Norwegische Skispringer und Medien werfen der FIS eine Ungleichbehandlung in Materialfragen vor. Im Visier der Anschuldigungen steht Daniel Tschofenig, dem der Weltverband bei Olympia „unangemessenes Verhalten“ unterstellt.
Norwegische Medien und auch Skispringer entfachen kurz vor Ende der Weltcup-Saison erneut eine Betrugs-Debatte im Skispringen. Im Fokus steht nach einer Veröffentlichung des norwegischen Fernsehsenders ‚NRK‘ Daniel Tschofenig, der bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo auch ins Visier der Jury geraten ist.
Bei der olympischen Großschanzen-Entscheidung, bei der Domen Prevc sich überlegen die Goldmedaille gesichert hat, wurde Tschofenig offiziell wegen um vier Millimeter zu großen Sprungschuhen disqualifiziert. „Ich war leider so naiv und habe nicht nachgemessen“, gab sich der Gesamtweltcup-Sieger des Vorjahres daraufhin zerknirscht.
Tschofenig und Cheftrainer Widhölzl von FIS befragt
In einem offiziellen Dokument des Internationalen Skiverbandes (FIS), das insgesamt 141 Regelverstöße und Sanktionen während der bisherigen Weltcup-Saison auflistet und auch skispringen.com vorliegt, gibt es allerdings einen weiteren Vermerk zur Disqualifikation am 14. Februar.
Demnach wurde „zusätzlich zur bereits ausgesprochenen Disqualifikation das unangemessene Verhalten“ bei einer offiziellen Anhörung untersucht. Dieses umfasse zwei Vorfälle mit Bezug zum Sprunganzug: „Manipulation beim Start durch Ziehen am Rennanzug und unzulässiges Dehnen im Ausgangsbereich.“ Das sei „nicht mit den Wettkampfregeln und dem sportlichen Verhaltenskodex vereinbar ist, da es die Chancengleichheit aller Teilnehmer beeinträchtigen kann“, heißt es weiter.
An der Anhörung in Predazzo haben demnach sowohl Tschofenig selbst, als auch dessen Cheftrainer Andreas Widhölzl teilgenommen. Beide gaben, so der FIS-Vermerk, „dass ihrer Meinung nach auch andere Teilnehmer auf dieselbe Weise dehnen, und versuchten so, die Umstände des Vorfalls zu erklären.“
Norwegische Skispringer äußern Unmut
Offiziell disqualifiziert wurde Tschofenig am Ende aufgrund der zu großen Sprungschuhe. Die Jury habe zusätzlich eine Verwarnung wegen unsachgemäßen Umgangs mit der Ausrüstung während des Wettkampfes ausgesprochen. „Die Jury betonte, dass der Zweck der Sanktion darin bestehe, die konsequente Einhaltung der Regeln zu gewährleisten, ähnliche Verstöße in Zukunft zu verhindern und die Integrität des Wettbewerbs zu wahren“, heißt es weiter.
Doch dass es nur bei einer einfachen Disqualifikation sowie Gelben Karte geblieben ist, sorgt nun speziell im Lager der norwegischen Skispringer für Unmut. Johann Andre Forfang, der im Vorjahr wegen Anzug-Manipulationen für drei Monate gesperrt worden war, kritisiert das Vorgehen deutlich. „Ich habe am eigenen Leib gespürt, wie hart man bestraft werden kann, und da ist es natürlich ärgerlich zu sehen, dass es keine Gleichheit vor dem Gesetz gibt“, sagt Forfang gegenüber ‚NRK‘.
Sein Teamkollege Halvor Egner Granerud stieß ins gleiche Horn, für ihn sei das milde Strafmaß unverständlich: „Es klingt unbestreitbar sehr speziell, wenn das die gesamte Sanktion ist, die er erhält, wenn er bewusst dabei erwischt wurde, illegale Dinge zu tun.“
FIS-Materialchef Hafele verteidigt Entscheidung
FIS-Materialchef Mathias Hafele verteidigte die Differenzierung zwischen den verschiedenen Arten des Regelbruchs und grenzt ihn strikt vom norwegischen Manipulationsskandal des Vorjahres ab.
„Die Manipulation dessen, wie der Anzug sitzt, ist etwas ganz anderes als die Manipulation eines Anzugs, nachdem er genehmigt wurde. Das ist der Unterschied“, so Hafele. Dennoch widerspricht er Tschofenigs Verteidigungsstrategie, wonach auch andere Springer sich auf diese Weise dehnen würden, mit einem knappen: „Nicht das, was er tat.“
Tschofenig selbst äußerte sich laut ‚NRK‘ zu den neu erhobenen Vorwürfen nur knapp: „Sie haben gesehen, dass offensichtlich etwas nicht stimmte. Sie haben mir eine Warnung gegeben. Ich werde es nicht wieder tun.“
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Ja Die Norweger können es immer noch nicht verschmerzen das sie so erwischt wurden.Das was die gemacht haben war geplant und gezielt.Und jeder hat es gewusst was mit seinem Anzug passiert.Dafür haben die 3 monatige Sperre bekommen.Im Sommer.Lächerlich.Und jetzt tretten sie immer nach wenn was bei einer Kontrolle anderer Springer festgestellt wurde.Die Regelnänderungen wurden wegen diesen Anzugmanipulation eingeführt.Also Mund halten.
Die Österreicher machen es doch auch schon seit Jahren ….
Der jüngste Vorfall ist ja Tschopfennig …. der hat aber nur die Disqualifikation gekriegt, und dann wars gut.
Es ist eben wie beim Fußball und dem FC Bayern …. die Österreicher dürfen alles.
Es ist schon fast Comedy, dass sich ausgerechnet die Norweger sich jetzt als Skisprung-Polizei aufspielen.
Das trägt sicher nicht dazu bei, dass sich das Verhältnis der anderen Springer zum norwegischen Team auf absehbare Zeit verbessert.
Wenn sie immer noch wegen ihre Disqualifikation angepisst sind, bei der sie im großen Stil **absichtlich** manipuliert haben, sollen Sie sich bei ihrem ehemaligen Trainer und den Funktionären beschweren, die das verbockt haben.
V.a. das letztre, Uwe!!
Ich bin auch weiter unvoreingenommen gegenüber Sundal/Oestvold/Langmo usw., und auch Lindvik ist bei mir (anders als Raimund – die 2 sollten mal „Kaffee trinken gehen“) rehabilitiert. Einzig Forfang wirbelt („Florian-like“ Brenn die anderen Häuser an) immer wieder Staub auf. Dass reden (max.) Silber ist, schweigen (oft) Gold ist, ist bei ihm noch nicht „durch“.
Sie wollen es einfach nicht einsehen!
(Dass ohne ihr Trondheim-„gate“ alles nicht dorthin gekommen wäre, wo es jetzt ist.) Manche „getroffenen Hunde“ können das Kläffen offb. nicht lassen.
Forfang kann es einfach nicht lassen, dass sein und auch Tschofenigs Tun abgeschlossene Dinge sind. Mit „Nachtreten (ohne Ball)“ ist er ein überaus „schlechter Verlierer“, der einfach nicht den Mund halten will. Dabei hätte seine Strafe durchaus auch deutlich anders ausfallen können. Aber bei einer Causa „andere“ fühlt man sich offb. recht wohl/zufrieden. Er sollte nur langsam mal Ruhe geben: Norwegen hat den Staub aufgewirbelt, nun hat er sich gesenkt, und er bläst jedesmal wieder hinein.
Es reicht einfach. Natürlich wieder die Norwegen-Mafia. Ich hab es schon gewusst, bevor ich den Artikel geöffnet habe. Kann das Geheule jetzt bitte einfach mal ignoriert werden?