Jan Hörl entscheidet die Qualifikation zum dritten Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck vor gleich drei Landsleuten für sich. Top-Favorit Domen Prevc offenbart bei schwierigen Bedingungen erstmals eine Schwäche.
Mit einem Sprung auf 128 Meter sicherte sich Jan Hörl den Sieg in der Qualifikation für das dritte Springen der Vierschanzentournee. Der Österreicher erzielte am Samstagnachmittag am Bergisel in Innsbruck insgesamt 132,5 Punkte und führte damit einen fulminanten Vierfachsieg der österreichischen Gastgeber an. Hinter ihm landeten Stefan Kraft (127,5 m; 131,6 P.) und Stephan Embacher (125 m; 129,4 P.) auf den Plätzen zwei und drei. Titelverteidiger Daniel Tschofenig komplettierte das starke Mannschaftsergebnis als Vierter.
Prevc scheitert an schwierigen Bedingungen
Domen Prevc, der nach Siegen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen mit dem drittgrößten Vorsprung der Tournee-Geschichte nach Innsbruck angereist ist, offenbarte am Innsbrucker Bergisel erstmals während dieser Vierschanzentournee eine Schwäche – auch wenn dabei der Wind mithelfen musste: Denn der Slowene musste bei den schlechtesten Windbedingungen des gesamten Feldes vom Bakken und belegte trotz 26,9 Kompensationspunkten mit 112 Metern nur den 30. Platz.
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Im zuvor ausgetragenen Training konnte der slowenische Überflieger seine starke Form noch unter Beweis stellen – doch ob er bei möglicherweise schwierigen Bedingungen auch nach dem dritten Springen der Vierschanzentournee seine Chancen auf den vierten „Grand Slam“ nach Sven Hannawald, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi aufrechterhalten kann, bleibt abzuwarten. Im K.o.-Duell trifft er auf den Franzosen Valentin Foubert (21.).
Alle DSV-Skispringer dabei, doch Wellinger muss zittern
Die deutsche Mannschaft, die nach der Weiterreise von den deutschen Stationen nach Österreich durch den Wegfall der nationalen Gruppe von neun auf fünf Athleten verkleinert werden wurde, hat sich geschlossen für das Bergiselspringen qualifiziert. Doch im Kampf um die ganz vorderen Plätze war das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher diesmal nur Nebendarsteller.
Bester Deutscher war am Ende wie schon in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen Felix Hoffmann, der mit 123 Metern den fünften Platz belegt hat. „Im Training habe ich mich heute erstmal ein bisschen rangetastet, aber dann hatte ich in der Quali meinen besten Sprung“, sagte der 28-Jährige, der im Training noch Achter und 15. war. Zweiter Lichtblick im deutschen Team bleibt Philipp Raimund, der bei zunehmend schwieriger werdenden Bedingungen zum Ende hin aber auch nur 16. wurde. Im K.o.-Duell treffen Hoffmann und Raimund auf Alex Insam bzw. Felix Trunz.
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Daneben haben auch Pius Paschke als 23. und Karl Geiger als 38. die Vorausscheidung wenig glanzvoll, aber zumindest problemlos überstanden. „Heute habe ich den Tag sehr positiv empfunden, bin jeden Sprung sehr konzentriert angegangen und habe in der Luft wieder etwas gespürt, das ich schon lange nicht mehr hatte“, freute sich Geiger, der es im K.o.-Modus mit Sandro Hauswirth zu tun bekommt. Paschke trifft auf Gregor Deschwanden.
Anders sah das für Andreas Wellinger aus, der sich nach schwachen Trainingssprüngen im Vorfeld mit 115 Metern und Platz 49 zufrieden geben musste. Der 30-Jährige musste lange um den Einzug in den Wettkampf zittern und profitierte am Ende auch vom überraschenden Ausscheiden des Norwegers Marius Lindvik, der nur 51. wurde.
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„Wir sind extrem hart am arbeiten, eine Lösung zu finden und es ist immer wieder punktuell in einzelnen Teilen des Sprungs so, dass ich einen Schritt nach vorne sehe. Aber der Fluss und die Leichtigkeit fehlen im Moment komplett. Das ist mühsam“, analysierte Wellinger, auf den das K.o.-Duell mit Kraft wartet.
Nachträgliche Disqualifikation sorgt für Novum und Rätselraten
Für das polnische Team wurde Innsbruck zum Schauplatz eines bizarren Technik-Dramas: Pawel Wasek wurde nach seinem Qualifikationssprung auf 117 Meter wegen verbotener Fluor-Rückstände an den Skiern disqualifiziert – erstmals im Skispringen seit dem offiziellen Verbot durch die FIS. Die Disqualifikation erfolgte erst etwa eine halbe Stunde nach Ende der Vorausscheidung und wirbelte dadurch auch die anstehenden K.o.-Duelle beim Bergiselspringen noch einmal durcheinander.
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Neben dem Norweger Lindvik sind mit Killian Peier (51.), der für den zuletzt formschwachen Simon Ammann in die Schweizer Mannschaft gerückt ist, und dem US-Amerikaner Tate Frantz (62.) zwei weitere namhafte Athleten an der Qualifikation gescheitert.
Am Sonntag könnte im Kampf um den Goldenen Tournee-Adler schon die Vorentscheidung fallen: Los geht es um 12 Uhr mit dem Probedurchgang, bevor um 13:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) dann der dritte Wettbewerb mit dem K.o.-Durchgang eröffnet wird.

Die Qzalifikation der letzten 4-5 Springer war ganz klar Wettbewerbsverzerrung der Jury zugunsten – natürlich mal wieder – der Österreicher.
Ständig sind die Österreicher es, die von ALLEM profitieren … Es fällt echt auf.
Ja das stimmt ganz genau. Aus Erfahrung kann ich bestätigen, dass hinter dem Sprungturm ein gigantischer Ventilator steht der immer dann eingeschalten wird, wenn kein Österreicher springt. Wir nennen den Andreas den Großen.
der war echt gut!!
Deine Aussage impliziert dass mindestens 4 (wenn nicht gar 5) Nationen die Österreicher siegen sehen will….. denn jedes Jury-Mitglied kommt aus einem anderen Land….. außerdem ist Skispringen eine outdoor Sportart, es kann jeden erwischen….
Domen Prevc wird trotzdem Glasklar gewinnen!! Wind hin und her spielt eig. keine Rolle!!! Die anderen sind eben zum zuschauen verdamt!!!
Schön, dass man endlich zur Kameraperspektive von früher / aus vergangenen Jahrzehnten zurückgekehrt ist, d. h. (von oben von der Schanze aus gesehen) zeigt die Kamera den Flug des Springers und verfolgt ihn von der linken und nicht von der rechten Seite.
Genau diese Perspektive aus vergangenen Jahrzehnten war der Standard am Bergisel, und es ist gut, dass sie zurückgekehrt ist.
Aber es sieht insgesamt so aus als ob Jan Hörl, Prevc auf dieser Schanze schlagen kann.
Meine Top 3 morgen:
1. Hörl
2. Prevc
3. Kobayashi
Hoffmann kommt in die Top Ten.
Raimund um Platz 15 ( nicht seine Schanze). Alle anderen Deutschen nicht im zweiten Durchgang. Wellinger wird leider sogar letzter
Interessante Quali, aber die letzten 6 hatten es dann doch schwieriger als die anderen. Was ich sehr begrüße ist, dass keine Disqualifikation nötig war.
Vvielleicht haben es die Springer jetzt mal verstanden, dass es genug ist die FIS herauszufordern. Zu den einzelnen Ergebnissen, ist zu sagen dass ich morgen wieder einen engen Kampf zwischen Hörl und Prevc erwarte, auch wenn der „Domenator“ heute aufgrund irregulärer Verhältnisse keine Chance hatte. Die Flutlichtanlage an meinem alten Heimatberg kann nicht schnell genug kommen um dieses Problem endlich aus der Welt zu schaffen.
Andere positive Überraschungen waren sicherlich Koudelka und Mizernych. Vor allem den Kasachen würde es gut tun, dass die lange und gute Arbeit die dort stattfindet sich endlich in Ergebnissen niederschlagen würde. Es ist eine tolle und junge Gruppe die es verdient hätten.
Ich vermute, dass wohl 2 Österreicher morgen am Podest stehen werden, sie kennen diese Schanze sehr gut und Erfahrung ist einfach wichtig am Bergisel. Dennoch würde ich Prevc als heißesten Kandidaten sehen für den Sieg. Er ist derzeit sehr nahe an Perfektion und es ist toll zu sehen, dass er nach vielen schwierigen Jahren eindlich seinen Sprungstil mit mehr „Hirn“ benutzt und nicht einfach eine Kanonenkugel ist.
Hoffmann möchte ich auch ein großes Kompliment machen. Er springt super und konstant obwohl es keiner von ihm so erwartet hat, selbst mit den schwierigen Bedingungen heute hat er konstant seine Klasse gezeigt. Einer der größten Aufsteiger des Jahres mit Sicherheit, hoffentlich springt da noch ein oder mehr Siege für ihn raus.
Auf ein tolles Springen am Bergisel morgen und möge der Föhn ruhen.
Well, dass mit der DSQ kann ich zurücknehmen. Aber das ist auch ein sehr merkwürdiger Fall. Bin gespannt ob das jetzt vermehrt vorkommt oder ob das polnische Team hier einfach Pech hatte.
Ja ja der Bergisel… Interessant ist die Frage, ob das Ergebnis heute durch den Wind zustande kam oder ob gerade Prevc tatsächlich nochmal Probleme bekommen könnte. Die Schanze scheint ihm ohnehin nicht zu liegen, und die Windverhältnisse werden morgen wohl kaum anders sein. Hoffentlich bekommt man heute mal ein paar konstruktive Gedanken zu lesen anstatt des üblichen „Der und der hatte einen zu großen Anzug“, das inzwischen leider einen Großteil der Kommentarspalten ausmacht
@Schanzenrekord: im Training war Domem ganz gut dabei, aber er hatte von allen Startern in der Quali die schlechtesten Bedingungen, von daher würde ich den für morgen überhaupt nicht abschreiben, eventuell hat er ja dann sogar Glück mit seiner Startzeit.Wir werden sehen…
Ja glaube auch, dass er auf jeden Fall wieder um den Sieg mitspringt. Er ist immer noch der beste Springer aktuell und schlechte Verhältnisse können jeden treffen, da kann man noch so gut sein…
Die Kompensationen bei Rückenwind werden exponentiell ungerechter mit zunehmender Stärke im Verhältnis zur Geschwindigkeit. Du wirst bestraft für zwei Luken mehr -9 Punkte und bekommst 27 Windpunkte die nie den Nachteil von 40 weitenpunkte kompensieren. zusaätzlich wird man noch mit den Haltungsnoten abgestraft wenn man sich bei 112m durch die Quali schleppt. Freund meinte, „ohne seine Form hätte er den Wettkampf nicht erreicht“ und das er „gelernt habe bei solchen Sprüngen einen Telemark zu machen“…letzteres hat aber nix genutzt bei 16,5-17.0 😀
Domen war im Training erster und zweiter wo vermutest du, er ist nicht so gut auf der Schanze? Der Wind war halt in der Quali super schwierig.
Wobei ein großes Kompliment an Hoffmann, bei dem wurde der Wind auch schon schlechter. Der hat da echt einen super Sprung hingelegt.
Geiger hat mich überrascht. Dachte der stürzt richtig ab. Jetzt war er sogar besser als letztes Jahr in Innsbruck
Er war da bisher nie wirklich gut. Kleinere Schanzen sind eben nicht sein Spezialgebiet