der österreichischen Mannschaft noch einen glänzenden Start beschert, als er fulminant auf die Tagesbestweite von 233,5 Meter segelte und sein Teeam in die Führung gebracht hat.
Doch ausgerechnet Schlussspringer Jan Hörl ließ dann mit 204 Metern wertvolle Punkte liegen – zur Halbzeit übernahm Japan mit Bronzemedaillen-Gewinner Ren Nikaido die Führung. Bis zum Ende lieferten sich die beiden Nationen dann ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Goldmedaille, das im Duell zwischen Nikaido und Hörl seinen Abschluss fand.
Deutsche Skispringer bleiben ohne Medaille
Die deutschen Skispringer bleiben auch zum Abschluss ihrer Heim-WM in Oberstdorf ohne Edelmetall: Vor 10.500 Zuschauern haben sich vor allem Karl Geiger im ersten Durchgang (217,5 Meter) und Philipp Raimund im zweiten Durchgang (214,5 Meter) deutlich gesteigert, doch das erhoffte Wunder ist auch am Tag nach dem schlechtesten Einzelergebnis seit 16 Jahren bei einer Skiflug-WM ausgeblieben.
Das Quartett – außerdem bestehend aus Pius Paschke und Felix Hoffmann – belegte am Ende mit insgesamt 1406,8 Punkten den vierten Platz. Zum ersten Mal seit 16 Jahren sind die deutschen Skispringer damit ohne Medaille bei einer Skiflug-WM geblieben – damals wurde das Team Siebter, im Einzel war Michael Uhrmann als 19. bester Deutscher.
Finnland vor der Schweiz
Spannend blieb es zum Abschluss der Titelkämpfe im Allgäu auch mit Blick auf das schweizerische Olympia-Duell zwischen Simon Ammann und Felix Trunz: Auch weil Ammann im Finale schon nach 160,5 Metern landete (und damit deutlich kürzer sprang als Trunz) belegten die Schweizer nur den sechsten Platz noch hinter den Finnen, die mit Schlussspringer Antti Aalto auch gleich zweimal die 200-Meter-Marke geknackt haben.
Noch schlechter lief es aber für das polnische Quartett um Superstar Kamil Stoch, der zum letzten Mal bei einer Skiflug-WM dabei war. Vor allem Aleksander Zniszczol verhinderte mit einem völlig verkorksten Sprung auf 138 Meter im Finaldurchgang eine bessere Platzierung als Rang acht.
» Weltcup-Kalender 2025/2026 (Männer): Alle Termine im Überblick
Die Mannschaften aus den USA (9.) und Kasachstan (10.) sind nach dem ersten Durchgang ausgeschieden.
Nach der Skiflug-WM steht am kommenden Wochenende noch der Weltcup in Willingen auf dem Programm, wo Männer und Frauen wieder gemeinsam am Start sind. Am Freitag steht zunächst ein Mixed-Wettbewerb an, bevor am Samstag und Sonntag dann die letzten Einzelspringen vor den Titelkämpfen in Mailand und Cortina stattfinden.
Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

Freu mich sehr für Japan. Diese netten Burschen haben es endlich mal verdient.
Domen hat sicherlich einen Fehler gemacht, aber die Reaktion dieses kleinen Giftzwergs mit der Strickmütze fand ich schon etwas überzogen.
Ich bin Japan Fan seit meiner Kindheit! Und endlich wieder nach Kasai, Funaki, Harada in co gibt es eine Top Mannschaft! Weiter so
Die Sache mit Ski und „dns“ muss die F.I.S. aufarbeiten. Ich meine schon, nach Hörl wäre es noch gegangen, aber ich bin nicht die F.I.S.
Gehört nicht hierher, aber muss mal sein!!:
Was aber zwingend/dringend nötig wäre: Die Punktrichter-Entscheidungen sind oft mehr als fragwürdig und un-nachvollziehbar! Was sie wie ahnden oder nicht… Entweder die bekommen mal eine fundierte(!) Ausbildung bei der F.I.S., oder der Weltverband muss Maßnahmen ergreifen. Das „Theater von 13 bis 19 und ohne 20“ ist dem Fernsehzuschauer nicht vermittelbar. (Der Stadionbesucher hat nicht den Detailblick.)
Ich meine gehört zu haben das seit dieser Saison das nachspringen, auch bei Technischem Defekt, nicht mehr erlaubt ist. Das heißt sobald Team Österreich in der Spur war, war es für Prevc und Slowenien vorbei. Und der Springer ist dafür verantwortlich sämtliche Ausrüstung bei seinem geplanten Start da zu haben.
Es war nicht ersichtlich ob er die Anzugkontrolle bereits abgeschlossen hatte aber er hatte während der Zeit als er auf dem Ski gewartet hat ebenfalls seinen Anzug wieder ausgezogen was ebenfalls nicht so erlaubt gewesen wäre sofern die Kontrolle abgeschlossen wurde.
Die Funktionere mit ihren willkürlichen Regeln stören den Sport.
@EB in jeder Sportart gibt es Regeln, die alle zu beachten haben und die bekannt sind. Regeln sollen gleiche und faire OBJEKTIVE Bedingungen schaffen ! Von daher ist der Kommentar („willkürlich Regeln“) völlig daneben und unsachlich. Oder glauben Sie, dass die Funktionäre (mit „ä“ !) sich aus einer spontanen Laune heraus überlegen, was sie gerade tun oder nicht tun wollen ?
@Dario
Das ist Domen nicht zum ersten Mal passiert. Ihm ist schon mal vor dem Start ein Ski abgehauen…
war das nicht Cene Prevc
@michelle
Sie haben Recht,es war nicht Domen sondern Cene Prevc und es war in Wisla.
@Ein besorgter Fan: Egal ob, Cene oder (erneut) Domen: So etwas darf einem Top-Athleten, welcher seit 10 Jahren im Weltcup dabei ist passieren. Und es darf ebensowenig eine „Lex Domen“ geben, nur weil er aktuell der dominierende Springer der Saison ist. Das Reglement gilt für alle gleichermaßen.
…NICHT passieren muss es natürlich heißen !
Toll Japan!
Kann mir hier jemand erklären, warum Japan (die in der Nationenwertung vor Deutschland liegen) bei Olympia nur 3 Startplätze hat?? Total schade, dass von den Vieren einer (Naito) nicht dabei sein kann…
Der Zeitraum der für die Wertung zählt ist wohl 2 Jahre.
Und im letzten Jahr waren die Japaner nicht so stark.
Aber jetzt. Herzlichen Glückwunsch!
Das stimmt! Es ist eine Freude den Japanern beim Fliegen zuzusehen. Außer den Norwegern die einzige Nation die einen Sprung auch mit geringem Lufstand ausfliegt. Hoffe diese 4 sind dabei bei Olympia
Ich verfolgte das japanische Skispringen seit dem ich 13 war. Funaki, Kasai, Harada, Okabe, Higashi, Nishikata und viele mehr die damals triumphierten.
Jetzt nach so vielen Jahren macht’s mir wieder genauso viel Spass (oder vielleicht sogar mehr lol) mit Team Nippon.
Boah was für eine Leistung, weiter so
@okidoki
Danke, genauso geht es mir auch! Und ich habe an dieser Stelle vorher auch auf Japan getippt! Riesenfreude für diese sympathischen Jungs und ihr kleines aber feines Betreuerteam!
Unfassbar – das gesamte Team Slowenien wurde für dieses Versehen härter abgestraft als die norwegischen Betrüger, die wieder mal eine Medaille geschenkt bekommen haben, für ihren Betrug. Ich bin auch der Meinung, dass es keine Sonderregel für Domen Prevc geben sollte, nur weil er der beste ist, aber der ganze Laden ist einfach durch und durch korrupt.
Andererseits ist die Leistung der Japaner wirklich beeindruckend – auch unter normalen Umständen hätten sie sich wahrscheinlich gegen die „Skiflieger-Nation“ Slowenien durchgesetzt. Auch Stephan Embacher wieder richtig stark – er hätte auf jeden Fall eine Einzelmedaille verdient gehabt
Ansonsten bleibt wahrscheinlich leider vor allem das unqualifizierte Wettkampmanagement in Erinnerung…
@Schanzenrekord
Och bitte, nun hören Sie aber mal auf! Betrogen haben alle schon mal, die Norweger waren nur so blöd sich erwischen zu lassen. Und der Fall mit Domen liegt doch wohl ganz anders. Und offensichtlich kommen die Norweger auch ohne manipulierte Anzüge gut zurecht was ihre Klasse beweist. Und wenn ich mir die Swingsuitanzüge von Sven Hannawald ansehe zu seiner Zeit soll der mal ganz schön den Ball flachhalten. Lächerlich was der von sich gibt. Und von dem Gehalt der Make up-Artistin für diese unsägliche Lea Wagner könnte man locker zwei deutsche Nachwuchstalente finanzieren. Unfassbar, keine andere Nation betreibt so einen aberwitzigen Aufwand an Kommentatoren und Blabla- Experten im Verhältnis zum Erfolg der Sportler. Da gehört mal der grosse Kehrbesen dran, bis ganz oben!!!
@Ein besorgter Fan: Deswegen schaue ich auch nicht ARD ! Besser ist Eurosport mit Werner Schuster als Experten, obwohl Leinauer an dessen Seite auch nur mehrfach gesagtes immer wieder durchkauft. Die besten waren dort Dirk Thiele und Gerd Siegmund.
Alles Verschwörungstheorien, da gibt es keinerlei Beweise dafür, oder wissen Sie da etwas, was sich nicht weiß…?
(Norwegen wäre Vierter geworden, wenn Prevc gesprungen wäre)
Glückwunsch an Team Japan.
ich hatte gehofft, dass sie die Österreicher schlagen.
toll speziell Tomofumi Naito
Zumindest kann man problemlos sagen, das beste Team hat gewonnen. Nichtmal Domen Prevc hätte 300 Punkte aufholen Können
Herzlichen Glückwunsch an Japan, an diese super-sympathischen Springer zum verdienten Gold !! Endlich sich Nakamura, Nikaido aus Ryoyu´s Schatten herausgesprungen und Tomofumi Naito war eine Offenbarung, kannte ihn doch zu Saisonbeginn kaum jemand. Sehr würdige Nachfolger der Generation um Kasai/Funaki/Harada und Okabe. Zu Domen: Das war mindestens leicht fahrlässig, was er sich mit dem Abstellen seiner Skier bei der Materialkontrolle an einer dafür nicht zulässigen Stelle geleistet hat unter Gefährdung – nicht nur – von M. Lindvik. Disqualifikation gem. Regelwerk zu Recht und das Verhalten des slowenischen Verbandes vor dem 2. Durchgang (Starten „nein“, Starten „Ja“) unwürdig.
Das war doch ein Missverständnis, da Zaijc dachte, sie dürften nicht mehr springen.
@Michelle: Das Missverständis bei Zaijc hat sein eigener Verband ausgelöst.
Es gibt anscheinend einen Augenzeugen, der gesehen hat wie ein Helfer mit Regenschirm die abgestellte Skier zum Fall gebracht hat. Kann ja stimmen oder auch nicht. Ohne zu wissen, was tatsächlich passiert ist, würde ich lieber keine Schlüsse ziehen. Tatsache ist, das die konkurrierenden Nationen einen starken Medaillen Anwärter, auf nicht sportliche Art verhindert haben, das zu machen warum die Springer da sind. Schuld muss ja bekanntlich bewiesen sein. Keiner hat gesehen, ob die Skier mit fremdwirkung, oder ohne sich in Bewegung gesetzt haben.