Vierschanzentournee

Ryoyu Kobayashi gewinnt packenden Auftakt in Oberstdorf vor Karl Geiger

Foto: GEPA

Ryoyu Kobayashi sichert sich den Sieg beim Auftaktspringen der 68. Vierschanzentournee. Der Japaner setzt sich in einem hochklassigen Wettkampf gegen Karl Geiger durch. Das DSV-Team jubelt über einen gelungenen Auftakt.

Der Gesamtweltcupführende ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Mit Sprüngen auf 138 und 134 Meter sicherte sich Ryoyu Kobayashi den Sieg beim Auftaktspringen der 68. Vierschanzentournee in Oberstdorf. Der Japaner erzielte insgesamt 305,1 Punkte und setzte sich damit gegen den Oberstdorfer Lokalmatadoren Karl Geiger durch, der auf 135 und 134 Meter (295,9 P.) kam. Den dritten Platz belegte Dawid Kubacki aus Polen (132 und 133 m; 294,7 P.).

Für Kobayashi ist es nach seinem Grand Slam in der vergangenen Saison der fünfte Tournee-Tagessieg in Folge und der dritte Weltcupsieg in der aktuellen Saison. Der 23-Jährige führte das Feld schon nach dem ersten Durchgang souverän mit einem Vorsprung von 7,7 Punkten vor Karl Geiger an. Der Oberstdorfer erzielte seinen ersten Tages-Podestplatz bei einer Tournee – in seiner Heimat war er zuvor noch nie unter den Top Ten gelandet.

Karl Geiger: „Brutal geil“

„Es war brutal geil heute. Ich habe die Leute bis nach oben gehört und mir dann gedacht, ‚Jetzt mache ich mein Zeug und dann wird das schon'“, sagte Geiger nach dem Springen.

Auch die weiteren deutschen Skispringer haben vor 25.500 Zuschauern im schon seit Wochen ausverkauften Stadion am Schattenberg einen guten Start in die Vierschanzentournee hingelegt: Markus Eisenbichler fiel zwar nach bei ungünstigen Bedingungen von Platz fünf auf elf zurück, zeigte jedoch einen klaren Aufwärtstrend. Stephan Leyhe und Pius Paschke zeigten zwei solide Sprünge und belegten direkt hinter dem dreifachen Weltmeister die Plätze zwölf und 13.

Sieben DSV-Skispringer im Finale

Constantin Schmid fiel nach einem schwächeren zweiten Sprung von Rang 18 auf 21 zurück. Weltcup-Debütant Luca Roth, der sein K.o.-Duell gegen Antti Aalto knapp für sich entschieden hat, sammelte als 27. Weltcuppunkte, ebenso wie Moritz Baer (29.).

Mit sieben Skispringern im Finaldurchgang präsentierte sich die Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher auch aus mannschaftlicher Hinsicht stark. Lediglich Philipp Raimund (34.) und Martin Hamann (38.) schieden aus, also jene Springer, die sich mit Geiger und Baer in den deutsch-deutschen Duellen im ersten Durchgang gemessen hatten.

Vierter Tournee-Tagessieg in Folge: Ryoyu Kobayashi siegt in Oberstdorf vor Karl Geiger und Dawid Kubacki.

„Wir sind definitiv sehr zufrieden. Das war ein guter Auftakt“, resümierte Horngacher. Im Vorfeld hat er bereits angedeutet, dass man nach einem mäßigen Saisonstart im Materialbereich nachgerüstet habe. Details wollte der Bundestrainer am Sonntagabend aber nicht nennen: „Das ist Geheimsache. Natürlich lassen wir ein Stück weit Reserve für die Großereignisse und das hat gut funktioniert.“

Missglückte Landung: Kraft verpasst Podium

Stefan Kraft ließ vor allem mit einer verkorksten Landung wertvolle Punkte liegen. Mit 131 und 132 Metern hat der Österreicher einen Tag nach seinem Qualifikationssieg den erhofften Podiumsplatz als Vierter knapp verpasst. Im Kampf um den Tourneesieg hat der Sieger von 2014/2015 aber weiterhin gute Aussichten.

Aus der österreichischen Mannschaft bestätigte außerdem Philipp Aschenwald seine gute Form mit dem sechsten Platz. Auch Yukiya Sato (7.), Domen Prevc (9.) und die beiden Norweger Robert Johansson (8.) sowie Mariuns Lindvik (10.) schafften in Oberstdorf den Sprung unter die besten Zehn.

Schlierenzauer und Tande scheiden aus

Mit Gregor Schlierenzauer und Daniel-André Tande mussten gleich zwei prominente Springer vorzeitig die Segel streichen. Schlierenzauer hatte nach seinem enttäuschenden Quali-Ergebnis sein komplettes Material-Setup ausgetauscht, trotzdem verpasste der Rekord-Weltcupsieger mit seinen 121,5 Metern und 124,2 Punkten nur um einen halben Punkt die Lucky-Loser-Ränge. Tande laboriert weiterhin an Knöchelproblemen und schied als 42. mit 112,5 Metern (103,4 Punkte) klar aus.

Gleiches wiederfuhr WM-Bronzemedaillist Killian Peier aus der Schweiz, der im K.o.-Duell an Schmid scheiterte. Jakub Wolny gewann zwar das inner-polnische Duell mit Stefan Hula, wurde jedoch nach seinem Sprung aufgrund eines irregulären Anzugs disqualifiziert, sodass Hula seinen Platz im Finale einnahm. Der belegte schlussendlich Rang 30.

» Event-Übersicht: Alle Termine der Vierschanzentournee im Überblick

Fortgesetzt wird die Vierschanzentournee nach einem Ruhetag am 31. Dezember. Dann stehen in Garmisch-Partenkirchen ab 11:45 Uhr (alles live bei skispringen.com) das offizielle Training und die Qualifikation für das traditionsreiche Neujahrsspringen auf dem Programm.

Auch interessant: Martin Schmitt hat einen klaren Favoriten im Kampf um den Gesamtsieg bei der diesjährigen Vierschanzentournee. So tippt der ehemalige Skispringer!

skispringen.com-Newsletter

Aktuelle Nachrichten, spannende Hintergrund-Informationen und Veranstaltungs-Hinweise per E-Mail abonnieren. Weitere Informationen zum Newsletter und Datenschutz

Über Marco Ries 648 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

16 Kommentare

  1. UPDATE (Der Sieg von Kobayashi, R. erfordert Korrekturen und drei Namen im weiteren Kreis habe ich vergessen, danke an alle die mitdiskutiert haben!) :

    Nochmal was für die Historien-interessierten, die objektiv betrachtet Top10 der besten Skisprung-Athleten aller Zeiten:

    1. Gregor Schlierenzauer
    2. Matti Nikännen
    3. Jens Weißflog
    4. Espen Bredesen
    5. Noriaki Kasai
    6. Sven Hannawald
    7. Martin Schmitt
    8. Ryoyu Kobayashi
    9. Thomas Morgenstern
    10. Janne Ahonen

    Im weiteren Kreis:
    Severin Freund, Stefan Kraft, Andreas Kofler, Anders Jacobsen, Simon Ammann, Karl Geiger, Andreas Wellinger, Dieter Thoma, Funaki, Toni Innauer, Andreas Goldberger

    Sonst fällt mir keiner ein der dieser Aufzählung würdig wäre.

    Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

    PS: Ich habe gesehen dass meine Rangfolge auch von anderen Skisprungnewsseiten aufgegriffen wurde. Das ist gut und richtig. Auch mich freut es wenn korrekte Informationen verbreitet werden. Trotzdem wäre es nett wenn man auf mich als Autor verweisen könnte. Danke!

    • Bei allem Respekt: eine objektive Rangliste im Sport zu erstellen ist unmöglich und ein Widerspruch in sich, da jede Rangliste eine subjektive Betrachtungsweise erfordert. Das ist auch gar nicht schlimm, aber man sollte nicht so tun, als wäre diese Liste der Weisheit letzter Schluss.
      Zur Liste selbst habe ich auch ein paar Fragen:
      Bei allem Respekt vor Karl Keiger oder Andreas Wellinger, die beide herausragende Leistungen gezeigt haben, muss ich schon fragen, wie diese Athleten im Kreis der besten Skispringer aller Zeiten genannt werden können.
      Gerade Karl Geiger hatte extrem unkonstante und erfolglose Jahre. Diese Sportler mit einem Simon Ammann zu vergleichen, der in der Liste nicht einmal in der Top Ten steht ist schon mehr als fragwürdig.
      Aber wie man so schön sagt: jeder kann ja seine eigene Meinung vertreten 😉

    • Adam Małysz fand ich auch nicht schlecht!
      Der würde bei mir sogar auf 1 stehen glaube ich.
      Aber gegen klar, dass so einer natürlich hinter Wellinger und Geiger steht. xD

    • Was bitte ist an Kobayashi arrogant??? Nur weil er vielleicht nicht unserer Mentalitätsform entspricht? Blödsinn, gerade die Japaner sind alle sehr höflich, sehr gut erzogen und wissen sich zu benehmen. Das kann man ni ht von jedem hier behaupten….

    • Du solltest mit deiner Arroganz ganz schnell das Weite suchen.
      Das ist Sport, deine politische Meinung und rassistische Anspielung kannst du sein lassen. Möge der Beste gewinnen, unabhängig von seiner Herkunft!

  2. Tolles Auftaktspringen auf jeden Fall. Glückwunsch an Kobayashi der war heute unschlagbar. Geiger mit mit 2 tollen Sprüngen auf Platz 2. Kubacki auch stark und Kraft in Lauerstelllung. Eisenbichler kommt auch langsam wieder zu alter Form. Die Tournee ist nocht nicht entschieden. Aber einige Favoriten sind nach diesem Tag schon aus dem Rennen.

  3. Der Zwischenstand nach dem 1. Bewerb:

    1.Gebirgler 14 Punkte
    1.Gerrit 14 Punkte
    3.Angelika 11 Punkte
    4.Lukas 10 Punkte
    5.Sebastian 4 Punkte
    6.Adler 3 Punkte
    6.Piero-Skiteam 3 Punkte
    8.Ferdinand Leinecker 1 Punkt

  4. Der Zwischenstand nach dem 1. Bewerb:

    1.Gebirgler 14 Punkte
    1.Gerrit 14 Punkte
    3.Angelika 11 Punkte
    4.Lukas 10 Punkte
    5.Sebastian 4 Punkte
    6.Adler 3 Punkte
    6.Piero-Skiteam 3 Punkte
    8.Ferdinand Leinecker 1 Punkt

    Beim 2. Bewerb kann wieder getippt werden. Es gelten wieder dieselben Regeln.

    Danke fürs Mitspielen

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*