Weitere Kadereinteilungen bekannt

Norwegen, Polen und Slowenien nominieren Herren-Teams

Die Frühlingspause ist vorangeschritten, die Saisonanalyse abgeschlossen und damit alles bereitet für die neue Saison. skispringen.com stellt die Herren-Kader der Norweger, Polen und Slowenen für die Saison 2019/2020 vor.

In Norwegen stellt sich ein ähnliches Bild wie in Deutschland dar, sprich: Acht Athleten stehen im Nationalteam. Alexander Stöckl muss zwar mit Kenneth Gangnes, der fortan als Servicemann anstelle von Thomas Hörl fungiert, der den Wunsch geäußert hatte, weniger zu reisen und stattdessen beratend tätig zu sein, und Andreas Stjernen, der mit Platz zwei in seiner Heimatstadt Trondheim abtrat, den Rücktritt zweier Top-Springer kompensieren, schöpft dafür beim Nachwuchs aus dem Vollen.

Bestes Beispiel dafür ist Thomas Aasen Markeng, der im Januar in Lahti Junioren-Weltmeister wurde, er ist erstmals in der Nationalmannschaft. Neben den gewohnten Gesichtern von Anders Fannemel, Johann Andre Forfang, Halvor Egner Granerud, Robert Johansson und Daniel-André Tande, kommen mit Marius Lindvik, der Junioren-Weltmeister von 2018, und Robin Pedersen, der im März bei der RawAir in Oslo das Springen mit der Mannschaft gewann, zwei junge, aber schon etablierte und erfahrene Springer hinzu. Stöckl hat mit Thomas Lobben einen neuen Co-Trainer an seiner Seite. Das 15-köpfige Team der Spitzensportförderung „Toppidrettssatsingen“ betreut Andreas Vilberg, den Lobben ersetzt.

Polen: Dolezal neuer Trainer altbekannter Gesichter

Die größte Veränderung im polnischen Team war die Neubesetzung des Cheftrainerpostens nach dem Vertragsende von Stefan Horngacher. Sein Nachfolger ist der Tscheche Michal Dolezal, der den Verband und die Springer aus seiner Zeit als Assistent von Lukasz Kruczek bestens kennt. Die Liste der Athleten, die er betreut ist ebenso bekannt wie unverändert: Routinier Stefan Hula, der zuletzt etwas schwächelnde Maciej Kot, die hochdekorierten Dawid Kubacki, Kamil Stoch und Piotr Zyla, sowie Jakub Wolny, der eine starke Saison sprang und beim Skifliegen in Vikersund als Vierter nur knapp das Podest verpasste.

Im B-Kader sind mit Klemens Muranka, Adam Malysz‘ Neffen Tomasz Pilch, Pawel Wasek und Aleksander Zniszczol vier Springer, die gelegentlich auch im Weltcup sprangen, zumindest aber Teil der Nationalen Gruppe in Wisla und Zakopane waren. Hinzu kommt mit Andrzej Stekala, der ebenfalls schon Weltcupeinsätze auf dem Konto hat, jedoch im vergangenen Winter keinen Kaderstatus hatte, nachdem das Trainerteam Unzufriedenheit über seine Leistungen geäußert hatte. Der siebte Athlet in dieser Gruppe ist Kacper Juroszek, der vom C-Kader aufgestiegen ist, in dem nun fünf Springer stehen.

Slowenien: Zajc wird belohnt, Kranjec tritt ab

Im Vergleich zur Vorsaison besteht die Nationalmannschaft der kleinen Alpenrepublik aus sieben statt fünf Springern. Die auffälligste Veränderung ist der Aufstieg von Timi Zajc aus dem Junioren-Kader und das ist angesichts seiner letzten Saison keine Überraschung. Zwei Podestplätze beim Skifliegen in Oberstdorf, davon ein Sieg und Platz neun im Gesamtweltcup retteten die durchwachsene Saison des Teams von Gorazd Bertoncelj, bei denen ansonsten nur Domen Prevc überzeugen konnte. Dementsprechend ist er, wie auch sein ältester Bruder Peter Prevc, ebenfalls in der Nationalmannschaft.

Zurück aus dem Junioren-Kader ist Anze Lanisek, der in der Vergangenheit schon den höchsten Status inne hatte. Sein Vornamens-Vetter Anze Semenic ist ebenfalls Teil des Nationalteams, wie auch Tilen Bartol. Mit Skiflug-Spezialist Robert Kranjec hat ein großer Name die Springerbühne verlassen, er war zuletzt jedoch zwei Saisons nicht in einem Kader gestanden. Jurij Tepes setzt seine Karriere zwar weiter fort, muss sich jedoch auch auf eigene Faust vorbereiten. Somit bleibt noch der Junioren-Kader, in dem mit Ziga Jelar, Zak Mogel und Bor Pavlocic drei vielversprechende junge Springer sind.

Italien: Zwei Rücktritte und ein neuer Chef

Das italienische Skisprungteam befindet sich im Umbruch, im wörtlichen Sinne. Mit Sebastian Colloredo und Davide Bresadola haben gleich zwei Azzurri die Ski an den Nagel gehängt, somit geht dem Verband FISI auch ein großes Stück an Erfahrung verloren. Auch der Trainer, Lukasz Kruczek hat sich für eine Veränderung entschieden und coacht fortan die Skispringerinnen seines Heimatlandes Polen. In seine Fußstapfen tritt der ehemalige Springer Andrea Morassi. Was bleibt, ist ein Athlet im A-Kader mit dem besten Italiener der vergangenen Jahre, Alex Insam.

Im B-Kader sind weiterhin Daniele Varesco und Federico Cecon, der Sohn des erfolgreichsten Skispringers des Landes. Im Juniorenkader gibt es keine Veränderungen, dort sind mit Giovanni Bresadola und Francesco Cecon die jüngeren Brüder von Davide Bresadola und Federico Cecon zu finden. Ergänzt wird der Kader durch Mattia Galiani und Daniel Moroder, die beide aus dem Grödner Tal stammen. Zudem gibt es einen Perspektivkader mit insgesamt fünf Springern aus Tarvisio und dem Grödner Tal.

In Frankreich ist die Zahl der Springer weiterhin überschaubar. Keiner der fünf nominierten Athleten hat es in den A-Kader geschafft, mit Jonathan Learoyd und Mathis Contamine stehen zwei Springer im B-Kader. Alessandro Batby, Valentin Foubert und Jack White bilden das Junioren-Team. Verantwortlicher Cheftrainer bleibt Nicolas Gal.

Die Ukrainische Ski-Föderation hat ihre Nominierungen ebenfalls verkündet. Cheftrainer ist Mykola Kozlov, A- und B-Kader bestehen aus jeweils drei Springern. Vitaliy Kalinichenko (Jahrgang 1993), Yevghen Marusiak (2000) und Andriy Vaskul (1999) bilden den A-Kader; Anton Korczuk, Andriy Pelyshok und Ivan Zelenchuk den B-Kader. Im C-Kader stehen mit Vladislav Herasymyuk und Denis Zvelkov zwei Springer.

USA, Tschechien und Finnland: Wenig Neues

Der US-Amerikanische Verband USA Nordic war der erste überhaupt, der in diesem Frühling seine Nominierungen bekanntgab, nämlich schon am 15. April. Unverändert mit A-Kaderstatus wurde Landesrekordhalter Kevin Bickner bedacht. In den B-Kader ist Casey Larson aufgestiegen, in dem letztes Jahr noch Michael Glasder war, der nun nicht mehr erwähnt wird. Gänzlich neu im C-Kader sind sämtliche drei Athleten, nämlich Decker Dean, Patrick Gasienica und Andrew Urlaub. Zudem gibt es ein Junioren-Team, das aus fünf Athleten besteht. Head Coach bleibt der Slowene Bine Norcic, der schon seit einigen Jahren amtiert, auch die kanadischen Athleten betreut und mitverantwortlich dafür ist, dass die Athleten weite Teile des Jahres in Slowenien wohnen und trainieren können, und somit zumindest im Sprungtraining bessere Möglichkeiten als im Heimatland haben.

Die tschechiche Nationalmannschaft wurde um einen Springer, nämlich Filip Sakala – Sohn des ehemaligen Springers und heutigen Trainers Jaroslav Sakala – erweitert. Cheftrainer David Jiroutek betreut neben ihm Roman Koudelka, Cestmir Kozisek, Viktor Polasek, Vojtech Stursa und Tomas Vancura, also insgesamt sechs Athleten.

Marginale Veränderungen gab es auch in der Zusammensetzung der finnischen Kader. Die Nationalmannschaft besteht unverändert aus Finnlands Bestem, Antti Aalto (25. im Gesamtweltcup, vier Top-Ten-Ergebnisse), Andreas Alamommo, Jarkko Määtä und Eetu Nouisiainen. Chefcoach bleibt Lauri Hakola, der im vergangenen Jahr von Andreas Mitter übernommen hatte, der mittlerweile für den DSV tätig ist. An seiner Seite ist nun Frederic Zoz, der zuvor Co-Trainer bei den französischen Damen und danach bei den slowenischen Herren gewesen war. Das Challenger Team wurde um drei Springer, darunter Mico Ahonen (Sohn von Janne Ahonen) erweitert und besteht nun aus sieben Athleten.

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Über Luis Holuch 57 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

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