DSV kassiert historische Klatsche

Skiflug-WM: Domen Prevc in Oberstdorf überlegen zu Gold

Domen Prevc springt auch am zweiten Wettkampftag der Skiflug-WM in Oberstdorf in seiner eigenen Liga und triumphiert mit gigantischem Vorsprung. Der DSV kassiert dagegen eine historische Klatsche.

Domen Prevc ist der Skiflug-Weltmeistertitel auch am zweiten Wettkampftag der Skiflug-WM in Oberstdorf nicht mehr zu nehmen. Der slowenische Überflieger erzielte auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze am Samstagabend auf 239 und 222,5 Meter und sicherte sich damit gewohnt überlegen sein erstes Gold im Skifliegen. Mit insgesamt 905,4 Punkten setzte sich Prevc gegen den Norweger Marius Lindvik durch, der auf 221 und 231,5 Meter (845,9 P.) kam und sich um von Bronze auf Silber verbessern konnte. Ren Nikaido fiel hingegen mit 221,5 und 220 Metern (842,4 P.) auf den Bronzerang zurück.

Vier Luken weniger Anlauf – trotzdem überlegen

Bereits im dritten Durchgang, dem ersten zweiten Wettkampftages, unterstrich Prevc seine Ausnahmestellung. Trotz einer Verkürzung um satte vier Startluken im Vergleich zur Konkurrenz segelte er auf 232 Meter.

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Mit umgerechnet mehr als 40 Metern Vorsprung ins Finale gestartet, ging Prevc auch im Finale mit drei Luken weniger in die Spur und triumphierte am Ende mit 59,5 Punkten Vorsprung.

Knackt Prevc jetzt den historischen Nykänen-Rekord?

Nach seinem Sieg bei der Vierschanzentournee ist der Weltmeistertitel im Skifliegen der zweite große Erfolg für Prevc in dieser Saison. Der 26-Jährige hat damit weiterhin beste Aussichten, eine praktisch perfekte Saison abzuliefern: Den Gesamtweltcup führt er haushoch überlegen an, dazu hat er in zwei Wochen die Chance auf einen Olympiasieg.

Einziger Skispringer, dem es bisher gelungen ist, alle fünf Einzeltitel zu gewinnen, ist die finnische Skisprunglegende Matti Nykänen.

DSV-Skispringer mit schlechtestem Ergebnis seit 16 Jahren

Den deutschen Skispringern ist es am zweiten Wettkampftag nicht gelungen, noch Plätze gutzumachen – am Ende stand für das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele das schlechteste Ergebnis bei einer Skiflug-WM seit 16 Jahren zu Buche.

„Schon sehr bitter. Vom Ergebnis her bin ich absolut nicht zufrieden“, analysierte Horngacher in der ‚ARD‘, erklärte dann aber auch in Hinblick auf die Team-Entscheidung am Sonntag weiter: „Wir haben uns heute ein bisschen verbessert in der ein oder anderen Sache, haben aber noch große Reserven im Flug.“

Während Karl Geiger mit 202 und 187,5 Metern nach Platz elf am Vortag noch auf 17 abgerutscht ist, ging es für Philipp Raimund als besten DSV-Skispringer mit 201 und 210,5 Metern immerhin noch auf Platz 13 nach vorne. Dennoch: Schlechter lief es für die deutschen Skispringer zuletzt bei der WM 2010 in Planica, als Michael Uhrmann als bester Deutscher 19. wurde.

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Deutlicher verbessert hat sich den zuletzt gesundheitlich angeschlagenen Felix Hoffmann vor allem dank seines Finalsprungs auf 215 Meter auf Rang 22. Pius Paschke beendete den Wettkampf als 25.

Österreichs Skispringern bleibt nur Blech

Den österreichischen Skispringern ist es auch am zweiten Wettkampftag nicht gelungen, noch ins Rennen um die Medaillen einzugreifen. Mit 211,5 und 224 Metern präsentierte sich Jan Hörl zwar erneut stark, behält aber auch nach zwei weiteren Durchgängen den undankbaren vierten Platz.

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Stephan Embacher, nach Training und Qualifikation eigentlich als fast sicherer Medaillenkandidat für die Alpenrepublik gehandelt, verbesserte sich vor allem dank eines Flugs auf 227,5 Meter im Finale noch vom achten auf den fünften Platz.

Zum Abschluss der Skiflug-WM steht am Sonntag die Team-Entscheidung auf dem Programm, bei der sich Prevc mit seinen slowenischen Teamkollegen die zweite Goldmedaille sichern könnte: Dann startet um 15:15 Uhr zunächst der Probedurchgang, bevor ab 16:15 Uhr (alles live bei skispringen.com) dann der erste von diesmal zwei Wertungsdurchgängen auf dem Plan steht.

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Über Marco Ries 985 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

12 Kommentare

  1. So meine Damen und Herren. Heute wird’s einen japanischen Sieg geben. Wie lange es schon her ist weiß kein Fuchs mehr. Nagano 1998 oder beim Mix Team irgendwo 2013 oder so. Freue mich tierisch auf den Wettkampf, um zu sehen wo wir momentan alle wirklich stehen.
    Deutschland braucht dringend wieder einen Hannawald. Ich tippe heute auf 1. Japan, 2. Österreich, 3. Norwegen
    Oyasumi Nasai.
    Davor noch @Teamjapan warum schreibst du immer das mit 2 s?

  2. Es tut schon irgendwie weh, den Springer, der vor nicht einmal einem Jahr in den größten Betrug in dieser Sportart verwickelt war, jetzt auf dem WM-Podest zu sehen, als wäre nichts gewesen. Wie übertrieben er sich selbst immer feiert, spricht dafür, dass er gar nichts gelernt hat. Für Nikaido freut es mich zwar, doch sein letzter Sprung hat gezeigt, dass seine Medaille wohl vor allem durch glückliche Windverhältnisse zustande kam. Sportlich hätte ich eher Embacher dort gesehen. Schön übrigens, dass Felix Hoffmann auf der Flugschanze sichtbare Fortschritte macht.
    Mein Tipp für morgen:
    1. Slowenien
    2. Japan
    3. Norwegen

      • Österreich auf 4, vielleicht kämpfen sie mit Norwegen um Platz 3. Dann Deutschland auf 5, Finnland mit einer guten Leistung auf 6, Polen auf 7 und Schweiz auf 8

    • Bei Slowenien bin ich morgen mal gespannt. Bei stärkerem Rückenwind kommt Zajc überhaupt nicht zurecht, und Rok Oblak dürfte den Vorteil, den Prevc wahrscheinlich herausspringen wird, wieder ausgleichen. Bisher hat er keinen wirklich guten Sprung gezeigt.

  3. Super 11. Platz für Antti Aalto, meinen Lieblingsspringer!!! Sogar besser gewesen als alle Deutschen, dass feiere ich total…
    Glückwunsch an den verdienten Weltmeister Domen Prevc!

  4. Bei der letzten WM mit (wahrscheinlichem) Betrug zum Titel gekommen und jetzt nach Sperre und null Einsicht plötzlich wieder Silber nachdem die ganze Saison nichts lief. Ein Schelm wer böses denkt.

    • @Sebastian: werden Sie auch über Betrug reden, wenn Wellinger überraschend eine Einzelmedaille bei Olympia holen würde? Er reisst ja bisher überhaupt gar nix oder ist dann das auf einmal was anderes? Und übrigens,wer wirklich noch glaubt,dass die Deutschen frei vom betrügen waren,dem kann man nicht mehr helfen…

      • Wann und wo hat die Deutsche Mannschaft denn betrogen? Hast du da Beweise? Das komplette Team wie bei Team Norwegen?

        Aber haben die Norweger ja auch gemacht als sie erwischt wurden, erstmal auf alle anderen gezeigt ohne die eigene Schuld einzugestehen. Hat ja auch geklappt, man würde nur für den Sommer gesperrt, das bei ihnen der Verdacht auf Betrug über die Saison mitspringt habe nur sie selbst zu verantworten und das so ein Ergebnis fragen aufwirft ebenfalls, besonders auf Blick auf die bisherige Saison.

        • @Sebastian:Wellinger 2mal schon disqualifiziert wegen des Anzugs,das letzte Mal erst im vergangenen Herbst, wegen eines zu grossen Anzugs,ja dass ist Betrug,oder? Was glauben Sie denn,warum er und Geiger mit den engeren Anzügen nicht so gut klarkommen? Er hat von den grossen Anzügen ,die durch das wegschauen der Fis immer weiter wurden profitiert, kann mir keiner erzählen,dass das noch regelkonform war und wer mitmacht,weil alle anderen es auch machen,betrügt halt auch genauso!

        • @Sebastian: da muss ich Suomirockt aber Recht geben, meines Wissens nach wurde Wellinger 2mal schon disqualifiziert wegen eines zu grossen Anzugs, letztmals im vergangenen Herbst und dass ist dann schon auch betrügen,da man dass ja anderen auch immer gleich vorwirft, muss man dass fairerweise so sagen.
          Hannawald meinte in einem Interview,durch die Blume gesagt,dass alle grossen Nationen über das Erlaubte gegangen sind,da man sonst keine Chance hatte, und für mich ist dass dann schon auch betrügen,wenn man das macht,nur weil andere es auch machen,oder? Die Fis hat einfach viel zu lange weggeschaut…

    • Domen natürlich kolossal, aber das herangehen der Jury, bewusst nur für Domen 2-4 Luken zu verkürzen finde ich etwas bedenklich. Man weiß aus z.B. Planica vor einigen Jahren, dass bei weiten deutlich oberhalb des K Punktes der Gate-Faktor nur bedingt anwendbar ist ( ich erinnere an Gregor Deschwanden in Planica 2017 oder 2018: 230,5 m und nicht für den Wettbewerb qualifiziert, da mit früher Startnummer und formal ca 20 Meter mehr wegen der Gate Kompensation unterwegs). Man Stelle sich mal vor, Domen hätte nicht den überragenden Flug in 3. Durchgang gehabt, sondern hätte nur durch seinen von der Jury „geschenkten“ Gate-Punkten knapp gewonnen.

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