Weltverband schafft Klarheit

Russische Skispringer vor Rückkehr? FIS trifft weitreichende Entscheidung

Foto: imago / MIS

Mehr als vier Jahre nach dem Ausschluss könnte Russland auf die internationale Skisprung-Bühne zurückkehren. Die FIS hat nun die Bedingungen für die Saison 2026/2027 festgelegt – und aus Russland folgt bereits eine deutliche Reaktion.

Russische Skispringer dürfen in der kommenden Saison grundsätzlich wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Die FIS hat nun offiziell die Bedingungen für die Rückkehr von Athleten aus Russland und Belarus festgelegt. Voraussetzung ist unter anderem eine Neutralitätserklärung.

Der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) öffnet russischen und belarussischen Athleten auch in der Saison 2026/2027 die Tür für eine Teilnahme an seinen Wettkämpfen. Das hat der Weltverband nach einer Sitzung des FIS-Councils im schweizerischen Thun offiziell bekanntgegeben.

„Der FIS Council hat die Situation überprüft und entschieden, dass Athleten und Betreuer aus den beiden Ländern Zugang zu FIS-Wettkämpfen erhalten können, sofern sie eine Neutralitätserklärung unterzeichnen, die auf einer Reihe von von der FIS festgelegten Grundsätzen basiert“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Weltverbandes.

Die Einhaltung dieser Neutralitätsgrundsätze soll dabei nicht nur zum Zeitpunkt der Zulassung geprüft werden. „Die Einhaltung dieser Neutralitätsgrundsätze wird fortlaufend überwacht, bei Verstößen sind Sanktionen möglich“, stellt die FIS klar.

FIS verbietet Flaggen und Hymnen

„Es dürfen keine nationalen Symbole wie Flaggen, Hymnen oder Uniformen gezeigt werden“, heißt es in einer Mitteilung der FIS weiter. Darüber hinaus müssen die zugelassenen Sportler sämtliche geltenden Anti-Doping-Anforderungen erfüllen.

Damit steht fest, dass auch russische Skispringer in der Saison 2026/2027 grundsätzlich wieder im Weltcup und bei anderen internationalen FIS-Wettkämpfen antreten können – sofern sie die individuellen Voraussetzungen erfüllen.

CAS-Urteil ebnete Weg für Rückkehr

Die aktuelle Entscheidung ist die Fortsetzung einer Entwicklung, die bereits im vergangenen Winter begonnen hatte. Noch im Oktober 2025 hatte sich das FIS-Council gegen eine Teilnahme russischer und belarussischer Athleten als Individual Neutral Athletes (AIN) an den Qualifikations-Wettkämpfen für die Olympischen Winterspiele 2026 ausgesprochen.

Dagegen waren unter anderem der russische und der belarussische Skiverband sowie mehrere Athleten vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS gezogen. Der CAS gab den Klägern teilweise Recht. Im Dezember stellte das Gericht schließlich klar, dass russische Athleten, die die Voraussetzungen für den neutralen Status erfüllen, grundsätzlich an sämtlichen FIS-Wettkämpfen teilnehmen dürfen.

Daraufhin führte die FIS ein individuelles Prüfverfahren ein. Voraussetzung für den neutralen Status war unter anderem eine strikte Neutralität seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Ausgeschlossen werden können beispielsweise Sportler mit Verbindungen zum russischen oder belarussischen Militär oder zu staatlichen Sicherheitsorganen sowie Athleten, die den Krieg öffentlich unterstützt haben.

Vier russische Skispringer bereits zugelassen

Auch im Skispringen hatte die FIS bereits erste Athleten überprüft. Mit Michail Nazarov, Danil Sadreev, Ilya Mankov und Alexandra Kustova erhielten im vergangenen Winter vier russische Skispringer beziehungsweise Skispringerinnen den neutralen Status.

Zu einem internationalen Wettkampfstart kam es für das Quartett allerdings nicht: Während neutrale russische Sportler in anderen FIS-Disziplinen bereits wieder an Wettkämpfen teilnahmen, blieb Russland im Skispringen sowie in der Nordischen Kombination weiterhin ohne Starter.

Mit der nun getroffenen Entscheidung ist der grundsätzliche Weg für Starts in der Saison 2026/2027 aber frei. Welche russischen und belarussischen Skispringer tatsächlich eine Zulassung erhalten und anschließend im Weltcup antreten werden, ist aber noch offen.

Russland spricht von „großem Schritt nach vorne“

In Russland wird die Entscheidung entsprechend positiv aufgenommen. Sportminister Michail Degtjarjow bestätigte die Entwicklung und bezeichnete sie laut ‚RIA Novosti‘ als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer vollständigen Rückkehr. „Die erste Entscheidung über den Plan zur Rückkehr unserer Skisportler ist bereits gefallen. Sie kehren ab dieser Saison unter dem Dach der FIS zurück. Vorerst haben wir neutralen Status. Aber das ist ein großer Schritt nach vorne“, wird Degtjarjow zitiert.

Von einer vollständigen Rückkehr Russlands kann dennoch keine Rede sein. Russische und belarussische Nationalmannschaften bleiben ausgeschlossen, Mannschaftswettbewerbe sind für die neutralen Athleten tabu. Entscheidend ist weiterhin die individuelle Zulassung durch die FIS.

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3 Kommentare

  1. @Voschi
    Ach ja? Zbd was macht man dann mit all den anderen Sportlern, deren Länder aktuell an irgendwelchen Angriffskriegen beteiligt sind?

  2. Eine richtige Entscheidung. Warum sollten Wintersportler weiterhin verdammt sein, während z. B. Tennisspieler seit Jahren an Turnieren teilnehmen?
    Eine Rückkehr unter neutraler Flagge ist ein erster Schritt.
    Und – es über die Nichterteilung von Visa zu verhindern wäre eine jämmerliche Vorstellung der betroffenen Länder.

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