Luca Roth gewinnt zweimal

Deutscher Hoffnungsschimmer in der zweiten Liga: DSV-Doppelsieg im Continentalcup

Foto: imago / Nordphoto

Als nationale Gruppe bei der Vierschanzentournee noch chancenlos, sorgt die zweite Reihe des DSV in China für ein echtes Erfolgserlebnis. Vor allem Luca Roth glänzt im Continentalcup.

Während bei den deutschen Skispringern im Weltcup das vergangene Wochenende in Zakopane in Abwesenheit von Felix Hoffmann und Philipp Raimund vor allem große Sorgen in Hinblick auf die anstehende Skiflug-WM und die Olympischen Winterspiele hinterlassen hat, sorgt nun die zweite Reihe im Continentalcup für Hoffnung im Lager des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Allen voran Luca Roth überzeugte am Dienstag und Mittwoch bei den Wettkämpfen im chinesischen Zhangjiakou: Auf der Olympia-Schanze von 2022 sorgte der 25-Jährige für die ersten beiden DSV-Siege der Saison in der „zweiten Liga“.

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Am Dienstag führte der Skispringer vom SV Meßstetten dabei sogar einen deutschen Doppelsieg an, denn direkt hinter ihm landete mit Ben Bayer ein weiterer Springer, der zuletzt ebenso wie Roth Teil der nationalen Gruppe bei der Vierschanzentournee war.

Debatte um Nachwuchs in Deutschland

Dieser Erfolg kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte um den Nachwuchs in Deutschland wieder an Fahrt aufgenommen hat. Noch in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen war es dem vierköpfigen Zusatzkontingent aus der zweiten Reihe der deutschen Skispringer nicht gelungen, sich für weitere Einsätze zu empfehlen.

Während selbst etablierte Kräfte wie Andreas Wellinger und Karl Geiger schwächeln, konnte sich keiner der jüngeren Springer nachhaltig aufdrängen. Nicht erst seitdem herrscht in Deutschland die tiefe Sorge: Wo bleibt die nächste Generation?

Noch während der Tournee fand Horst Hüttel klare Worte dazu: „Es gilt sehr kritisch zu analysieren, warum es uns in den letzten zwei, drei Jahren nicht gelungen ist, jüngere Leute so in eine Ausgangsposition zu bringen“, sagte der Sportdirektor des DSV und kündigte an, die Situation „intensiv analysieren“ zu wollen.

Zumindest in Hinblick auf den Heim-Weltcup in Willingen (30. Januar bis 1. Februar) sowie das Skiflug-Wochenende am Kulm (27. Februar bis 1. März) winkt dem DSV nach den Leistungen im Continentalcup durch die Quotenregelung ein weiterer Startplatz für den Weltcup.

Die Erfolge von Roth und Bayer könnten somit direkten Einfluss auf die weiteren Nominierungen im Weltcup haben.

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Über Marco Ries 985 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

6 Kommentare

  1. Ein Blick auf die Ergebnisliste in China und die beiden Siege relativieren sich ein wenig in meinen Augen…
    … Wenn Saporro wir schon am vergangenes Wochenende und so oft in den vergangenen Jahren wieder eine Windlotterie wird, auf die der ein oder andere Spitzenathlet von vornherein verzichtet, könnte mit a bisserl Glück was gehen.

    Und zur Frage, was die Österreicher besser machen, da hilft ein (W)ort: Stams

  2. was machen die Österreicher so gut. dass die ihre jungen Springer so schnell in die Weltspitze bringen? der DSV kann davon nur träumen

  3. Was in denletzten Jahren versäumt wurde kann man nun nicht mal schnell aufholen. Was kommt nach Paschke, Willingen und Geiger?
    Generell im Wintersport kommen da wenig junge Arhleten nach.Einzige Ausnahme ist wohl die Noko.
    Da wird zwar gejammert,das die Damen nicht an den OS teilnehmen dürfen, aber im Fernsehen sieht man es kaum mal live. Höchstens mal eine kurze Zusammenfassung am Ende eines Sporttages. Alpin wird dagegen viel zu lange gezeigt obwol wir da schon Jahre hinterher fahren.
    Im nordischen Skisport werden wir in den nächsten Jahren jubeln, erreicht ein Athlet mal einen top 10 Platz.
    Selbst im Biathlon kommt nichts Junges nach.
    Also scheint das Skispringen leider nicht die Ausnahme zu sein.
    Meine Herren Verantwortlichen, was habt ihr in den letzten 10 Jahren gemacht? Geiger und Wellingers Sprungstil soll nun den neuen Anzügen angepaßt werden. Warum hat man das nicht schon im Sommer gemacht?
    Ich dachte bisher, Wintersportler macht man im Sommer.

  4. Naja, Conti-Cup ist zwar gut und schön, aber es bringt halt nichts, wenn sie die beiden in der ersten Liga auch wieder nur im Mittelfeld tummeln. Da steigt der Frust-Faktor schnell.

    Andererseits wird das kaum schlechter laufen als bei Geiger und Wellinger

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