Letzter Sommer-Wettkampf in KlingenthalNorwegen dominiert Mixed-Team in Klingenthal

Norwegen wird seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt das Mixed-Team-Springen in Klingenthal. Beim windgeprägten Abschluss des Sommer-Grand-Prix fehlt dem deutschen Team einiges zu einem Podestplatz.

5 Min. Lesezeit
Foto: imago / Dominik Berchtold
- Anzeige -

Die norwegische Nationalhymne war in Klingenthal bereits der Dauerbrenner des Samstag und sie war es auch am Sonntag. Zum Abschluss des Sommer-Grand-Prix 2026 sicherte sich das norwegische Mixed-Team den Sieg in der Vogtland Arena. Mit 1017,3 Punkten sammelte das Quartett aus Skandinavien 24,5 Punkte mehr als seine ärgsten Verfolger. Und dieser Vorsprung hätte sogar noch deutlicher sein können, immerhin verpassten Kristoffer Eriksen Sundal (in beiden Sprüngen) und Eirin Maria Kvandal (im ersten) jeweils die nötigen 133 Meter für die anvisierte Punktgutschrift für die Anlaufverkürzungen ihrer Trainer.

Weil aber die beiden Vortagssieger Ingvild Synnoeve Midtskogen und Marius Lindvik abermals starke Sprünge ablieferten, war der Sieg am Ende ungefährdet. Rang zwei belegte das Team aus Slowenien mit Nika Vodan, Timi Zajc und den beiden Prevc-Geschwistern Nika und Domen, das in keinem der acht Sprünge einen Ausreißer nach unten hatte.

- Anzeige -

Japan fehlt zweite Top-Springerin für noch mehr

Nur knappe zehn Punkte dahinter belegte das japanische Team, bestehend aus Nozomi Maruyama, Ryoyu Kobayashi, Ringo Miyajima und Ren Nikaido Platz drei. Insbesondere Schlussspringer Nikaido legte einen überzeugenden Auftritt hin und hatte mit 140 und 139,5 Metern in beiden Versuchen keine Mühe, die Bonuspunkte die eine Anlaufverkürzung seiner Trainer einzuheimsen. Mit einer stärkeren zweiten Springerin wäre für das Team sogar noch mehr drin gewesen.

Österreich ging erstmals in der Besetzung Hannah Wiegele, Jonas Schuster, Lisa Fettner und Jan Hörl an den Start und belegte Position vier. Am deutlichen Rückstand aufs Podest von 55,2 Punkten konnte auch der überragende Hörl, der mit 144,5 und 146 Metern in beiden Durchgängen die Top-Weite sprang, nichts ändern.

- Anzeige -

DSV-Quarttet fehlen Top-Sprünge zum Podestplatz

Von Top-Weiten waren die deutschen Skispringerinnen und Skispringer am Sonntagnachmittag erneut ein gutes Stück entfernt. Dennoch hatten Selina Freitag, Pius Paschke, Agnes Reisch und Andreas Wellinger zumindest zur Halbzeit noch Außenseiterchancen aufs Podest, waren aber nicht in der Lage, die Top-Sprünge der anderen Nationen Paroli zu bieten. Gute zehn Punkte hinter Österreich belegte das DSV-Quartett somit Platz fünf, was bei einem Mixed-Team-Springen letztmals vor über vier Jahren der Fall war.

Überraschend gut lief der Wettkampf zumindest im ersten Durchgang für das finnische Team. Zwar stand dort, wie auch am Ende Platz sechs zu Buche, jedoch lagen Jenny Rautionaho, Jarkko Määtä, Sofia Mattila und Niko Kytösaho zwischenzeitlich auf Podestkurs. Insbesondere Mättä überraschte als Zweiter in seiner Gruppe im ersten Durchgang.

- Anzeige -

Auch Frankreich, bei dem Marie Thomas Couturaud erstmals im Aufgebot stand und die undankbare Aufgabe hatte, nach einer halbstündigen Windunterbrechung im zweiten Durchgang den Wettkampf wieder ins Rollen zu bringen, schlug sich wacker. Insbesondere Josephine Pagnier und und Valentin Foubert hielten mit den Besten in ihren Gruppen mit, während Ari Repellin in der zweiten Gruppe wertvolle Erfahrungen sammelte. Den achten und letzten Punkteplatz sicherte sich das Team aus Italien (Martina Zanitzer, Alex Insam, Jessica Malsiner und Francesco Cecon).

Oldie Koudelka als tschechischer Lichtblick

Von Beginn an chancenlos war dagegen das tschechische Team, das als einziges nach dem ersten Durchgang ausschied. Natalie Nejedlova, David Rygl und Klara Ulrichova belegten allesamt in ihrer Gruppe mit den jeweils kürzesten Sprüngen den neunten Platz. Einzig Oldie Roman Koudelka hielt mit 127,5 Metern mit und belegte in der Gruppe der Schlussspringer Rang sieben. In der Endabrechnung reichte dies aber nur für Gesamtrang neun.

- Anzeige -

Im Nationencup der Frauen sicherte sich dank des Mixed-Ergebnisses schlussendlich Slowenien den Spitzenplatz, bei den Männern blieb Österreich auf Rang eins. Deutschland landete in den beiden Wertungen auf dem vierten respektive siebten Platz. Damit ist der Sommer-Grand-Prix 2026 beendet, die Weltcup-Saison beginnt am 20. November in Lillehammer.

Diesen Artikel teilen
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.
Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert