DSV-Skispringer schrammt am Sieg vorbei

Domen Prevc feiert ersten Saisonsieg in Wisla – Philipp Raimund erneut auf dem Podest

Foto: imago / GEPA

Domen Prevc sichert sich beim ersten Einzel in Wisla seinen ersten Saisonsieg. Der Slowene setzt sich in einem spannenden Finale knapp gegen Philipp Raimund durch, der zum dritten Mal auf dem Podest landet.

Mit Sprüngen auf 136 und 130 Meter sicherte sich Domen Prevc den Sieg im ersten von zwei Einzelspringen an diesem Wochenende im polnischen Wisla. Der Slowene erzielte am Samstagnachmittag auf der Adam-Malysz-Schanze insgesamt 286,2 Punkte und setzte sich damit gegen Philipp Raimund durch, der auf 129 und 130,5 Meter (279,4 P.) durch. Den dritten Platz belegte Qualifikationssieger Ryoyu Kobayashi aus Japan mit 130,5 und 123 Metern (267,2 P.).

Raimund mit Kampfansage im Finale

Der Skiflug-Weltrekordhalter führte das Feld schon nach dem ersten Durchgang souverän vor Raimund und dem Österreicher Daniel Tschofenig an. Während Tschofenig im Finale mit schwächeren 121,5 Metern noch auf den sechsten Platz zurückgefallen ist, lieferte der Philipp Raimund mit der Bestweite im Finale eine Kampfansage an den slowenischen Sieger: Doch Prevc leistete sich trotz Rückenwind keine Blöße, sprang nur einen halben Meter kürzer als der Oberstdorfer und sicherte sich damit seinen ersten Saisonsieg.

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„Diese Schanze in Wisla ist nicht einfach für mich, es gelingen mir gute und dann wieder schwächere Sprünge. Im Wettkampf sind mir diesmal zwei gute Sprünge gelungen“, jubelte der 26-Jährige, der in der Qualifikation am Freitag noch Platz 33 belegt hatte.

Trotz seines verpassten Sieges zeigte sich Raimund zufrieden: „Nach meinem zweiten Sprung habe ich mir kurz gedacht, vielleicht könnte es sich mit einem Sieg ausgehen. Aber Domen hat das Ding super runtergezogen. Trotzdem bin ich mit allen Sprüngen hier bislang sehr zufrieden“, analysierte der 25-Jährige und geht „mit einem sehr guten Gefühl“ in den zweiten Wettkampf am Sonntag.

„Ich habe natürlich gehofft, dass er heute gewinnt. Er hat im zweiten Durchgang einen tollen Sprung gezeigt, leider ist Domen trotz eines nicht ganz so guten Sprungs am Schanzentisch weit geflogen. Trotzdem kann Philipp zufrieden sein, er hat seine Trainingsleistungen durchgebracht“, erklärte Bundestrainer Stefan Horngacher im ‚ZDF‘.

Wellinger scheidet im ersten Durchgang aus

Neben Raimund sammelten aus der deutschen Mannschaft nur Felix Hoffmann (5.) sowie Pius Paschke als 17. weitere Weltcuppunkte. Vor allem Hoffmann konnte seine konstante Form im zweiten Durchgang eindrucksvoll unter Beweis stellen, indem er sich mit 126,5 Metern vom neunten noch auf den fünften Platz nur knapp hinter dem Gesamtweltcup-Führenden Anze Lanisek verbessern konnte.

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Für Andreas Wellinger hingegen scheint sich die sportliche Krise in Wisla ebenfalls verschärft zu haben: Nachdem der 30-Jährige am vergangenen Wochenende im finnischen Ruka als Siebter noch sein bislang bestes Saisonergebnis erzielt hat, kam er heute im ersten Durchgang nicht über 118 Meter und den 39. Platz hinaus. „Im Moment ist es wirklich eine Tüftelei – vom Setup, über das Gefühl bis zu den Sprüngen. Es funktioniert auch sehr, sehr punktuell, aber halt es fehlen einfach zehn Sprünge. Und hier auf der Schanze tue ich mich echt brutal schwer mit dem Rhythmus oben“, analysierte Wellinger im Anschluss.

Zwei Österreicher in den Top Ten

Ohne Stefan Kraft, der weiterhin wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes fehlt, konnten die sonst so starken Österreicher keine Top-Platzierung verbuchen: Neben Tschofenig, der auf den sechsten Platz zurückgefallen ist, überzeugte vor allem Stephan Embacher als Achter. Dazwischen reihte sich Kristoffer Eriksen Sundal als bester Norweger an siebter Stelle ein.

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Valentin Foubert, am Freitag noch überraschend Qualifikations-Dritter, bestätigte seine starke Form mit dem zehnten Platz. Vor dem Franzosen landete Naoki Nakamura auf Rang neun.

Zum Abschluss des Weltcup-Wochenendes startet am Sonntag um 12:55 Uhr zunächst die Qualifikation, bevor der zweite Wettkampf für 14:25 Uhr (alles live bei skispringen.com) angesetzt ist.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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Über Marco Ries 967 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

2 Kommentare

  1. Schön anzusehen, dass Philipp Raimund nunmehr in der Weltspitze etabliert und viel Selbsvertrauen getankt hat. Und auch Felix Hoffmann ist auf hohem Niveau wettkampfstabil und Pius Paschke kommt allmählich in Form. Lieber so, als wieder so ein Einbruch wie in den 2 Jahren zuvor.
    Und die Österreicher reißen nicht immer Bäume aus, sehr beruhigend.
    Bemerkenswert die starke Frühform von Domen Prevc und Anze Lanisek, vor allem Ersterer ist vor einem Jahr eher als „Pannen-Olli“ heruntergehüpft.

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