Rücktritte nach Skifliegen in Planica

Diese Skisprung-Stars hören nach der Olympia-Saison auf

Montage: skispringen.com

Ein Winter geht zu Ende, und mit ihm die Karrieren von Rekord-Weltmeistern und Olympiasiegern. skispringen.com gibt einen Überblick, wer nach Planica die Sprungski an den Nagel hängt – es sind nicht nur Stoch und Schmid.

Das Weltcup-Finale im slowenischen Planica (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) markiert traditionell einen der Höhepunkte und den Abschluss des Winters. Doch am kommenden Wochenende schwingt auf der gigantischen Letalnica-Flugschanze mehr als nur die übliche Saison-Endzeitstimmung mit.

Für eine ganze Reihe von prägenden Gesichtern bedeutet das Finale der Saison 2025/2026 den endgültigen Rückzug von der aktiven Bühne.

Katharina Schmid: Die Rekord-Weltmeisterin geht von Bord

Besonders für das deutsche Team wird es emotional, wenn Katharina Schmid ihre außergewöhnliche Karriere beendet. Die siebenmalige Weltmeisterin hatte ihren Entschluss bereits im Dezember verkündet und sich zuletzt in Vikersund mit einem Flug über die 204 Meter einen letzten großen sportlichen Traum erfüllt.

Die Oberstdorferin, die seit 2011 das Gesicht des deutschen Frauen-Skispringens war, blickt zufrieden auf ihre Laufbahn zurück. „Ich merke, dass ich jetzt zufrieden bin mit meinem sportlichen Tun. Ich bin froh, bald einfach zu Hause zu sein“, sagte Schmid kurz vor ihrem finalen Auftritt.

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Mit zwei olympischen Silbermedaillen und 19 Weltcupsiegen verlässt eine der erfolgreichsten Athletinnen aller Zeiten das Feld.

Kamil Stoch: Polens „König“ beendet seine Regentschaft

Auch bei den Männern verliert der Sport einen absoluten Ausnahmekönner. Kamil Stoch, dreifacher Olympiasieger und Gewinner von drei Vierschanzentourneen, zieht nach den Olympischen Spielen in Italien und dem nun anstehenden Finale den Schlussstrich.

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Der Pole, der mit 39 Weltcupsiegen auf Platz vier der ewigen Bestenliste steht, wollte den Zeitpunkt selbst bestimmen. „Ich möchte nicht wie Kasai weitermachen“, erklärte Stoch mit Blick auf den nimmermüden Japaner. Nach einem schwierigen Winter ohne Podestplatz nutzt er die Flugschanze in Planica für ein würdevolles Ende seiner imposanten Ära.

Manuel Fettner: Der „Oldie“ macht Platz für die Jungen

Gemeinsam mit Stoch verlässt mit Manuel Fettner ein weiterer Routinier den Weltcup-Zirkus. Der Österreicher, der erst im hohen Sportalter seine größten Einzelerfolge wie Olympia-Silber 2022 feierte, blickt auf eine unglaubliche 25-jährige Karriere zurück. Bereits als 15-Jähriger debütierte er 2001 in Innsbruck. Für ihn schließt sich nun der Kreis.

„Mit der Skiflug-WM und den Olympischen Spielen könnte es das perfekte Karriereende werden“, begründete Fettner seine Entscheidung. Er geht als einer der beliebtesten Typen im Springerlager, der bewiesen hat, dass man auch mit fast 41 Jahren noch zur Weltspitze gehören kann.

Stefan Horngacher: Zäsur am Trainerturm

Nicht nur im Auslauf, auch auf dem Trainerturm wird es leerer. Stefan Horngacher beendet seine siebenjährige Amtszeit als Bundestrainer der deutschen Herren. Er führte das Team zu zahlreichen Medaillen, doch nach insgesamt zehn Jahren als Cheftrainer in Polen und Deutschland sei der Akku leer. „Das zehrt an den Kräften“, gestand der 56-Jährige.

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Für ihn schließt sich in dieser Saison ebenfalls ein Kreis, da er in Predazzo einst seine Springer-Karriere begann und dort nun seinen letzten großen Einsatz als Coach hatte. Wer seine Nachfolge beim DSV antritt, ist zum Saisonfinale noch offen.

Weitere Abschiede und die Frage um Simon Ammann

Auch aus anderen Nationen gibt es Rücktritte zu vermelden. Der Norweger Robert Johansson, dreifacher Olympia-Medaillengewinner, hat wie auch der Österreicher Daniel Huber seine Karriere bereits im Laufe der Saison für beendet erklärt. Auch der Kanadier Mackenzie Boyd-Clowes hat sein Karriereende noch während der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina bekannt gegeben. Weitere Rücktritte gab es bei den Frauen: Paige Jones (USA), Rea Kindlimann (Schweiz) und Julia Kykkänen (Finnland) haben ihre Karriere beendet.

Währenddessen blickt die Welt gespannt auf Simon Ammann. Der vierfache Olympiasieger aus der Schweiz kämpfte bis zuletzt um die Qualifikation für seine achten Olympischen Spiele. Ob der 44-Jährige nach dieser Saison ebenfalls seine Ski in die Ecke stellt oder doch noch einen weiteren Winter dranhängt, bleibt das letzte große Rätsel.

Auch interessant: Nachdem er in den vergangenen beiden Jahren noch auf eine Teilnahme in Planica verzichtete, ist Philipp Raimund diesmal beim Weltcup-Finale am Start. Wie er seine ersten Flüge dort erlebt hat, verrät er skispringen.com exklusiv.

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7 Kommentare

  1. Nach Peter verlässt uns nun auch Kamil. Die polnische Legende ist der beste Skispringer aller Zeiten. Er war nicht nur ein großartiger Skispringer, sondern auch ein großartiger Mensch. Er bewunderte unser Planica, es war seine zweite Heimat, und die Menschen hier betrachteten ihn als einen der Ihren. Das sollten wir nie vergessen.
    Ohne Kamil, Feti und Katharina wird der Skisprung-Weltcup anders sein.
    Ich wünsche allen alles Gute für die Zukunft.

    • Alles richtig, aber eben: die Zeit ist eine physikalische Größe. Auch in Firmen gehen ältere in den Ruhestand und jüngere/neuere, an deren Namen man sich erst gewöhnen muss, (d)rücken nach.
      Die Leute, mit denen man selbst „groß“ (älter) geworden ist, hat man nicht bis an’s Lebensende. Da waren doch mal die 239 m von Romören – längst weg und wir reden über 250er. Die Epstein (die, nicht der!) sang mal „Abschied ist ein bisschen wie sterben“; fällt nicht leicht, ist aber so.
      War nicht Stoch auch soetwas wie ein „Springer-Sprecher“? Wer übernimmt das nun?

  2. Gute gab es schon immer, und wenn man bis Wirkola, Sakala o.a. zurückdenkt. Aber Zeit ist endlich. Arbeitnehmer freuen sich (oft) auf Rente; man sieht sie nicht mehr in der Firma. Sportler gehen selten in „Komplett-Rente“, aber auch mal aus der 1.Reihe, werden dort nicht 65, 67 oder 70. Wir müssen damit leben – zumal oft „neue“/junge nach“schieben“. Auch vergisst mancher aufzuhören, wenn es am schönsten/größten/besten ist und quält sich dann im Mittelmaß bis …
    Was uns bleibt: Traurig zu sein, Namen nicht mehr zu hören/lesen, weil man die Leute nicht mehr sieht. Oder sie haben Aufgaben wie Damjan, Schmitt, Widhölzl usw.
    Man mag sich emotional nicht gern verabschieden, aber real muss man es. Time happens nun mal, ob es gefällt oder nicht.
    Insofern an alle „Aufhörer“ von König Kamil bis Fetti: Danke euch für tolle Zeiten miteinander und viel Glück im neuen Leben!

    • Übrigens gäbe es (Stoch als Bsp.), für besonders verdiente, langzeitige Legenden immer noch die Möglichkeit eines unb/gewerteten „Ehrensprunges“ nach Wettkamnpfschluss und vor den Siegerehrungen. Sollte man mal drüber nachdenken!

  3. Sie werden alle so sehr schmerzlich vermisst werden, alle waren oder sind ganz besondere Typen, die dem Skispringen so viel gegeben haben. Glück auf Euch allen für die Zukunft!

  4. Wir Fans wünschen König Kamil alles Gute und danken ihm für seine tollen Leistungen! König-Kamil hat uns viel Freude bereitet und wir haben uns immer gefreut wenn er gewonnen hat! Leider haben wir im deutschen Team keine so guten Springer.. Freitag vielleicht aber der hatte Probleme mit seinen wackligen Landungen, deshalb ist er auch gestürzt!

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