Überlegener Sieg

Österreichisches Super-Team gewinnt in Lahti – DSV-Duo schrammt am Podest vorbei

Foto: imago / Lehtikuva

Daniel Tschofenig und Jan Hörl werden ihrer Favoritenrolle beim letzten Super-Team der Saison gerecht und feiern einen überlegenen Sieg in Lahti. Das deutsche Duo schrammt wie schon bei der Olympia-Premiere des Wettkampfformats am Podest vorbei.

Die österreichische Mannschaft mit Jan Hörl und Daniel Tschofenig sicherte sich zum Abschluss des langen Skisprung-Wochenendes im finnischen Lahti den Sieg im Super-Team-Wettkampf. Mit insgesamt 858,6 Punkten setze sich das Duo nach drei Durchgängen souverän gegen Slowenien mit Anze Lanisek und Gesamtweltcup-Sieger Domen Prevc durch, die auf 836,8 Punkte kamen. Auf dem dritten Platz landete überraschend Finnland mit Niko Kytösaho und Antti Aalto (805,3 P.).

Dass der Sieg nur über Österreich gehen könnte, stand spätestens nach dem ersten Durchgang fest: Ren Nikaido, der nach den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo am Flughafen in Dubai gestrandet ist und wegen des Nahostkonflikts zunächst nicht ausreisen konnte, wurde aufgrund zu langer Sprungski disqualifiziert – tatsächlich wog der Japaner bei der Materialkontrolle nach seinem ersten Sprung mindestens einige hundert Gramm zu wenig. Gemeinsam mit dem zuletzt deutlich erstarkten Ryoyu Kobayashi konnte das japanische Duo – im Vorfeld neben Österreich als Mitfavorit gehandelt – in den weiteren Durchgängen nicht mehr antreten.

Wie bei Olympia: DSV schrammt am Podest vorbei

Der deutschen Mannschaft ist es beim letzten Wettkampf der Saison in diesem noch relativ neuen Wettkampfformat mit je zwei Athleten und drei Wertungsdurchgängen nicht gelungen, die Enttäuschung der Olympia-Entscheidung zu heilen: Wie schon vor knapp drei Wochen in Predazzo hat das deutsche Duo mit Philipp Raimund und Felix Hoffmann den erhofften Podestplatz nur knapp verpasst, belegte mit 1,2 Punkten hinter den finnischen Gastgebern den undankbaren vierten Platz.

Ausgerechnet Olympiasieger Philipp Raimund konnte zwei Tage nach dem ersten Weltcupsieg seiner Karriere nicht an seine zuletzt starken Leistungen anknüpfen und blieb etwa im ersten der drei Durchgänge mit 122,5 Metern deutlich hinter den Erwartungen. „Es waren heute nicht meine besten Sprünge. Ich habe gemerkt, dass meine Beine nach gestern etwas langsamer sind, als ich das möchte und habe deswegen auch den Probedurchgang ausgelassen. Man merkt, die Saison wird immer länger“, sagte er im Anschluss.

„Der heutige Tag war nicht ganz optimal. Die Sprünge sind nicht ganz rund gelaufen, speziell bei Philipp. Das war nicht sein Tag heute“, analysierte Bundestrainer Stefan Horngacher im ‚ZDF‘: „Felix hat sich ganz gut geschlagen, auch wenn die Sprünge nicht auf höchstem Niveau waren. Jetzt haben wir wieder einen vierten Platz, das tut ein bisschen weh. Es wäre schon möglich gewesen, noch auf das Podest zu springen.“

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Über Marco Ries 1007 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

11 Kommentare

  1. Yay- Finnland auf dem Podest! Dass sie zu Hause so eine Leistung raushauen, war leider lange nicht selbstverständlich. Umso schöner, dass es nun gelungen ist. Ich freue mich sehr!

  2. Schade für Deutschland, andererseits das erste finnische Podest, seit ich Skispringen schaue, was mich auch sehr freut. Auch, dass die Norweger es diesmal noch hergegeben haben

    • Ich auch ! Finnland gehört einfach dazu und die letzten 10 Jahre waren sie ja quasi im Tal der Tränen. Hoffentlich gibt das jetzt mal einen Aufschwung für die nächste Saison. Fehlen nur noch Skispringer aus Schweden.

      Nur das mit den Japanern ärgert mich.Warum kann man OBEN keine Materialkontrolle einrichten und wer einmal von der Schanze fährt, dessen Sprung wird definitv gezählt. So kann es doch nicht weitergehen.

      • Ich gebe dir recht: Kontrolle v o r der Abfahrt (und ggf. DSQ), und wer dort seinen „Gültigkeitsstempel“ bekommt und losfährt, zählt auch.
        Danach wirkt immer i’wie etwas wie „sorry, wir haben da mal was übersehen“; und das kann nicht sein! Wem man die Startfreigabe/-erlaubnis erteilt, ist „durch“. Halte ich schon lange für fällig als Änderung. Wer durchfällt, kommt halt gar nicht erst aus dem Häuschen zum Balken, und gut.

  3. Schon wieder der 4. Platz obwohl sie schon mit dem 5. gerechnet hatten.
    Glückwunsch an Finnland, das endlich aus dem Tal der Tränen rausgekommen ist.

  4. Weiß jemand, wo ich die Möglichkeit habe, zu sehen, wie die Regeln bei den Skis sind. Habe persönlich noch nie eine Disqualifizierung, wegen zu kurzer Ski erlebt.

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