Nach Großschanzen-Entscheidung

Zwischenfall nach Olympia-Skispringen: Philipp Raimund wehrt sich gegen Fan-Attacken

Foto: imago / Ulrich Wagner

Unschöne Szenen nach dem Großschanzen-Springen bei den Olympischen Winterspielen: Philipp Raimund wird von slowenischen Fans angefeindet – doch der Normalschanzen-Olympiasieger kontert die Anhänger und wehrt sich.

Die Stimmung nach dem Einzelspringen von der Großschanze war ohnehin bereits gedrückt. Philipp Raimund, der auf der Normalschanze noch triumphal zu Gold gesprungen war, musste sich an diesem Abend mit dem neunten Rang begnügen. Doch was sich kurz nach dem Wettkampf abspielte, sorgte bei dem 25-Jährigen ebenfalls für Frust.

Der Ursprung des Unmuts liegt jedoch nicht etwa in einer sportlichen Rivalität zwischen Raimund und den slowenischen Adlern, sondern in einer bizarren Verwechslung oder einem Groll über vergangene Ereignisse: Die Anhänger riefen Raimund mehrfach ein provokantes „Nein, nein, nein“ entgegen – eine direkte Anspielung auf die Vorfälle bei der Skiflug-WM in Oberstdorf.

Dort hatte der FIS-Funktionär Hubert Mathis mit eben jenen Worten und deutlichen Gesten den Start von Sloweniens Überflieger Domen Prevc verhindert, nachdem dessen Ski sich selbstständig gemacht hatten. „Ich habe denen gesagt: Ihr wisst schon, dass der Typ Schweizer ist? Mit ihm habe ich in dem Sinne also nichts zu tun. Ich fand das etwas unangebracht“, schilderte er die kuriose Situation im Anschluss.

Dass die Fans ihn offenbar als Sündenbock für eine Funktionärsentscheidung auserkoren hatten, stieß bei ihm auf völliges Unverständnis, zumal der sportliche Erfolg der Slowenen mit dem Olympiasieg von Domen Prevc an diesem Tag eigentlich Grund zur Freude geboten hätte. „Komplett unnötig, es zeugt aber von menschlicher Schwäche“, befand der frisch gekürte Olympiasieger.

„Ich glaube, die Fans nehmen sich manchmal ein bisschen zu viele Rechte raus“, sagte Raimund weiter und bezog sich auch auf die Vorfälle um die polnische Skispringerin Pola Beltowska, die vor allem in den sozialen Medien mit Hassnachrichten überschüttet wurde, nachdem ihre Mannschaft beim Mixed-Springen am Dienstag ausgeschieden ist. Der polnische Verband hat daraufhin reagiert, die Angriffe verurteilt und Beltowska psychologische Unterstützung zugesichert.

Auch interessant: Ein kleiner Messfehler mit fatalen Folgen: Daniel Tschofenig verliert auf der Großschanze alle Chancen auf eine olympische Medaille durch eine Disqualifikation.

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7 Kommentare

  1. Da muss der Frust bei Raimund aber ziemlich groß gewesen sein, dass er sich davon hat provozieren lassen.
    Warum man aber einen Vorgang zur „Fan-Attacke“ aufbauschen muss, weiß nur die Redaktion.

    • ja, aufgebauscht wie mittlerweile üblich in den Medien.Aber aufgebauscht ist auch, dass sich Philipp Raimund provozieren ließ. Er hat nur etwas richtig gestellt.

    • So ein Quatsch. Solche Anfeindungen sind nervig und natürlich störend im Skispringen. Gerade in dieser Sportart, wo man so nah wie sonst nirgends an Athleten rankommt ist dies nicht gleichzusetzen wie zB in einer Fußballarena.

  2. Hallo.
    Wenn hier ein ernstzunehmender Kommentar hinterlegt wird.
    Hat dieser keine Chance veröffentlicht zu werden.
    Daher ist es besser, man halte sich zurück.

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