Weit über 100.000 Euro

Vierschanzentournee: So viel Preisgeld gibt’s zu gewinnen

Foto: imago / Nordphoto, Montage: skispringen.com

Domen Prevc greift zur Halbzeit der Vierschanzentournee mit beiden Händen zum Goldenen Adler, doch neben der begehrten Trophäe winkt dem Slowenen auch ein Zahltag der Extraklasse: Doch wie viel verdient ein Top-Skispringer eigentlich?

Die 74. Vierschanzentournee biegt dieser Tage in Österreich auf ihre Zielgerade ein. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Ruhm und Ehre, sondern um ein stattliches Vermögen, denn seit neun Jahren loben die Organisatoren zusätzlich zu den im Weltcup üblichen Prämien ein lukratives Extra-Preisgeld aus.

Seit der aktuellen Weltcup-Saison bezahlen der Internationale Skiverband (FIS) bzw. die Organisatoren die Preisgelder im Weltcup nicht mehr in Schweizer Franken, sondern in Euro aus. Der Gesamtsieger der Vierschanzentournee erhält in diesem Jahr eine Extra-Prämie von 100.000 Euro. Doch das ist nicht alles.

172.200 Euro theoretisch möglich

Hinzu kommen die üblichen Preisgelder, die für jeden Einzel-Weltcup ausbezahlt werden – ganz unabhängig davon, ob er im schwedischen Falun vor wenigen hundert Zuschauern stattfindet, oder während der Tournee in den meist ausverkauften Stadien in Deutschland und Österreich.

Insgesamt 100.250 Euro werden seit diesem Winter je Einzel-Weltcup an die Top-30-Athleten, also jenen im Finaldurchgang, verteilt: An den Sieger gehen 15.000 Euro, an den Zweiten 11.500 Euro, an den Dritten immerhin 9.000 Euro – abgestuft nach Platzierung erhalten die Skispringer bis zum 30. Platz (500 Euro) entsprechende Preisgelder. Ein Qualifikationssieg wird seit dieser Saison mit mindestens 3.175 Euro vergütet.

Domen Prevc ist Top-Verdiener

Auch wenn die prominentesten Skispringer durch eigene Vermarktung und Werbeverträge teilweise deutlich höhere Einnahmen erzielen können, kann auch das Preisgeld der Vierschanzentournee ziemlich lukrativ ausfallen: Gelingt einem Skispringer der „Grand Slam“, also der Sieg bei allen vier Einzel-Wettbewerben wie zuvor Sven Hannawald, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi, sowie den entsprechenden Qualifikationsdurchgängen, sind theoretisch 172.200 Euro Preisgeld während der Tournee möglich.

Für Domen Prevc ist diese Maximalsumme nach Platz 30 in der Qualifikation in Innsbruck zwar nicht mehr möglich. Dennoch könnte sein Verdienst auf stolze 169.025 Euro klettern, wenn er nach Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen auch beim Wettkampf in Innsbruck sowie bei Qualifikation und Wettkampf in Bischofshofen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) ungeschlagen bleibt.

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Zur Einordnung: Schon vor dem Auftakt der Vierschanzentournee war Prevc in dieser Saison der Top-Verdiener. Nach zwölf Weltcup-Wettbewerben inklusive fünf Saisonsiegen konnte der Slowene bis zur Tournee-Generalprobe in Engelberg bereits 134.775 Euro verbuchen. Im vergangenen Winter war Gesamtweltcup- und Vierschanzentournee-Sieger Daniel Tschofenig aus Österreich mit 372.550 Schweizer Franken (rund 400.000 Euro) der durch Preisgelder finanziell erfolgreichste Skispringer. Hinzu kommen in der Regel zusätzliche Erfolgsprämien durch Verbände oder Sponsoren, die aber nach Athlet und Nation weitgehend individuell ausfallen.

Die Million-Tournee 2011/2012

Doch was Domen Prevc in dieser Saison gelingen könnte, wäre vor einigen Jahren noch deutlich mehr wert gewesen: Eine Million Schweizer Franken (damals rund 810.000 Euro) hatten die Organisatoren bei der Vierschanzentournee 2011/2012 als besonderen Anreiz zusätzlich zu den normalen Prämien ausgelobt, sollte einem Skispringer erneut der Vierfach-Triumph gelingen.

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Damals waren zehn Jahre seit dem ersten und bis dahin letzten „Grand Slam“ durch Sven Hannawald vergangen – erhalten hat das Extra-Preisgeld allerdings keiner, denn Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi sollte es erst 2017/2018 bzw. 2018/2019 gelingen, in Hannawalds Fußstapfen zu treten.

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Über Marco Ries 967 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

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