Turbulente Bedingungen zum Start des Finales

Skifliegen in Planica: Vier DSV-Skispringer qualifizieren sich bei slowenischem Doppelsieg

Foto: imago / Newspix

Das lange Skiflug-Wochenende startet mit schwierigen Bedingungen: Nach deutlich über zwei Stunden landen zwei slowenische Skispringer in der Qualifikation ganz vorne. Zwei DSV-Skispringer verpassen den Start des Weltcup-Finales.

Mit einem Flug auf 211 Meter sicherte sich Anze Lanisek den Sieg in der Qualifikation für das erste von zwei Einzel-Skifliegen am letzten Weltcup-Wochenende der Saison. Der slowenische Lokalmatador erzielte am Donnerstagvormittag auf der berühmten Skiflugschanze von Planica insgesamt 242,5 Punkte und setzte sich damit gegen Teamkollege und Gesamtweltcup-Sieger Domen Prevc durch, der auf 234,5 Meter (240,3 P.) kam. Den dritten Platz der Qualifikation belegte Stephan Embacher aus Österreich mit 230 Metern (239,7 P.).

Wie angesichts der Wetterprognosen im Vorfeld zu erwarten, war es ein ganz schwieriger Tag für die Skispringer zum Auftakt des langen Skiflug-Wochenendes im Norden Sloweniens: Zuerst bereitete der starke Schneefall, danach vor allem die wechselhaften und starken Winde enorme Probleme. Schon das für 8 Uhr angesetzte Training zog sich mit nur einem Durchgang über zwei Stunden.

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Die Qualifikation im Anschluss dauerte dann noch länger – immer wieder war die Jury gezwungen, längere Unterbrechungen zwischen den einzelnen Springern anzulegen. Am Ende ist es den Verantwortlichen vor immerhin 10.700 Zuschauern aber gelungen, das Starterfeld für das Einzel am Freitagnachmittag von 60 auf 40 Athleten zu reduzieren.

„Es war ein schwieriger Tag. Aber es ist toll, dass sie es geschafft haben, die Schanze vorzubereiten – Glückwunsch dafür an die Jury und die Schanzenarbeiter“, bedankte sich Quali-Sieger Lanisek.

Vier DSV-Skispringer überstehen Quali

Die deutschen Skispringer werden den Auftakt des Weltcup-Finales mit vier von sechs Athleten bestreiten: Nicht in den Wettkampf geschafft haben es die beiden Planica-Debütanten Ben Bayer und Luca Roth, die mit den Plätzen 42 bzw. 43 knapp ausgeschieden sind.

Deutlich besser lief es hingegen für Karl Geiger, der mit 209,5 Metern als bester DSV-Skispringer den siebten Platz belegt hat. Neben dem Oberstdorfer, der auf dieser Schanze 2020 den Titel des Skiflug-Weltmeisters gesichert hat, schafften es aus dem Team von Bundestrainer Stefan Horngacher außerdem Pius Paschke (23.), Philipp Raimund (24.) und Andreas Wellinger (31.) für Freitag qualifiziert – bei den turbulenten Bedingungen an der „Letalnica“ haben sie aber allesamt noch deutlich Luft nach oben gelassen.

Embacher will Slowenen herausfordern

Neben den starken Slowenen war es aber vor allem der Tag von Stephan Embacher, der nach dem zurückliegenden Wochenende von Vikersund auch seine Chance nutzen will, sich die kleine Kristallkugel für den Skiflug-Weltcup zu sichern: Auch wenn er sich in der Vorausscheidung den slowenischen Gastgebern geschlagen geben musste, zeigte er im zuvor durchgeführten Training seine Klasse mit 218,5 Metern und dem ersten Platz.

Doch nach seinem Qualifikationssprung klagte der 20-Jährige über Schmerzen: „Ich ärgere mich darüber, weil der Sprung eigentlich nicht schlecht war. Aber ich habe zu viel mit der Hüfte gearbeitet und dann passiert sowas. In der Leiste oder Hüfte tut es weh“, ärgerte sich Embacher: „Mit einer schönen Landung wäre sicherlich einiges mehr drin gewesen. Aber morgen zählt’s und da will ich es wieder krachen lassen.“

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Am Freitag startet um 14 Uhr zunächst der Probedurchgang, bevor um 15 Uhr (alles live bei skispringen.com) das erste Einzel des Wochenendes auf dem Plan steht. Bereits ab 9 Uhr tragen die Skispringerinnen ihre Planica-Premiere mit zwei Trainingsdurchgängen aus – dann hoffentlich bei stabileren Bedingungen als am Donnerstag.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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Über Marco Ries 1007 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

6 Kommentare

  1. Hallo Dario, ich muss Dir recht geben, einige Athleten haben hier nichts verloren. Was für Trainer sind hier am Werk? Ein Trainer muss doch entscheiden ob sein junger Athlet bei kritischen Windbedingungen starten soll, das kann nicht die Fis entscheiden. Sowas muss nicht sein einigen Trainern ist scheins die Gesundheit ihrer Sportler egal da muss die Fis vielleicht manchen Trainern mal die gelbe Karte zeigen. Das abwinken mit der Fahne ist nur Show wegen Geldgier der Trainer ihren eigenen Sponsor zu präsentieren. Die Trainer winken ab wenn die Ampel auf grün schaltet, ich hab noch kein Trainer erlebt der die Fahne bei grün oben lässt. D.h. die Athlet kann auch ohne Fahne losfahren, den am Anlauf ist auch eine Ampel installiert, und jeder Sportler weis dass er 10 Sekunden Zeit hat um loszufahren ansonsten wird er disquallifiziert.

  2. Eine Qualifikation für ein Springen das nicht stattfinden wird. Morgen Windböen von 130 km/h, wo doch schon 20 km/h für die Sportart zu viel sind. Also eine relativ irrelevante Quali. Bis zum Teamspringen am Samstag.

  3. Was muss noch an schweren Stürzen mit entsprechenden Verletzungsfolgen stattfinden, damit die FIS beim Skifliegen bereits vor dem Wettkampf aus meiner Sicht offenbar eitle, menschlich und fachlich inkompetente Trainer stoppt, die grob fahrlässig handeln und junge Athleten (insb. bei diffizilen Bedigungen) von der Skiflugschanze lassen, welche bis dato überhaupt keinen sportlichen Qualitätsnachweis erbracht haben und nur unter ferner liefen im Conti- und FIS-Cup unterwegs waren (Bsp. Heute: Vanwieren/CAN oder auch die jungen Kasachen) ? Es hat fast schon den Anschein, als nehmen Pertile und Sedlak dies für die „SHOW“ billigend in Kauf. Schützt in erster Linie die Athleten !!! Wenn die Trainer es nicht können/wollen, dann bitte die FIS !
    Weiterer Effekt: Kürzere Qualifikation und damit auch besserers Zeitmanagement.

  4. Zähe Nummer wieder… Können die keinen Wetterbericht lesen? Das muss doch möglich sein, das so anzusetzen, dass es nicht mitten im Unwetter ist. So war es bei einigen wieder grenzwertig gefährlich

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