Erstes Wochenende des Sommer-Grand-Prix, erste internationale Standortbestimmung: Andreas Mitter erlebt in Courchevel seine Premiere als neuer Bundestrainer des DSV. Zwei Podestplätze von Philipp Raimund und starke Leistungen von Andreas Wellinger sorgen für ein positives Fazit – auch wenn Mitter noch längst nicht am Ziel ist.
Für Andreas Mitter war das Wochenende in Courchevel mehr als nur der zweite Halt des Sommer-Grand-Prix. Auf der französischen Großschanze begann für den neuen Bundestrainer auch offiziell eine neue Phase beim Deutschen Skiverband (DSV).
Nach sieben Jahren unter Stefan Horngacher hat Mitter das Amt des deutschen Cheftrainers übernommen. In Courchevel trat er erstmals mit der deutschen Top-Besetzung zu einem internationalen Wettkampf an. Das Ergebnis dürfte ihm dabei durchaus gefallen haben: Philipp Raimund stand zweimal auf dem Podest, Andreas Wellinger landete zweimal in den Top Ten.
„Wir sind sehr zufrieden mit zwei Podestplätzen vom Philipp“, erklärte Mitter nach dem Wochenende. Vor allem Raimund habe dabei genau das gezeigt, was sich der neue Bundestrainer von seinem Schützling erhofft hatte: „Raimund, toll gesprungen. Er hat seine Trainingsleistung auch in den Wettkampf gebracht.“
Erste Standortbestimmung fällt positiv aus
Mitter wollte die Ergebnisse allerdings nicht überbewerten. Schließlich befindet sich die Mannschaft noch mitten in der Vorbereitung auf den Winter. Gerade deshalb war Courchevel für den neuen Bundestrainer vor allem eines: eine erste echte Standortbestimmung. „Das war mal die erste Standortbestimmung. Wir sind am Weg“, lautete das Fazit des Österreichers.
Dass diese erste Bewährungsprobe der neuen Zusammenarbeit gleich mit zwei Podestplätzen endet, dürfte Mitter dennoch gefallen. Raimund musste sich an beiden Tagen nur Daniel Tschofenig geschlagen geben. Am Sonntag fehlten dem Olympiasieger von Mailand und Cortina d’Ampezzo gerade einmal 1,2 Punkte zum Sieg.
Mitter sieht Fortschritte – trotz schwieriger Bedingungen
Vor allem den zweiten Wettkampftag am Sonntag sah Andreas Mitter deutlich von den wechselhaften Windbedingungen in Courchevel geprägt. Umso wichtiger sei für ihn gewesen, dass seine Mannschaft mit diesen Bedingungen umgehen konnte. „Die Mannschaft hat das grundsätzlich gut gemacht“, lobte der Österreicher seine Springer. Besonders erfreulich: Am zweiten Wettkampftag konnten alle deutschen Starter Punkte sammeln. Für Mitter ein weiteres Zeichen dafür, dass die Mannschaft in die richtige Richtung arbeitet.
Einer, der Mitter bei seiner Premiere besonders viele Argumente lieferte, war Raimund. Der Olympiasieger knüpfte nahtlos an seine starke Form aus dem zurückliegenden Winter an. Eine Kleinigkeit kostete ihm am Sonntag den erhofften Sieg: „Heute war es ein bisschen von der Landung her leider nicht so, dass es mir ganz so reingepasst hat, dass es am Ende noch für einen Sieg gereicht hat“, erklärte der 26-Jährige im Anschluss.
Auch Wellinger sieht sich auf dem richtigen Weg
Ähnlich fällt das Urteil von Wellinger aus. Der 30-Jährige war mit seinen beiden Top-Ten-Platzierungen zufrieden, sieht seine Sprünge aber ebenfalls noch nicht am Limit. „Die Sprünge waren nicht die feinste Klinge, aber definitiv auf einem guten Niveau“, sagte Wellinger.
Für den Ruhpoldinger war Courchevel deshalb ebenfalls noch keine endgültige Standortbestimmung: „Das war jetzt mal eine erste Wasserstandsmeldung, die mir so ganz gut gefallen hat“, erklärte Wellinger. Vor allem eine Erkenntnis nehme er aus Frankreich mit: „Es zeigt, dass wir gut gearbeitet haben, auf dem richtigen Weg sind.“

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